2019 Grönland

Mo,12.8. 2019

Auf nach Grönland

Nach unserem Islandtrip durch die Westfjorde geht nun heute los nach Grönland. Beim Frühstück lernen wir den Reiseleiter Sebastian kennen und einige Mitreisende, die heute Nacht aus Deutschland angereist sind. Es ist eine nette Gruppe von 16 Leuten und alle sind gespannt auf das, was uns erwartet. Um 8:45 Uhr ist Treffpunkt in der Lobby. Ein Shuttlebus fährt uns zum nationalen Flughafen.

Der Anflug auf Kusuluk ist schon spektakulär. Wie oft sind wir schon sehnsuchtsvoll über das Grönlandeis geflogen. Und nun werden wir tatsächlich dieses abgelegene Land betreten. Eisschollen glänzen in der Sonne und das kleine Flugzeug setzt sanft auf der Landebahn mitten im Nichts auf. Ursprünglich war hier eine US Airbase. Ohne irgendeine Kontrolle steht man plötzlich vor dem Gebäude, wo man sein Gepäck auf einen Gabelstapler abholen kann. Ein Buggy mit Anhänger fährt dir Koffer zum Boot und wir laufen die Strecke. Das Verladen des Gepäcks in ein Boot ist schon ein Abenteuer, weil man eine Holztreppe ohne Geländer hinab muss und dann über einen Felsen. Das Einsteigen in die zwei anderen Boote ist daher auch nicht einfach. Wir schaffen es, ohne dass ein Koffer oder Mensch in das eiskalte Wasser fällt. Noch kaum haben wir die unhandlichen und äußerst unbequemen Schwimmwesten an, als das Boot schon mit halsbrecherischem Tempo losbraust. Es ruckelt ganz schön und wir sind froh, als wir ankommen. Das Aussteigen ist nicht ganz so dramatisch, weil das Boot an einem Holzsteg anlegt.

Zum Glück müssen wir die Koffer nicht den Berg hoch schleppen. Robert Perroni selbst kommt mit dem Auto und fährt alles nach oben. Wir laufen mit dem Handgepäck etwa 1km bergan zum „Roten Haus“ in dem wir die nächsten 8 Tage wohnen werden. Wir und noch 8 andere bekommen ein Zimmer im Nebenhaus mit eigenem Bad – Luxus hier in Tassiilaq, wo es nicht mal in jedem Haus eine Toilette gibt, geschweige denn fließendes Wasser.

Üblich ist, dass die Einwohner sich das Wasser in Behältern holen und dass die Toilette ein Gefäß ist, dessen Inhalt jeden Tag von einem Wagen abgeholt und irgendwo abgekippt wird. Fast schon ist einem dieses Privileg des Wc im Haus unangenehm.

Die Zimmer im Haupthaus sind deutlich kleiner, haben zum Teil Stockbetten und ein Gemeinschaftsbad.

Wir laufen erst mal allein durch den Ort. Das Licht der Nachmittagssonne ist so fantastisch, dass wir Unmengen von Fotos schießen, Der Kontrast des hellblauen Himmels zum dunkelblauen Fjord, weißen Eisbergen und bunten Häusern ist so intensiv. Wer weiß wie es morgen ist.

Im kleinen Supermarkt ( es gibt auch noch einen großen), kann man sich von 9-22 Uhr mit fast allem eindecken. Wir kaufen Äpfel, Müsliriegel und Orangensaft. Das Wasser kann man aus der Leitung trinken. Auch eine Post gibt es, deren Öffnungszeiten aber wohl sehr unregelmäßig sind.

Um 19 Uhr ist Abendessen im roten Haus, wo es nach Spaghetti mit Tomatensauce als Hauptgericht schwarzen Heilbutt gibt. Es schmeckt wirklich gut und die Portionen sind so groß, dass viele kaum den Schokoladenkuchen zum Nachtisch schaffen. Nach dem guten Essen und einem Wein sind alle recht früh müde. Vor allem die anderen, die ja gestern erst aus Deutschland gekommen sind und eine Zeitverschiebung von 4 Stunden verkraften müssen. Für uns, die wir schon 10 Tage in Island waren, sind es nur 2.

Di, 13.8.2019

Wir sind schon früh wach, weil mein IPad uns weckt – leider hatte ich vergessen die Zeit umzustellen. Da es nicht mit dem WLAN verbunden war, hat sich die Zeit nicht umgestellt und jetzt ist es erst 5 Uhr! Im Haupthaus kann man für wenig Geld einen Zugangscode kaufen, was ich aber nur mit den Handy genutzt hatte.

Das Frühstück ist sehr rustikal. Man schneidet sich Brot, Wurst und Käse selbst ab. Aber es ist gut und sehr vielfältig. Dass es kein frisches Obst gibt, versteht sich von selbst, aber es gibt Müsli, gekochte Eier, Wurst, Käse, Fisch, Saft, Marmelade usw. Man kann sich für etwa 5€ ein Lunchpaket für den Tag machen.