Neuseeland 2018

Texte von Marion Ziegler, Bilder Peter Ziegler und Marion Ziegler

Alles gebucht, was zu buchen ist:

Singapur: 2 Ü im Marina Mandarin

Christchurch: 2 Ü im City Centren Motel

Akaroa: 1 Ü Top 10 Holiday Park
5 Übernachtungen auf dem Weg in den Süden noch frei
Te Anau: 1 Ü Kiwi Holiday Park

Milford Sound: 2 Ü Milford Sound Lodge Campsite
2 Übernachtungen bis Queenstown frei
Queenstown: 1 Ü Lakeview Holiday Park

Franz Josef: 2 Ü Rainforest Holiday Park

Pancake Rock: 1 Ü Puakaiki Beach Camp

Abel Tasman: 2 Ü. Marahau Beach Camp

1 Ü. Wharakiri Beach Holiday Park

1 Ü Pohara Beach Top 10 Holiday Park

1 Ü Motueka Top 10 Holiday Camp

Picton: 1 Ü Top 10 Holiday Park
Wellington: 2 Ü Airbnb Unterkunft

Tongariro NP. 2 Ü Whagapapa Holiday Park
3 Übernachtungen Taupo, Coromandel, bis Piha frei
Piha Beach 1 Ü Piha Beach (angefragt)
Waitangi/ Pahia 2 Ü Waitangi Top 10 Holiday Park
3 Übernachtungen Cape Reinga und Kauriwald
Orewa: 1 Ü Orewa Beach Top 10 Holiday Park

Auckland. 2 Ü Best Western President
Zusätzlich noch:

Zugfahrt zum Arthur’s Pass,

die Fähre von Picton nach Wellington,

Milford Sound Cruise,

Shuttle zum Tongariro Alpine Crossing Walk

Die Reise beginnt:

Singapur

So, für alle, die auf den ersten Teil des Reiseberichtes warten. Hier jetzt endlich der Anfang. Flugmäßig ging alles glatt. Ankunft in Singapur pünktlich und selbst in Economy gute Sitze. Ich habe den Flug fast völlig verschlafen (obwohl vor uns ein Kind die ganze Nacht gebrüllt hat 🙈-ich habe gute Noisereduction-Kopfhörer.)

Es ist über 30Grad und schwül – also ideales Wetter, um durch die Stadt zu rennen 😂. Im (sehr guten) Hotel Marina Mandarin bekommen wir morgens um 7:30Uhr schon sofort unser Zimmer. Super! Dann los – Jetlag können wir uns zeitlich nicht leisten (ich bin ja ausgeschlafen 😉).

Erst zum Marina Sands auf die Aussichtsplattform, um im Morgenlicht schöne Fotos zu machen. Dann einmal um die Marina herum. Lunch in einer Art Diner am Fullerton Hotel – leider die erste negative Erfahrung, nich zu empfehlen. Weiß der Teufel welche Hähnchenteile die da zum Burger verarbeitet haben.Weiter geht’s zur Orchard Road – d i e Einkaufsmeile. Aber für uns reicht es, einmal dort entlang zu gehen. Wir lernen langsam, wie die U-Bahn funktioniert.Im Hotel drehen wir eine Runde im wirklich schönen Pool und ruhen uns etwas aus, bevor wir zur Marina zurückgehen und dort in einem Foodcourt eine Chilicrab essen.Ist schon seltsam, während bei uns Winter ist, sitzen wir hier im Shirt draußen. Danach gibt es noch eine Lasershow und bei den Gardens Of The Bay eine Lichtershow. Jetzt aber erst mal schlafen. Wir sind 19,6 km gelaufen und es ist jetzt 10 Uhr😴

Am nächsten morgen früh raus ( wir haben die ganze Nacht durchgeschlafen) und sich mit dem tollen Frühstücksbuffet stärken. Um 9 Uhr kommt der Shuttle zur Stadtrundfahrt. Diese ist sehr gut, geführt von einer Deutschen, die dort wohnt (Agentur RMG – die haben uns schon vom Flughafen geholt). Wir sehen nochmal die Marina, dann Chinatown, Little India und den botanischen Garten und hören in 3 1/2 Stunden viel geschichtliches, politisches und aktuelles in amüsanter Form. Dabei ist das Ganze mit nur 13 Leuten sehr entspannt. Wieder zurück fahre ich nochmal allein zum shoppen nach Little India. Danach eine Runde im Pool, bis es anfängt zu schütten. Es hört leider auch bei der Nightsafari im Zoo nicht auf zu regnen, die aber ohnehin enttäuschend ist. Chinesisches Disneyland mit Dauerbeschallung, leuchtenden Selfiehandies und schnatternden Touristenmassen. Tiere haben wir kaum gesehen. Davor Ess-Stände, die man im weiten Umkreis riecht. Teuer! Touristenabzocke inzwischen. Der Kölner Zoo und Hannover sind m.E. besser. Es regnet auch noch auf der Rückfahrt.

Am nächsten Morgen aber wieder Sonne. Frühstück (das reicht bis Nachmittag), auschecken, Koffer deponieren. Wir bekommen noch den Poolschlüssel und WIFI- Code, damit es uns bis Abends noch gut geht. Wir besuchen die Gardens Of The Bay mit Skywalk, Flower Dome und Cloud Forest Dome. Sehr interessant und belehrend, was den Umgang mit der Umwelt betrifft. Das relativiert sich aber gleich wieder: ein Mädchen (Chinesin) pflückt Orchideen für Ihr Haar (merkt keiner) und die Recyclingboxen werden alle in eine Müllsack gekippt. Ich frage den Typ, wieso er die doch schon getrennten Dinge nicht separat einsammelt, worauf er lachend sagt „no, all in here“ (Die thailändischen Gastarbeiter werden wohl nicht richtig angelernt. Den Nachmittag verbringen wir entspannt am Pool, bis das Shuttle uns holt – asiatische Gelassenheit: 2 1/2 Std vor Abflug- mein Adrenalinspiegel steigt. Aber das reicht völlig. So schön der Transitbereich in Singapur ist, so öde ist der Bereich nach dem Checkin – nicht mal ein Restaurant, sondern nur Stühle.

Der Flug ist wieder ganz ok. Ich schlafe durch und wache morgens entspannt kurz vor Christchurch auf. Trotz aller Unkenrufe über den neuseeländischen Zoll, gibt es kein Problem. Wanderschuhe sind sauber genug, Medikamente haben eine Verordnung und Haribo dürfen rein. Der Drogenbeagle umkreist uns nur freundlich einmal schwanzwedelnd – Willkommen in Neuseeland! Es empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein und 25 Grad.

Christchurch

Wir nehmen den Supershuttle (stehen draußen vor dem Flughafen – Vans mit Gepäckanhänger), der uns für 16$ p.P. zu unserem Hotel (City Centre Motel / Columbus Rd.) fährt. Auch hier halten wir uns nicht lange auf. Wir laufen in die Stadt (10min) und erkunden Christchurch. Es ist ein Trauerspiel, die Erdbeben von 2010 und 2016 haben fast die ganze Innenstadt zerstört. Die Kathedrale liegt immer noch in Schutt und Asche. Viele Häuser sind abgestützt, stehen leer. Aber die Kiwis sind kreativ. Anstelle des zerstörten Einkaufszentrums stehen bunte Container auf einem Platz. Viele Restaurants sind wieder eröffnet. Trotz der vielen Baustellen lohnt es einen Besuch.

Ein kleiner Tourvan (Hasslefree Tours) holt uns am Morgen um 7:25 Uhr zu einem Ausflug nach Kaikoura ab. Mit uns fahren noch 11 Leute. Es geht durch die Canterbury Hights über die gerade wieder eröffnete, vom Erbeben 2016 zerstörte Straße. In Kaikoura geht es auf ein kleines schnelles Boot zum Whalewatching. Wir sehen 2 Pottwale und einen Buckelwal, eigentlich nicht so viel, wie wir an anderen Stellen schon gesehen haben, aber dafür große Schulen von Delfinen, die sogar springen. Nach der Rückkehr empfiehlt uns Julia, die den Ausflug geleitet hat die New Regent Street zum Abendessen. Durch die vielen Baustellen ist es schwierig, etwas zu finden, aber mit Google Maps erreichen wir unser Ziel und essen im Casa Publica (Mexikaner) Rippchen – superlecker!

Am nächsten Tag holt uns wieder unser Shuttle ab ( diesmal schon um 6:55 Uhr!) und fährt uns für 7,50$ zum Bahnhof. Heute geht es mit dem Panoramazug in 2 1/2 Stunden zum Arthur’s Pass in den neuseeländischen Alpen.Nachdem ich der indischen Großfamilie hinter uns  klargemacht habe, dass es nervt, wenn die Kinder laut irgendwelche blöden Zeichentrickfilme sehen, wird es eine schöne entspannte Fahrt. Dort üben wir schon mal mit einer kleinen Wanderung zum Devils Punchbowl. Es ist allerdings sehr heiß und es geht recht langsam voran. Leider sehen wir keine Keas, die dort eigentlich immer vorhanden waren. In der I-Site sagt man uns, dass sie nur noch selten kommen. Sie seien sehr vom Aussterben bedroht. Gerade als wir wieder in den Zug eingestiegen sind, geht ein heftiges Gewitter los, so dass der Zug warten muss.Mit 45 Minuten Verspätung erreichen wir Christchurch. Diesmal sind wir zu müde für ein Restaurant. Da wir heute Mittag im Wobbly Kea Fish und Chips gegessen hatten, reichen uns unsere Reste Käse und Cräcker. Schade, die Tage in Christchurch sind jetzt auch schon vorbei und morgen holen wir den Camper.

Blick aus dem Zug
Kirche am Arthurs Pass

Der Roadtrip beginnt.

Unser Shuttle steht schon vor der Tür, als wir um 8:30 Uhr rauskommen. Das klappt wirklich hervorragend und ist billig (Supershuttle oder Airportshuttle). Bei Apollo geht zwar alles zügig, aberwitzig bekommen statt den vermeintlich gebuchten neuen Wagen einen alten, schon ziemlich angeranzt mit 125000km mit Steinschlaglöchern in den Fenstern und ziemlich verwohnten Innenteilen.Dann suchen wir einen Supermarkt, finden aber keinen, wo man den großen Wagen parken kann. Wir fahren also einfach los.

Erster Stop: Governors Bay. Im Café She Chocolat auf der Main Road essen wir Suppe und Sandwich und trinken ihre berühmte Schokolade (ich die Version Volcano mit Chili) – lecker!

Zweiter Stop: Fotos auf dem Aussichtpunkt bei Hilltop Tavern.

Dritter Stopp: Molkerei Barry’s Bay Cheese. Dort kann man sehen, wie sie Käse machen und diesen auch probieren und kaufen (viele leckere Sorten). Außerdem haben sie noch vieles, was dazu gehört: Chutney, Cracker, Wein. Unser Abendessen ist gerettet!

Vierter Stopp: Akaroa. Im dortigen Supermarkt finden wir alles, was wir brauchen. Unser Endziel ist der Top 10 Holiday Park, wo wir einen der schönsten Stellplätze in der ersten Reihe über der Bucht bekommen. In der Abendsonne genießen wir den Wein mit Käse und Zubehör nachdem wir eine Runde im Pool gedreht haben. Eine Herausforderung ist noch der Aufbau des Bettes, aber auch das ist bald erledigt. Es sieht sehr gemütlich aus. Gute Nacht!

Lake Tekapo

Es war eine ruhige Nacht, aber es wurde kalt, so dass wir froh über die dicke Decke waren. Der Morgen begrüßt uns wieder mit strahlendem Sonnenschein. Unser Camper ist so geparkt, dass wir hinten am Tisch frühstücken können bei weit offener Hecktür mit Aussicht auf die Bucht. Schöner geht es nicht. Frisches Obst Müsli und Joghurt – das geht schnell. Wir haben heute einen weiten Weg vor uns. Um halb 10 geht es los zum Lake Tekapo. Ein Tipp ist der Stopp in Geraldine um im Café Verde zu Mittag zu essen. Man sitzt in einem schönen Garten und die Snacks zum Lunch sind sehr gut. Am Lake Tekapo kommen wir um 15.30 Uhr an, gefahren sind wir 282 km – mit dem Camper dauert das länger als man denkt. Zum Glück sind alle Chinesenbusse schon weg und wir können die Nachmittagssonne an der Church of the good Shepherd für schöne Bilder nutzen, ohne dass uns ständig Leute durchs Bild laufen. Da es noch früh ist, fahren wir noch 40 km weiter zum Lake Pukaki, um den Freedom Stellplatz zu suchen, der im WoMo-Reiseführer empfohlen wird. Eine traumhafte Stelle direkt am See! (von der SH 8 vor dem See rechts in die Hayman Rd abbiegen.Stellplatz ohne Beschilderung nach  etwa 2-3km links. Etwa 10 Stellplätze ohne sanitäre Anlagen. Man kann im See baden oder einfach nur den Sonnenuntergang genießen. Der Ausblick über den stahlblauen See auf den schneebedeckten Mt. Cook ist unbeschreiblich! Es ist ungewöhnlich warm. Nach den 35 Grad am Tag sind es bei Sonnenuntergang immer noch 28 Grad. Durch den Wind sind auch weniger Plagegeister (Sandflies, Mücken) unterwegs. Allerdings legt sich der Wind mit dem Sonnenuntergang fast völlig.

An der Ostküste

Der Morgen bietet noch einmal grandiose Ausblicke. Allerdings kommen bald Wolken auf. Wir frühstücken in der Sonne und machen uns ziemlich bald auf den Weg. Als wir losfahren schlafen die aus dem anderen Bus noch. Es ist kurz nach 8 Uhr. Wir halten erst mal bei der I-Site, um die sanitären Anlagen zu benutzen. Unser „Bad“ wollen wir nur im Notfall benutzen. Weiter geht‘s über Twizel Richtung Südost zur Küste. Kurz nach Twizel ist eine Lachsfarm, wo wir uns mit frischem und geräuchertem Lachs eindecken. Während ich bezahle, benutzt Peter den Probierstand zum zweiten Frühstück. Es schmeckt aber auch zu gut. Etwas weiter bin ich dann dran mit Probieren. Wir halten an einem Weingut und wollen ein paar Flaschen kaufen. Peter muss ja fahren und trinkt einen Kaffee. Der Wein ist in NZ nicht billig, selbst im Supermarkt bezahlt man mindestens 13 $ (etwa 7€). Hier kaufen wir drei Flaschen für 50$. An vielen schönen Stauseen fahren wir weiter durch die Berglandschaft. Kurz vor Oamaru treffen wir auf die SH 1, die nach Süden führt. Wir machen einen ausgiebigen Stop in den hübschen Städtchen Oamaru mit seinen viktorianischen Häusern. ( Victorian Precinct) Hier hat kein Erdbeben eine Zerstörung angerichtet wie in Christchurch. Oamaru ist Hauptstadt des Steampunk und wir besuchen das Steampunk HQ, eine Mischung aus Museum und Interaktivcenter. Davor ist eine riesige Dampflok, die aussieht, als wolle sie gleich gen Himmel starten. Mit 2$ kann man sie „dampfen“ lassen. Mir hat es besonders die „Dampforgel“ angetan, an der man mit Geräuschen und Tonfolgen seine eigene Komposition spielen kann. Draußen im Hof steht noch ein Zug und mehrere Maschinen, die uns an den Film Waterworld erinnern. Und innen ist eine Art Spiegelkabinett.Überall Fantasiefiguren und Puppen mit alten Kleidern. Wir schlendern weiter über die Harbour Street mit ihren alten Häusern und essen in der Markethall leckere Pasteten und Salat zu Mittag. Für später kaufen wir in der Harbour Street Bakery leckeres frisches Brot und Croissants mit Marzipan und Pudding.Kurzer Abstecher an den Hafen, aber dann müssen wir zurück, weil unser Parkschein abläuft. Die Pinguinkolonie besuchen wir nicht mehr, weil es noch zu früh ist (sie kommen erst abends).

Wir fahren weiter zu den Moeraki Boulders, runde Riesenkugeln, die im Meer liegen und bei Ebbe freigelegt werden. Pech, ist gerade Flut – oder doch kein Pech, denn uns gefallen die nur halb rausschauenden, vom Wasser umspülten Kugeln als Fotomotiv  fast besser, zumal dann auch keine Touristen dazwischen herumlaufen. Die Leute aus den vielen chinesischen Bussen halten sich an den Uferrand gequetscht auf. Wenn man die Schuhe auszieht und keine Angst vor nasser Kleidung durch die Brandung hat, kann man durchs (erstaunlich warme) Wasser waten und hat niemanden vor sich. Es sind wieder 35 Grad und das Fußbad sehr willkommen.

Auf dem weiteren Weg über die SH 1 folgen wir dem Wegweiser „Katiki (Lighthouse-) Point“. Der Leuchtturm liegt in einem Schutzgebiet für Robben und Pinguine. Man muss vom Parkplatz aus ein wenig über unebenes Gebiet laufen, aber es lohnt sich. Wir sehen unzählige riesige Robben und -ganz unerwartet für diese Uhrzeit- zwei große Pinguine. Glück gehabt! Wir beobachten die Tiere lange.

Um 18 Uhr kommen wir in Dunedin an. Die Fahrt mit dem Camper durch diese sehr hügelige Stadt ist eine Herausforderung. Wir verpassen die von Google Maps angegebene Abbiegung. Google Maps ist eigentlich sehr gut. Mit den Offlinekarten kann man so gut navigieren, dass wir uns gar nicht erst mit den Funktionen des Navis an Bord beschäftigen. Aber jetzt sucht es einen neuen Weg und das ist hart! Es hat uns zwar nicht durch die steilste Straße der Welt, der Baldwin Street, geleitet, aber ich glaube, durch die zweitsteilste. Mein Adrenalinspiegel steigt konstant, während Peter zum Glück ganz ruhig bleibt. Im Auto ist inzwischen eine Sauna – die Klimaanlage packt die 36 Grad nicht mehr. Ich bin schweißgebadet, als wir das Schild „Aaron TOP 10 Lodge and Holiday Park“ sehen. Die Einfahrt ist aber so schmal, dass wir sie 2mal verpassen, weil wir denken, dass kann nicht sein. 3 mal wenden im Stadtverkehr – immer mehr Schweißperlen tropfen von meiner Stirn. Peter rangiert souverän endlich vor die Reception. Wir sehen viele Camper dicht gepackt. Bitte, lieber Gott, lass noch was frei sein. Wir haben Glück! Wir bekommen wieder einen Eckplatz. Gegenüber die Bucht ist nicht besetzt, so dass wir rückwärts einrangieren können. Wie wir hier wieder rauskommen, darüber machen wir uns morgen Gedanken. Jetzt stehen wir erst Mal. Strom anschließen, Badesachen raus und erst mal in den Pool, leider diesmal nur ein kleines Hallenbad, aber sauber und kühles Wasser am ganzen Körper. Ich entspanne mich langsam. Es wird ein schöner lauer Abend. Ich brate in der Küche des Campingplatzes ganz bequem unseren Lachs mit frischen Tomaten und wir setzen uns damit an die kleine Tisch/Bank Kombi die vor unserem Platz steht. Zusammen mit dem frischen Brot, Butter und Salz und einem Glas Wein schmeckt es hervorragend. Wir sitzen noch lange in kurzen Sachen draußen und genießen den Abend während unsere Wäsche in der Laundry wäscht. Für Morgen ist Regen und Kälte angesagt. Mitten in der Nacht höre ich das Prasseln und das Wasser spritzt mir durch die Dachklappe ins Gesicht. Ich friere. Schnell die Klappe zu, in die Decke eingerollt und weiterschlafen. Eigentlich ganz gemütlich.

Am nächsten Morgen hat es immer noch nicht aufgehört. Es ist mit 14 Grad heute 20 Grad kälter als gestern und es schüttet wie aus Eimern.Wir frühstücken erst mal. Als es kurz vor der Auscheckzeit immer noch schlimmer wird mit dem Regen beschließen wir, eine weitere Nacht hier zu bleiben und abzuwarten. Eine gute Entscheidung. Es regnet den ganzen Tag in gleicher Intensität weiter und stürmt zwischendurch. Jetzt sind wir froh, dass wir nicht auf freiem Gelände stehen, sondern geschützt. Zum Glück ist Toilette, Dusche und Küche genau gegenüber. Aber selbst in den paar Sekunden ist man pitschnass. Wir machen es uns mit einer DVD im Camper gemütlich.Essen haben wir noch genug und endlich finden wir mal die Zeit, Bilder zu sichern, Tagebuch und Blog zu schreiben usw. Peter muss am Nachmittag mal raus, sich bewegen, zieht Regenjacke und Hose an, nimmt meinen Wasserrucksack und geht im nahen Supermarkt für heute Abend und morgen Suppe, Chips, Kaffee und Saft holen. Wir haben zwar den Räucherlachs, aber heute muss was Warmes dazu. Völlig durchweicht kommt er zurück. Wir machen einen Heizlüfter an, um die Sachen zu trocknen. Gut dass der da ist – ich wollte ihn erst nicht mitnehmen! Jetzt ist es abends 6 Uhr. Es ist eine Spur heller geworden und regnet nicht mehr ganz so stark. Sollte das etwa das Ende der Sintflut sein?

Auf dem Campingplatz in Dunedin

Richtung Catlins

Am nächsten Morgen regnet es nur noch leicht und wir machen uns früh auf zum Taiaroa Head, der Spitze der Otago Peninsula, wo das Albatross-Zentrum ist. Die Straße dorthin ist sehr kurvig und eng. Neben mir fällt die Böschung ungesichert steil zum Meer ab. Ich nerve Peter durch meine Panik, weil er so weit links fährt. Ich bin froh, dass wir auf dem Rückweg dann „nur“ die Felswand neben uns haben. Bei der Führung zu den Albatrossen haben wir großes Glück. Erstens kommt die Sonne raus und zweitens fliegen mehrere der majestätischen Vögel vor unserem Lookout herum, was schöne Fotos erlaubt. Leider ist die Zeit zu kurz. Aber trotzdem hat es sich gelohnt. Es sind so schöne Tiere! Für die 50$ p.P. darf man noch nicht mal auf den Hügel zu der ausgestellten Kanone. Das ist Nepp!

Albatross

Da das Wetter einigermaßen hält, halten wir doch noch am  Larnach Castle. Auch hier wieder Eintritt bezahlen. Der Tourismusmainstream hat uns eingeholt – hier sind sie wieder, die Busse, die die Horden direkt vor der Tür ausspucken. Mit Geduld bekommen wir ein Foto ohne Bus und Menschen. Im Innern ist alles schön kitschig ( ein schottisches altes Schloss) und vom Turm hat man eine Rundumaussicht auf die Gegend. Immer wieder regnet es leider.

Larnach Castle

In der Stadt ist es nicht lustig mit so einem Bus die Hügel rauf und runter zu fahren. Deshalb halten wir nicht mehr in Dunedin und fahren weiter in den Süden mit einem kurzen Stopp im Supermarkt und an der Tankstelle. Am Nugget Point Lighthouse hoffen wir auf blaue Pinguine, aber es sind keine da. Die Rangerin sagt, dass sie nicht weiß, wann sie heute kommen. Gestern wäre es halb 9 gewesen. So lange können wir aber nicht warten, wenn wir nicht an der Straße übernachten wollen. Also zum Kaka Point Campground. Es regnet schon wieder und es ist kalt. In der Nacht wird es so eisig, dass ich ein paar Fleece-Lagen zulegen muss. Am Morgen dann ein Hoffnungsschimmer in Form von ein paar zögerlichen Sonnenstrahlen. Aber immer wieder Schauer und Kälte. Die Wasserfälle am Wegesrand, bei wenigstens etwas Licht wären es schöne Motive, fallen buchstäblich ins Wasser. An den Cathedral Caves wollen wir aber unbedingt halten. Der Weg hinauf ist ganz schön eng, aber oben ist ein großer Parkplatz. 5$ p.P. kostet das Parken.Großes Glück: es ist gerade Ebbe, denn man kann nur zwischen 2 Stunden vor und nach der Ebbe dort hin. Man sollte auch die Hinweise am Tor beachten: 1 Stunde Hin- und Rückweg. Der geht steil bergab, und zurück auch wieder hinauf. Wenn man nicht rechtzeitig oben ist, wird man (kostenpflichtig) geholt. Wir haben mit dem Laufen von Höhle zu Höhle unten gut 2 Stunden gebraucht. Dabei haben wir auch gesehen, dass nach der zweiten Höhle eine Klippe ist, bei der das Wasser schon 30 Minuten nach Ebbe wieder hinkommt. Man sollte also am besten spätestens genau bei Ebbe zuerst bis hinten laufen und die vorderen Höhlen zuletzt anschauen (man kann zurück allerdings auch durch Wasser waten, so hoch steht es nicht.)

Curio Bay

Wieder oben angekommen fahren wir durch bis Curio Bay. Den Campground hatten wir nicht vorgebucht, aber es war kein Problem, einen Stellplatz zu bekommen. Der Platz ist neu gemacht mit einem schönen Sanitärblock, Küche und Laundry. Man kommt nur mit einem Code rein, weil sonst, wie wir hören, alle illegalen Freedomcamper der Umgebung (und das sind viele), dort duschen, kochen und waschen würden. WIFi funktioniert nur im Café oben. Es ist ein schöner Stellplatz, von hohem Schilf umgeben und wir sitzen in der Sonne, nachdem wir den Nachmittag am Strand verbracht haben und den Hectordelfinen zugeschaut haben, die man vom Ufer aus sieht. Schwimmen trauen wir uns nicht, weil es noch sehr kühl ist, aber wir sehen, wie die Delfine freiwillig ganz nah an die Schwimmer rankommen. Wir genießen die Sonne. Leider sind keine Seelöwen zu sehen, die dort oft am Strand liegen sollen. Am Abend haben wir eine Pinguin-Tour gebucht. Außer uns ist noch ein Paar aus Holland mit Baby da und ein Mann, von dem man nicht weiß, ob er dazu gehört oder Gast ist. Der Guide (er spricht katastrophales Kiwienglisch, bemüht sich aber sehr, dass wir ihn verstehen) führt uns erst in die Ausstellung am Visitorcenter, wo eine sehr gute Medienshow gezeigt wird. Dann gehen wir draußen am Schilf vorbei und erzeigt uns ein (großes!) Pinguinjunges, das dort in einem Nest sitzt. Die Pinguine am Strand sind noch nicht da. Daher Plan B: Wir gehen auf einem Naturewalk durch den Living Forest, wo er uns die einheimische Flora und Fauna erklärt.. Als wir wieder am Strand durch den Petrified Forest gehen, zeigt er uns direkt am Anfang ein Pingiunpaar mit einem Jungen. Es sind Gelbaugenpinguine und sie sind größer als ich dachte. Es ist lustig, den putzigen Tieren mit dem Fernglas  zuzuschauen. Allerdings sind sie zu weit entfernt, um sie zu fotografieren. Selbst mit Teleobjektiv erscheinen die auf dem Bild noch klein. Etwas weiter sind eine Ansammlung von Menschen am Strand, die alle in dieselbe Richtung schauen. Auch dort ist eine Pinguinfamilie zu sehen. Erstaunlich, wie sie die steilen Felsen hochhüpfen können. Wir schauen Ihnen lange zu und gehen dann den Weg zwischen dem Schilf zurück, wo wir ein weiteres Tier liegen sehen. Bevor wir zum Camp zurückkehren, spazieren wir nochmal am Strand vorbei. Die Delfine schwimmen immer noch, aber auch jetzt ist kein Seal zu sehen.

Curio Bay

Weiter zum Milford Sound

Auch diese Nacht wird wieder sehr kalt, aber gut eingepackt lässt es sich aushalten. Wir haben am nächsten Morgen keine Lust, selbst Frühstück zu machen und gehen in das Café. Eggs Benedikt, Bacon, Scrambled Eggs – lecker und viel. Das reicht bis heute Abend. Schade, dass wir diesen schönen Ort so bald schon wieder verlassen müssen. Weiter geht es an Invercargill vorbei nach Te Anau, wo wir am frühen Nachmittag eintreffen. Ein netter Ort mit vielen schönen Cafés und Restaurants. Obwohl es Sonntag ist, sind die Geschäfte offen und wir machen einen Bummel durch die Stadt. Hier ist es deutlich wärmer und die Sonne schaut durch die Wolken, aber es gibt immer wieder Schauer. Wir buchen eine Tour für den Abend zu den Glowwormcaves  (mit etwa 50$ recht teuer) und essen recht früh im Fat Duck Pub sehr gut zu Abend ( Hamburger und Seafoodshowdwer). Die Glowwormcaves-Tour ist ganz nett. Auffällig ist, dass die meisten Teilnehmer Chinesen sind. Es geht erst über den See, wo uns die ganze Zeit ein riesiger schöner Regenbogen begleitet und dann in ein Visitorcenter, wo wir in Gruppen zu 14 Leuten eingeteilt werden. Wir versuchen, nicht wieder ( Trauma aus Singapur…) in eine Gruppe mit ständig schnatternden und Selfie-machenden  Asiaten hineinzugeraten. Wir müssen durch eine Höhle mit sehr niedrigem Eingang und dann fährt uns ein kleines Boot weiter durch die Grotte. Die wie LEDs leuchtenden Larven der Pilzmücke sind faszinierend, aber die Fahrt ist sehr kurz (10-15Minuten). Trotz striktem Foto und Filmverbot leuchtet in der Hand einer Frau neben Peter ein helles Display. In der sonst stockfinsteren Höhle ist das störend. Manche Touristen sind einfach nur bescheuert. Diesmal war es aber keine Asiatin! Am Ende der Tour nochmal ein Naturewalk mit Erklärungen, dann geht es mit dem Boot zurück nach Te Anau. Im Lokal „The Ranch“ trinken wir draußen noch einen Absacker bevor wir müde in unser – zum Glück schon gemachtes – Bett fallen.

Wir wachen auf mit dem schon bekannten Plätschern. Wo kommt das ganze Wasser nur her? Da es nur im Hauptgebäude WIFI gibt, packen wir unsere Frühstückssachen in eine Kiste und frühstücken in der – eigentlich gemütlichen – Küche. Rührei, Toast und Manuka Honig haben wir im Vorrat. Bei dem Regen machen wir nichts mehr in Te Anau, sondern fahren die Milford Sound Road entlang. So schade, dass fast alles in den Wolken liegt und eigentlich keine Aussicht irgendwo ist. Lediglich an den Mirror Lakes halten wir, weil dort ein winziger Sonnenstrahl aus den Wolken schaut und ein Minimum an Spiegelung zulässt. Als wir wieder wegfahren wollen, kommt uns die Selfiefraktion entgegen. 6 Riesenbusse haben asiatische Reisegruppen ausgespuckt, die sich den schmalen Weg hinunter wälzen. Sieht aus, wie eine Schlange vor einer Phantasialandattraktion. Wir lachen und machen, dass wir wegkommen. Kurze Zeit später überholen uns ein paar von den Bussen, die die Passstraße in halsbrecherischem Tempo hinunter heizen – Zeit ist Geld! Halten -Selfie – weiter. Es regnet immer mehr. Selbst die Keas auf den Parkplätzen am Weg und am Tunnel haben sich verkrochen. Mittags sind wir an der Milford Sound Lodge. Enttäuscht stelle ich fest, dass man schwer zu Fuß zum Schiffsterminal kommt. Es sei denn man läuft 2 1/2 km über die vielbefahrene Straße hinunter. Es gibt zwar einen Shuttle, aber der fährt seltenen und man rät uns, mit dem Auto zu fahren. Schlechter Rat um 1 Uhr. Touristenalarm! Kein Parkplatz frei. Wir stellen uns auf einen Park and Ride Platz und machen erst mal Mittagspause. Es fängt an zu stürmen und noch mehr Regen – Milford Sound, wie er im Buche steht! 320 Tage Regen im Jahr! Wir fahren zum Campground zurück und setzen uns in die Lobby. Dort gibt es (Sateliten-) WIFi und das erste Mal nicht „free“. Wir kaufen 100MB für 10 $ und stellen erst mal alle automatischen Updates aus. Nach einer Stunde Mails, Facebook usw entscheiden wir uns, doch nochmal runter zu fahren. Es regnet nur noch wenig im Moment. Jetzt, nach 16 Uhr, sind viele Parkplätze frei – aber auch das Café schließt um 5 😖😏 Wir schauen uns das riesige Terminal für die Ausflugsschiffe an und suchen, wo wir morgen hin müssen. Es kommen ein paar Schiffe zurück. Wieder viele Asiaten, nass wie die Katzen. Uhh, hoffentlich wird das morgen besser! Es ist sonnigeres Wetter angesagt, aber das ist hier nie sicher. Zurück auf unserem Campingstellplatz schnell Strom an, Heater an ( und den wollte ich eigentlich nicht mitnehmen, das wäre ein böser Fehler gewesen!). Ein kleiner Aperitif tröstet uns über das wieder stärker gewordene Gepladder hinweg. Um 7 haben wir im Restaurant der Lodge einen Tisch bestellt zum Abendessen – ein wenig Luxus brauchen wir heute.

Zwei Tage hatte ich keine Zeit zu schreiben, weil sehr viel los war. Das Essen in der Lodge (Rehfilet) war übrigens sehr gut. Der Koch kann sich sowohl in Präsentation als auch im Geschmack mit Sterneköchen messen. Und dabei ist der Preis in Anbetracht der Lage human. 152 $ (etwa 75 Euro für 2 mal Vorspeise (Spargelsuppe mit Knoblauchbrot) und 2 mal Hauptspeise (Reh mit Süßkartoffelpüree, Zucchini und leckerem Thymianjus, ein Dessert Cheesecake mit Früchten (reicht für 2), ein Esspresso, und eine ganze Flasche Wein dazu. Was für eine Überraschung am nächsten Morgen! Strahlend blauer Himmel! Es ist zwar nur 4 Grad, aber das ist egal. Wir essen ein schnelles Müsli und fahren zum Hafen. Parkplätze sind noch genug frei. Und da ist er, der Mitre Peak in voller Größe. Gestern war er versteckt in den Wolken. Wir machen eine ganze Reihe Superfotos bei dem Licht. Auf der Milford Sound Cruise haben wir uns einen Platz ganz vorn ergattert. Das Licht ist unglaublich- wir können es nicht fassen. Auch gibt es keine schnatternden Selfiegruppen auf dem kleinen Boot. Es wird eine entspannte Fahrt, die wir sehr genießen. Robben aalen sich in der Sonne und Möwen umkreisen die Felsen. Die Wasserfälle sind aufgrund der vielen Niederschläge letzte Woche sehr wasserreich und glänzen im Morgenlicht. Am Schluss setzt uns das Boot noch am Underwaterobservatory ab, wo man die Tiere beobachten kann, die dort schwimmen. Wir sehen aber nur ein paar kleine Fische, einen kleinen Stingray und einen riesigen Seestern. Dann holt uns für das kleine letzte Stück das große Schiff ab, voll mit Menschen und mit einem Buffet an Bord. Wer will bei so einer Fahrt Zeit mit einem Buffet vergeuden? Wir hatten kaum Zeit, unser Lunchpaket zu essen. Wieder zurück im Terminal trifft uns der Schlag. Hunderte schnatternder Touristen, in der Mehrzahl Asiaten wuseln durch die Halle – und da sind sie wieder: die Selfiestickfetischisten. Wir machen, dass wir wegkommen. Den Nachmittag nutzen wir, die Milfordsound Road nochmal bis zur Divide zu fahren und an allen schönen Punkten Fotos bei bestem Licht zu machen. Wir stellen uns am Hollyford Overlook (da wo keine Busse hindürfen) direkt an die Kante mit dem schönsten Ausblick und trinken erst mal Kaffee und essen die Reste unseres Lunchpaketes. Auf dem Rückweg gehen wir nochmal den kleinen Weg zu den Chasm (Stromschnellen) hinein. Es ist ein wunderschöner Tag. Wir übernachten wieder auf demselben wunderschönen Campground.

Weiter nach Wanaka

Am nächsten Tag müssen wir uns beeilen, denn wir haben eine sehr lange Strecke (382 km) vor uns bis Wanaka. Eigentlich war das anders geplant, aber wir haben uns kurzfristig entschlossen, den den Rob Roy Glacier Track zu gehen. Nach Queenstown bleibt dafür keine Zeit. Wir halten nur nochmal hinter dem Homer Tunnel, weil dort endlich die langersehnten Keas zu beobachten sind. Wirklich lustig, wie sie versuchen, das dort geparkte Auto zu zerlegen ( unseres stand weit genug weg 😉).

Dann halten wir nochmal bei den Mirror Lakes. Dieses Mal machen sie ihrem Namen im Sonnenschein alle Ehre. Kaum jemand ist so früh schon unterwegs – bis zu diesem Punkt. Wir hören Sie schon von weitem. Ein Bus ist angekommen. Schnell weg hier. Auf dem kurzen weiteren Weg begegnen uns 16 Busse, die von Te Anau aus auf dem Weg zum Sound sind.

Im weiteren Verlauf sehen wir zu, dass wir Strecke gewinnen und halten nur nochmal in Athol, um in einem Café etwas zu essen. Gegen 3 Uhr sind wir am Lake Wakatipu. Da wir hier nicht mehr hinkommen, wenn wir nach Queenstown fahren, machen wir ein paar Fotos und lassen Queenstown links liegen, um weiter nach Wanaka zu fahren. Da Peter schon seit mehr als 5 STD am Steuer sitzt (reine Fahrtzeit), wollen wir nicht über den Pass auf der Crown Range Rd, sondern durchs Tal fahren. Schlechte Idee! Erst mal ist es 40 km weiter und dann gibt es eine Baustelle in der Mitte, bei der die Ampel kaputt ist und nur den Gegenverkehr fahren lässt. Das kostet uns 50 Minuten Wartezeit. Um halb 6 sind wir dann am Wanaka Kiwi Holiday Park. Zum Glück haben sie noch einen Stellplatz frei. Wir tauschen sogar nochmal, weil der erste zu eng ist. Um 18 Uhr fährt ein Shuttle in die Stadt. Ist zwar etwas knapp, aber wir schnappen unsere Sachen und fahren mit. Leider sind wir nicht auf die Idee gekommen,  Badesachen einzustecken. Am Strand vor den Lokalen ist viel los und es wäre eine schöne Erfrischung So gehe ich kurz bis zum Knie ins Wasser und dann setzen wir uns mit eine Cola auf die Steine am Strand und schauen dem Treiben zu – auch schön! Zum Abendessen leisten wir uns ein Restaurant. Auf der Terrasse des „Brown Trout“ essen wir hervorragend Fisch, trinken einen Wein und schauen auf den Lake Wanaka. Zurück gehen wir den Strand entlang bis zum berühmten Wanaka Tree, der in der Abendsonne noch äußerst fotogen dort steht und dann sitzt da noch ein Pianist mit seinem Klavier direkt am Ufer und spielt. Ein schöner Tagesausklang. Zurück zum Campingplatz müssen wir nur noch 5 Minuten vom Strand hoch durch eine Park laufen.



Am nächsten Morgen fällt uns ein, dass zu Hause ja Weiberfastnacht ist. Karneval ist hier völlig unbekannt. Um 8:50 Uhr holt uns der Shuttle, den die Dame an der Reception gestern für uns gebucht hat zu unserer Wanderung ab. Es geht 25 km am See vorbei und auf ziemlich hubbeligen Schotterwegen, durch mehrere Furten in ein Tal zum Raspberry Flat Parkplatz, wo der Rob Roy Glacier Track beginnt. Es heißt, 3 h Return wäre die Wanderzeit. Wir haben 5 Stunden Zeit, bis der Shuttle wieder da ist, und die brauchen wir auch fast! 3 Stunden ist für die Wikinger Wanderfreaks, die hochlaufen um des Laufens Willen. Dann darf man aber keine Pause machen, keinen Fotostopp und kann oben nicht lange die Aussicht genießen. Wir lassen uns Zeit. Es ist sehr warm, aber der Wanderweg läuft im Schatten des Waldes lang, was sehr angenehm ist. Manchmal muss man schon etwas trittfest sein und es gibt einige steile Stücke, aber die Aussicht auf den Gletscher ist unbeschreiblich. Leider sind die Keas, die hier oft sein sollen nicht zu sehen.

Rob Roy Glacier Track

Queenstown mit Hindernissen

Eigentlich wollten wir heute noch schwimmen gehen, aber Peter will nicht mehr laufen, so setzen wir uns mit einem Eis vor den Camper in die Sonne und vertrödeln so auf angenehme Art den restlichen Nachmittag. Abends essen wir die Reste unseres Räucherlachses, der immer noch super schmeckt (er war ja eingeschweißt). Der nächste Tag ist mein Geburtstag. Das erste, was ich sehe, ist ein Video, in dem unser Sohn, Schwiegertochter und Enkel mir ein Ständchen bringen. Mir kommen die Tränen, weil ich sie so vermisse. 6 Wochen sind doch lang! Auf dem Rückweg nach Queenstown, wo wir für den Abend im Skyline Gondola oben auf dem Berg ein (Geburtstags-) Essen gebucht haben. Wir nehmen diesmal die Passstraße, die Crown Range Rd stellen fest, dass sie wunderschön und trotz der Kurven gut zu fahren ist. Wir halten am historischen Hotel Cardrona an, aber zum Mittagessen ist es zu früh.

Etliche Lookouts geben den Blick frei auf das unten liegende Queenstown und den See. Es ist nicht mehr so warm und es ziehen ein paar Wolken auf, aber es ist noch schönes Wetter. Wir checken ein auf dem Lakeview Holiday Park, der direkt zwischen Stadt und Gondel liegt. Aber er ist sehr eng und voll, und sie haben sogar noch die Grasflächen zwischen den Stellplätzen, die man anderswo zum Sitzen benutzen kann, als Parkplatz für kleinere Autos vermietet😏. Den See sieht man auch nicht, aber für eine Nacht ist es ok, denn er ist sauber und nachts auch ruhig. Sofort wollen wir die Tickets abholen für den Abend. Aber wir kommen nur 50 m weit. Aus mir völlig unverständlichen Gründen, falle ich vornüber auf den Asphalt des Bürgersteiges. Als Peter mich aufhebt, sieht er, dass ich eine Platzwunde an der Braue habe. Mir ist auch ganz übel und schwindelig. Glück im Unglück – das Medical Care Center ist genau gegenüber.  1 1/4 Stunden später und um 270$ ärmer verlassen wir es wieder. Die Wunde ist versorgt, geklebt, getapt und ich soll mich wegen Gehirnerschütterung ruhig verhalten. Und das an meinem Geburtstag 😭. Statt rumzulaufen, setzen wir uns in ein ruhiges Lokal (Eichardts Grill) und essen und trinken eine Kleinigkeit, machen dann mit dem alten Dampfschiff TSS Earnslaw eine Rundfahrt über den See. Ein kurzer Gang noch durch die Stadt, die aber sehr wuselig ist, dann machen wir uns fertig, um gegen 7 die Gondel auf den Berg zu nehmen. Das Buffet der Skyline Gondola ist überraschend sehr gut! Fisch, Fleisch, Suppen , Salate, Desserts in riesiger Auswahl. Es hat 107$ pP. für einen Fensterplatz (das lohnt sich aber!) gekostet und eingeschlossen ist noch ein Cocktail als Aperitif und die Gondelfahrt. Oben kann man außer ein paar Fotos nicht viel machen, wenn man kein Adrenalinjunkie ist. Bungee, Slipline, Gocart und Mountainbike den Berg hinunter, alles nichts für mich (besonders heute). Aber es gibt WIFi und ich lese alle Glückwünsche derer die zu Hause an mich gedacht haben. Das Buffet ist das beste, was ich je gegessen habe und die Aussicht so grandios, dass ich meine Verletzung fast vergesse. Peter bestellt noch eine Flasche Wein und es ist ein schöner Geburtstag.

Hier haben wir uns nicht angestellt, obwohl es hier die besten Burger der Welt geben soll…

Westküste und Franz Josef Gletscher

Wieder ist ein Tag rum und morgen haben wir erneut eine lange Strecke vor uns bis zum Franz Josef Glacier. Auf der Fahrt dorthin ist wieder Superwetter und nach dem Haastpass an der Küste gibt es einige schöne Stellen. Gegen 5Uhr sind wir am Fox Glacier. Einen Tipp des WoMo Reiseführers fahren wir statt rechts zum Gletscher nach links zum Peak View Point. Dort sehen wir dann den Fox Gletscher in gesamter Länge in der Abendsonne.

Weiter geht es die letzten 23 km zum Franz Josef Gletscher. Jetzt machen wir einen entscheidenden Fehler, den wir aber erst am nächsten Tag bemerken werden. Da es schon nach halb 6 ist und Peter den ganzen Tag gefahren, bleiben wir auf dem sehr schönen Campingplatz  und erholen uns auf der Terrasse der Monsoon Bar. Wir hätten aber besser noch die Sonne nutzen sollen und zum Gletscher fahren, denn morgen sollte es den ganzen Tag regnen, aber das wissen wir noch nicht. Am Abend treffen wir uns mit Bekannten (einer ehemaligen Schülerin mit ihrem Freund, die hier einen Work and Travel Aufenthalt machen und die im Camp nebenan arbeiten. Es ist ein so schöner Abend, warm, ohne viele Sandflies und wir sitzen lange noch draußen vor dem Camper, umringt von Regenwald-Bäumen.

Als wir morgens wach werden, macht der Regenwald des „Rainforest Retreat Holiday Park“ seinem Namen alle Ehre. Es schüttet wie aus Kübeln und hört den ganzen Tag nicht mehr auf. Ich wasche alles, schreibe den Blog weiter, es wird Mittag, wir machen was zu essen, trinken Kaffee, es plätschert munter weiter wie vor einer Woche in Dunedin, nur dass es hier nicht so windig und kalt dabei ist. Am Nachmittag fahren wir in den Miniort und füllen schon mal Lebensmittel auf, tanken und schauen uns an, wo der Gletscher sein könnte. Die Wolken hängen fast bis zum Boden. Wir machen eine optionale Buchung  für einen Rundflug morgen früh – falls das Wetter gut ist. Manchmal geht das hier ja sehr schnell, so wie am Milford Sound. Mal sehen, was morgen kommt. Leider macht das Wetter uns am nächsten Morgen einen Strich durch die Rechnung. Um 7 Uhr ist zwar der Himmel noch blau, aber es ziehen immer mehr Wolken rein und um 10 Uhr regnet es wieder. Die Hubschrauber fliegen nicht. Wir wollen dennoch ein Stück in das Tal laufen, um vielleicht doch noch einen Blick auf den Gletscher zu werfen. Erst mal ist der Parkplatz schon voll, aber finden noch ein Plätzchen am Straßenrand. Als wir dann losgehen, regnet es heftig. Den Schirm, den wir gestern gekauft haben (damit man nicht immer auf dem Weg zur Dusche pitschnass wird), haben wir im Auto gelassen. Also Regenjacken an und weiter. Am ersten Lookout kann man dann tatsächlich den Gletscher sehen zwischen den Wolken. Nach der nächsten Kurve gibt es 3 Wasserfälle. Wir gehen soweit, bis man den ersten Fluss überqueren muss ( auf Steinen). Zumindest haben wir ihn gesehen, denken wir und kehren um. Zum Glück werfen wir nochmal einen Blick zurück- in einem Wolkenloch bestrahlt doch tatsächlich die Sonne noch den oberen Teil und auch die Wasserfälle sehen jetzt besser aus. Das war doch noch ganz nett, auch wenn leider der Flug nicht geklappt hat.

Die Straße nach Süden ist am Morgen noch gesperrt und der Rückstau verursacht ein Hindernis bei der One Lane Bridge, bis ein Autofahrer mitdenkt und nicht auf die Brücke fährt, obwohl er Vorfahrt hätte. So können wir in Richtung Norden fahren. In Hokitika machen wir eine Pause, schlendern durch den Ort und betrachten am Strand die Treibgutskulpturen. Wir essen etwas in der Stella Käserei und fotografieren den berühmten Turm auf der Hauptstraße. Es folgen ein paar sehr schöne Fotostopps. Beim letzten macht es mir dann Peter nach und fällt hin. Er ist mit dem Fuß umgeknickt und auf die Hand gefallen. Beides ist zumindest verstaucht, aber kein Arzt in der Nähe.In der Abendsonne erreichen wir die Pancake Rocks und können ohne Touristentrubel noch ein paar schöne Fotos machen. Nur die Blowholes machen leider ihrem Namen keine Ehre. Peter läuft tapfer die ganze Runde mit, obwohl Fuß und Hand schmerzen.

Das Punakaiki Beach Camp, unser Ziel für heute, ist nur 1 km weiter. Dazwischen ist bei dem Unwetter vor 3 Wochen die Hälfte der Straße weggebrochen und damit auch der Gehweg vom Camp zu den Rocks. Als müssen wir morgen früh nochmal dorthin fahren. Ich verpasse Peter eine zur Handbandage umfunktionierte Fußstütze, Voltaren und die Tabletten, die ich eigentlich in Queenstown bei meinem Unfall verschrieben bekommen habe. Jetzt sind wir quitt! Meine Wunde schmerzt nicht, aber das Duschen mit dem Pflaster ist etwas mühsam. Mein Auge wird immer blauer, tut aber nur noch weh, wenn ich daran komme oder mich drauflege. Ich kann mich nicht auf die rechte Seite legen, Peter nicht auf die linke. Aber das hindert uns nicht daran, nachmittags nochmal an den Strand zu gehen und am Abend dort den wunderschönen Sonnenuntergang zu genießen. Vorsorglich haben wir unsere Stühle mit an den Strand genommen ( Rentner halt… Aber neben uns sitzen auch welche auf Stühlen). Peters Fuß schmerzt sehr. Ich habe schon Angst, dass ich unser Monstrum fahren muss. Als wir am nächsten Morgen wieder zu den Rocks kommen, ist es bewölkt und das Licht nicht so schön wie gestern. Gut gemacht diesmal, zuerst dort zu halten! Obwohl Flut ist, geben die Blowholes leider nur ein kleines Röcheln von sich. Na ja, dann weiter. Zum Glück ist Peters Fuß erstaunlich besser, aber die Hand nicht, sie wird dick und blau.

Sonnenuntergang am Punakaki Beach Camp

Nach Marahau zum Abel Tasman National Park

Wir beschließen, in Westport einen Arzt aufzusuchen, aber die Praxis ist etwas merkwürdig. Nur eine Frau an der Reception, die sagt, der Arzt mache einen Patientenbesuch und wolle danach eigentlich zum Lunch. Sie wollte ihn anrufen, aber Peter ist ungeduldig (wir haben heute fast 300 km vor uns). Wir gehen in die Apotheke und holen eine richtige Bandage und fahren weiter. Ausgerechnet heute viele Serpentinen.

An der Swingbridge am Buller Canyon machen wir Halt. Ich möchte sie fotografieren, aber Peter kauft einfach ein Ticket (10$ p.P.) und wir gehen rüber. Es ist nicht so schlimm wie ich dachte und man hat einen tollen Blick in die Schlucht. Dann halten wir nochmal in Murchison, um etwas zu essen und fahren dann durch bis Marahau. Die Strecke ist zwar sehr schön, zieht sich aber sehr, eine weitere Übernachtung wäre vielleicht sinnvoll gewesen. Wir sind um 17.15 Uhr im Marahau Beach Camp und buchen gleich ein Wassertaxi für morgen früh zur Anchorage Bay. Unser ursprüngliches Vorhaben, von dort zurückzulaufen, geben wir wegen Peters Verletzung auf und kaufen ein Returnticket.

Buller Canyon

Der Platz ist sehr schön und wir können uns richtig ausbreiten. Sehr gute Duschen. Aber einen Nachteil hat der Platz. Die Sandflies und ab der Dämmerung die Mücken fressen uns bald auf. Selbst Peter hat etliche Stiche. Die jucken höllisch. Sandflies sind heimtückisch! Man sieht sie kaum, weil sie aussehen und schweben wie unser Fruchtfliegen.

Der nächste Tag wird traumhaft schön. Das Wassertaxi lädt uns an Land auf, es steht auf einem Anhänger, der von einem Traktor gefahren wird. Etwa 20 Stück haben sie davon. Er fährt, je nach Wasserstand bis ans Meer und hängt das Boot dann ab. Nach einer kurzen Sightseeingtour über den Splitrock und einige Buchten setzt er uns in der Anchorage Bay ab. Es ist jetzt 11.30 Uhr. Wir haben bis 16 Uhr Zeit. Wir spazieren über den Lookout in die nächste Bucht, die etwas ruhiger ist (ohne ständige Wassertaxis), essen unser Lunch, liegen in der Sonne und genießen den Tag. Peter geht sogar ganz ins Meer zum Schwimmen. Etwas später begeben wir uns nochmal in die erste Bucht und warten auf das Boot. Zum Glück, ist es etwas bewölkt den ganzen Tag, so dass wir keinen Sonnenbrand bekommen. Heute Abend gehen wir im „Hooked“, dem Restaurant am Camp essen. Sehr gut! Morgen geht es weiter nach Wharakiri Beach.

Wharakiri Beach

Wir trennen uns nur ungern von der schönen Stelle hier (trotz der biestigen Sandflies und Mücken). Die Fahrt nach Wharakiri Beach führt mit einigen tollen Lookouts (Hawks Lookout z.B., zu dem man allerdings 10 Minuten laufen muss) über einen äußerst steilen und kurvigen Pass in 800m Höhe in die kleine Stadt Takaka. Die vielen bunten Läden mit wallenden Shirts und Kleidern geben ihm ein Hippieflair. Wir wollen einen zweiten Versuch machen, mit Peters Hand zum Arzt zu gehen, finden aber keinen. Die vielen Serpentinen, die er souverän mit einer Hand lenkt, lassen mich erschaudern. Wir kaufen noch im dortigen Supermarkt und Liquorstore ein paar Vorräte (auch hier giert es wieder hervorragendes Rinderfilet, das billiger ist als bei uns. Am Ender der Straße, am „Spit“ angekommen, wollen wir im Spitcafé noch die Aussicht in der Nachmittagssonne ausnutzen, aber der Parkplatz ist proppenvoll und ein Mann scheucht uns auch noch von der einzigen Lücke weg, weil wir dort nicht stehen dürften. Wir beschließen, die 6km zum Campingplatz weiterzufahren. Der liegt wirklich sehr schön, aber wir bekommen, obwohl so viel noch frei ist, einen winzigen Platz in der hintersten Ecke – so eng, dass man sehr rangieren müssend keinen Tisch mehr rausstellen kann. Neben uns 3 Männer in einem Camper mit Partymusik. Wir packen schnell unsere Sachen und gehen zum Strand. Das ist ein etwa 20 minütiger Spaziergang durch Schafswiesen und Dünen. Sehr schön, aber nicht unanstrengend. Wharakiri Beach ist einfach nur ein Traum. Es ist gerade Ebbe und vor uns liegt ein unendlicher Strand mit tollen Felsformationen und Höhlen. Wenige Leute, die dort liegen oder spazieren. In einem kleinen Pool spielen junge Robben. Ich kann mich gar nicht trennen von dem Anblick.

Hawks Lookout
Wharakiri Beach

Leider ist es schwierig, bis zum Sonnenuntergang hier zu bleiben, weil man dann im Dunkeln den Weg zurück finden muss. Aber leider stellt sich uns die Frage nicht, weil am Abend immer mehr Wolken aufziehen. In der Enge unseres Stellplatzes kochen wir nicht. Wir haben noch genug Käse und Zutaten zum Abendessen. Und wenn man hinten in dem Camper die Tür aufmacht, ist es fast als säße man draußen. Ein wenig störend ist die Musik des Nachbarcampers. Zum Glück sind die Männer, die eigentlich ganz nett sind, in der Nacht ruhig. Dafür bellt aber ein paar Mal ein Hund so laut, dass man wach wird. Und mitten in der Nacht regnet es wieder durch die Luke in mein Gesicht. Es schüttet die halbe Nacht und wir befürchten schön, dass es so weiter geht. Wir werden wach und es regnet immer noch, aber es tun sich schon Wolkenlöcher auf. In der Dusche laufen ein paar Pfaue herum und auf dem Platz frisst gerade ein Pferd den Müll unserer Nachbarn, die die Tüte unters Auto gelegt hatten. Eine junge Frau und ich schaffen es nicht, ihm die Plastiktüte aus dem Maul zu nehmen. Es wird sehr unleidlich. Also wecken wir die Männer – ist ja Ihr Müll. Schnelles Müslifrühstück und dann zweiter Versuch mit dem Spitcafé. Diesmal sind wir allein dort. Und die Sonne ist herausgekommen, so dass wir die Aussicht bei einem Kaffee genießen können.

Pohara Beach und Motueka

Den Weg zurück kennen wir ja schon. Kurz vor Takaka geht ein Abstecher nach Pohara Beach, unser heutiges Ziel. Das sind nur 68km. Eigentlich hatte ich das als Strandtag eingeplant, aber einen Strand gibt es dort nur bei Ebbe. Dann aber nasser Untergrund, so dass man sich nicht dort hinlegen könnte. Das Meer ist dann ganz weit weg. Zum Schwimmen ist die Stelle nicht geeignet. Sehr unruhig bei Flut und sehr weit weg und niedrig bei Ebbe. Ganz wenige trauen sich ein Stück hinein und ein Kitesurfer. Schön ist es dort trotzdem. Wir sitzen bei Flut auf einer Bank am Rand, essen im netten „Penguin“ Café, entspannen auf unserem, im Gegensatz zu gestern riesigen, schattigen Stellplatz, waschen mal wieder (unsere Wäsche kann man hier auf großen Leinen in der Sonne im Wind trocknen). Abends braten wir unsere Steaks und gehen zum Sonnenuntergang nochmal an den Strand. Obwohl es die Ostseite ist, sieht es schön aus, wie die Sonne hinter den Bergen versinkt. Gut eingesprüht sitzen wir mit unserer Lampe noch lange draußen. Wir trinken die Flasche Champagner, die Peter für meinen Geburtstag vorgesehen hatte, die wir dann aber nicht geöffnet hatten, weil mir nach meinem Sturz nicht danach war, auf Michaels Wohl. Der hat heute Geburtstag und wir sind leider nicht da. Wir können unseren Sohn aber anrufen, denn hier klappt ausnahmsweise das Internet mal gut. Auch am nächsten Morgen scheint die Sonne. Wir haben wieder nur eine kurze Strecke vor uns bis Motueka. Das hätten wir aber besser anders geplant und in Nelson nochmal eine Übernachtung gebucht, denn hier ist eigentlich nichts. Die kleine Stadt ist super zum Auffrischen der Vorräte (brauchen wir nicht) oder tanken (haben wir gerade). Schwimmen kann man nur im von Kindern bevölkerten kleinen Pool. Der Campingplatz selbst (Top 10 HP) ist jedoch schön angelegt. Wir können uns einen schattigen Platz selbst aussuchen (möglichst nicht genau neben Pool oder Hüpfburg). Was sie aber heben, sind 2 große Ärztehäuser und 6 Apotheken. Das nutzen wir aus, um endlich Peters Hand untersuchen zu lassen. Die Ärztin wirkt kompetent und wir müssen (trotz Samstag) nicht lange warten. Sie diagnostiziert einen Haarriss in einem Gelenkknochen und verpasst ihm eine andere Bandage. Mehr könne man zu diesem Zeitpunkt nicht machen. Er soll in 6 Wochen zu Hause kontrollieren lassen. Das Ganze kostet umgerechnet etwa 35€ und die Bandage nochmal so viel. Unser Hautarzt zu Hause würde uns dafür nicht mal die Hand geben…Wir gehen zum Lunch in die „European Bakery“ (sehr empfehlenswert)! Dann schlendern wir zum Meer durch ein Villenviertel mit tollen Häusern. Zurück am Campingplatz wagen wir uns doch kurz zur Erfrischung in den Pool. Ganz ok, wenn auch voll. Dann vertrödeln wir gemütlich den Nachmittag im Schatten, schreiben, lesen. Als TOP 10 Member habe ich hier soviel GB Internet, dass wir alles mal hochladen können. Am Abend müssen wir anfangen unsere Vorräte zu reduzieren, weil wir in Wellington 2 Tage in einem B&B wohnen. Morgen geht es nach Picton und dann übermorgen auf die Fähre zur Nordinsel.

Picton und mit der Fähre nach Wellington

Früh machen wir uns auf den Weg, weil wir noch über Nelson fahren wollen. Dort sind wir schon früh beim World of WearableArt Museum. Der Parkplatz ist noch ganz leer. Das Museum zeigt neben einer stattlichen Zahl an Oldtimern viele ausgefallenen Kostüme auf irgendwelchen Shows. Super! Sollte man sich nicht entgehen lassen.

Auf dem weiteren Weg kommen wir an der Pelorusbridge vorbei. Von der Brücke springen darf man nicht mehr, aber wir sehen viele, die von den Felsen in die vom Fluss ausgewaschenen Pools springen. Es ist tolles Wetter und wieder einmal habe ich das Gefühl, dass es schön wäre, mehr Zeit zu haben um einen Badestopp einzulegen.

Au der Pelorusbridge

In Havelock, der Muschelstadt Neuseelands, essen wir zu Mittag Muscheln und Muschelsuppe. Dann geht es weiter auf dem spektakulären Queen Charlotte Drive an den Marlborough Sounds vorbei mit vielen tollen Outlooks. Wir sind schon relativ früh in Picton und entspannen erst mal eine Runde am Pool ( diesmal ganz ohne schreiende Kinder). Ein deutsches Paar hat neue Nachrichten über den Zyklon Gita, der heute und morgen erwartet wird. Wir bangen um unsere Überfahrt morgen. Wir schlendern noch etwas durch die Stadt. Leider ist es Sonntag und die Geschäfte sind geschlossen. Nachdem wir ein wenig im Park am Hafen die Sonne genossen haben, essen wir im Seabreeze Café an einem Tisch draußen sehr gut zu Abend und sehen den Fähren beim Auslaufen zu.

Wellington

Auch der nächste Morgen ist noch sonnig und warm. Wir sind zeitig an der Fähre, die auch pünktlich losfährt. Es ist eine ruhige See und Sonne. Wir sitzen die erste Zeit draußen, weil es eine sehr schöne Strecke durch den Sound ist. Als die Fähre die Tasmansee erreicht, gehen wir runter ins Lokal, um etwas zu Mittag zu essen. Jetzt bekommt man endlich auch einen Platz dort. Bevor wir in die Bucht bei Wellington einlaufen, gehen wir wieder nach oben. Es ist merklich windiger geworden, aber die See ist immer noch ruhig. Pünktlich kommen wir in Wellington an. Auch das Ausladen geht erstaunlich schnell.

Mit Google Maps finden wir gut den Weg zu unserem B&B in der Vorstadt Karori. Leider stimmt die Aussage „no problem, you can park in our road“ erst mal gar nicht. Voller Autos ist die Straße und noch eine Baustelle. Wir kurven rum und stellen uns erst mal auf die Hauptstraße auf einen zeitlich begrenzten Parkplatz. Von da laufen wir zum Haus. Nach dem Einchecken, bei dem der Vermieter entgegen der Internetrezensionen zwar ganz nett ist, aber keinesfalls so entgegenkommend und kommunikativ wie beschrieben. Seine Frau bekommen wir gar nicht zu Gesicht. Frühstück weiß er nicht, soll wohl ins Zimmer gestellt werden ( Rezension im Internet lautet anders. Zudem stellen wir später fest, dass es aus ein paar Brötchen, Milch, Kaffee, Joghurt besteht ( das ist noch ok) und 4 Aufstrichgläsern, in denen schon Generatonen rumgestochert haben. Die eine Marmelade ist schimmlig und das Marmiteglas und die Erdnussbutter sehen nicht einladend aus. Gut dass wir noch eigene Sachen haben. Um zu duschen muss man nach draußen, durch ihre Küche wandern. Das finden wir auch nicht so doll. Inzwischen ist die Baustelle geräumt und wir stellen den Camper vor das Haus. Wenigstens das hat geklappt. Wir packen gar nicht viel aus, sondern fahren mit dem Bus in die Stadt. Die Verbindung von hier ist wirklich sehr gut. (10$ Tagespass) Zu unserem Glück frage ich einen Mann, wo wir aussteigen müssen, der sich dann als „Walkingguide“ entpuppt, uns wertvolle Tipps und einen Stadt Plan gibt. Er rät in Anbetracht des angekündigten Wetters erst mit der Cable Car hochzufahren und durch den botanischen Garten hinunter zu spazieren, solange noch Sonne ist. Dann in die Cuba Street zum Essen und morgen (bei Regen) ins Te Papa Museum und ins Parlament. Genau so machen wir es und es wird ein netter Nachmittag und Abend, auch wenn die Aussicht von oben nicht ganz so grandios ist, wie sie es ohne Wolken wäre. Wir essen bei Murphy’s, einem Pub in der Cuba Street mit leckerem Bier und Essen. Glück für uns: heute ist 2 für 1 Tag und wir bezahlen nur das teurere Essen. Der Bus bringt uns Abends auch wieder zum Haus zurück.Wir versuchen, im Internet etwas über den nahenden Zyklon rauszubekommen, aber das WIFI klappt nicht. Wieder ein Minuspunkt. Dafür haben wir einen Fernseher, aber heute Abend finden wir keine Nachrichtensendung mehr. In der Nacht fängt es an zu regnen. Zum Glück berichtet das Frühstücksfernsehen über das Wetter. Für Wellington ist im Moment nur Starkregen. Wir ziehen Regensachen an, nehmen den Schirm und fahren zum Te Papa Museum. Das ist wirklich toll. Wir sind schon früh da, und so können wir entspannt die Kriegsausstellung anschauen. Beeindruckende Darstellungen, diese überlebensgroßen Figuren. Wir erfahren viel, was wir noch nicht wussten. Auch die anderen Ausstellungen sind super gemacht, Infos über Naturgewalten, Maoris, Flora und Fauna. Nach fast 3 Stunden schwirrt uns der Kopf und wir essen im Café erst mal was. Es ist voll geworden inzwischen. Eine der Ordnerinnen nennt das Museum „den größten Regenschirm von Wellington heute“. Nach dem Essen nehmen wir die restlichen Ausstellungen in Angriff. Man könnte Tage hier verbringen. Um 3 verlassen wir das Museum, schlendern, weil es nur wenig regnet im Moment am Meer vorbei zurück in die Stadt zum Parlament. Leider gibt es keine Führung mehr, aber wir dürfen nach strengen Sicherheitsmaßnahmen auf die Galerie zum Zuhören. Lustig, wie bei uns im Bundestag, einer redet über einen Gesetzentwurf, die wenigen Leute, die da sind, gähnen, unterhalten sich, daddeln auf dem Handy… Wir verstehen nicht viel, aber schon das Zuschauen ist einen Besuch wert. Zum Abschluss bummeln wir durch die Geschäfte und bewegen uns noch mal zur Cuba Street. Bei Murphy’s trinken wir erst mal was, um das Internet zu nutzen. Ich frage in die Neuseelandgruppe bei Facebook, ob jemand ein schönes Lokal auf der Cuba Street kennt und bekomme prompt Antwort: „Flying Burrito Brothers“. Perfekt, das ist ein paar Häuser weiter. Allein wären wir da wahrscheinlich nicht reingegangen, da kein Mensch zu sehen ist. Das Lokal ist aber im Keller – und da bekommen wir einen netten Tisch, sehr leckeres mexikanisches Essen und einen Margharita-Pitcher. Heute kommen wir nicht mehr trocken nach Hause. Es gießt immer mehr und der Schirm hat wegen des Windes keine Funktion mehr. Aber die Bushaltestelle ist nah und vom Bus zum Haus auch nur ein kleines Stück. Internet geht immer noch nicht. Wir hoffen morgen auf TV- Nachrichten. Die Nacht wird unruhig, es stürmt, aber im Bett in einem festen Haus macht uns das nichts aus. Wir machen uns nur Sorgen um den Apollo – eben war schon Wasser innen auf dem Boden. Woher? Alte Karre halt.

Tongariro Nationalpark

Am Morgen ist das Schlimmste überstanden, im TV sehen wir die Bilder der Schäden. Puh, Glück gehabt. Im Abel Tasman, wo wir vor 2 Tagen noch waren ist es am Schlimmsten und alle Campgrounds sind geschlossen. Vor Punakaiki sitzen Touristen in einem Bus fest. Häuser stehen unter Wasser und Straßen sind unpassierbar. Auf der Nordinsel ist allerdings auch die Straße betroffen, auf der wir heute Richtung Norden wollen. Ich frage den Vermieter -den ich erst wecken musste- warum das Internet nicht geht? Da fällt ihm ein, dass er das Passwort geändert hat. Super! Aber wenigstens haben wir jetzt den aktuellen Straßenbericht. Google Maps schlägt uns eine Alternative vor. Zum ersten Mal ist das ein Reinfall. Sonst ist die App immer super. Wir fahren statt gesperrter Küstenstraße Richtung Upper Hut. Es ist eine kurvige Straße, aber Peter hat normalerweise kein Problem damit. Lediglich die angeknackste Hand ist hinderlich. Erst als wir nach einer Stunde oben (auf dem Pass) ankommen, sehen wir ein Schild: „Don’t follow GPS – Road not suitable for Longvehicles“. Na toll, umkehren? Peter fährt weiter, aber das war die Härte. Enge Serpentinen ohne Ende, steil hoch oder runter, oft einspurig, aber es kommen Autos entgegen. Links Felswand, rechts Abgrund oder umgekehrt. Ein paar Mal denke ich, dass es nicht gehen kann, aber Peter fährt unbeirrt weiter, rangiert in Millimeterarbeit an den anderen Fahrzeugen vorbei, während ich tausend Tode sterbe. Aber wir kommen tatsächlich unbeschadet unten an. Ich bin schweißgebadet. Nicht mal ein Foto habe ich unterwegs gemacht. Peter meint nur, es sei eine schöne Straße. Für die 40km haben wir über eine Stunde gebraucht. Zum Glück geht es nun auf großen Highways weiter und entspanne mich langsam. In Taihape, kurz vor dem Tongarironationalpark, bin ich endlich so weit, dass ich ein Mittagessen genießen kann. Als wir ankommen am Whagapapa Holidaypark ist es halb 4. Er liegt wunderschön unter Bäumen. Das erste, was wir sehen ist, dass unser Shuttle morgen wegen Schlechtwetter gecancelt ist. Das erspart uns Diskussionen über die Kosten, die wir jetzt zurück bekommen. Peter wäre nicht gegangen und ich war mir noch unsicher, ob ich es allein wagen soll. Das Problem hat sich jetzt gelöst. Ich bin aber dennoch traurig, weil das eine Aktion war, auf die ich mich sehr gefreut hatte. Wir fragen im Visitorcenter nach,ob es noch einen Flug über die Vulkane gibt, weil für nachmittags besseres Wetter angesagt ist, aber sie vertrösten uns auf morgen, wenn man das Wetter und die Sicht besser einschätzen kann. Wir verbringen den Nachmittag und Abend mit diversen Sachen, wie Waschen, Bilderordnen und schauen endlich das Ende des Films „Der mit dem Wolf tanzt“ an. Mehr als eine Stunde hatte ich bisher nicht durchgehalten und ehrlich gesagt, finde ich ihn immer noch nicht so super… Nachts regnet es wieder, und auch am nächsten Morgen hört es nicht auf. Wir lassen uns Zeit mit einem guten Frühstück, duschen, räumen auf und gehen nochmal zum Visitorcenter. Sie bietet uns einen Flug um 15 Uhr am Freitag an, aber da wollen wir eigentlich schon weg sein. Und wir wollen nicht hier den Tag vertrödeln und bis 14 Uhr warten, ob der Flug stattfindet. Was morgen früh geht, weiß man noch nicht, wir sollen vor 9 nochmal kommen. Es wäre wirklich schön, wenn wir die Berge wenigstens von oben sehen könnten, wenn wir schon nicht hoch können. Am Mittag hört es fast auf zu regnen und wir wagen es, zu dien Taranaki Falls zu wandern. Ein sehr schöner Track, wenn auch die vielen Wolken die Aussicht auf die Berge verhüllen. Wenigstens der Wasserfall zeigt sich in schönem Licht. 3 Stunden sind wir unterwegs.

Dann gönnen wir uns im Chateau Tongariro, einem alten Nobelhotel mit etwas verblassendem Charme ein echt britisches High Tea zum späten Mittagessen. Wir sitzen in plüschigen Sesseln, trinken Tee aus typisch englischem (seeeehr buntem) Porzellan und der Kellner bringt uns eine Etagere mit kleinen Häppchen ( Minisandwiches mit Lachs, Chicken, Trüffel, Ei, Scones mit Sahne und Konfitüre, Macarones, Windbeutel, Creme brûlée, Heildelbeertörtchen – alle im Miniformat), während wir die Aussicht auf die jetzt ein wenig in der Sonne liegenden Berge genießen. Der größere hat immer noch eine Kappe aus dichten Wolken. Obwohl es wenig aussieht, bin ich satt danach. Wir gehen noch den „Nature Walk“ entlang und als sich wieder Wolken verdichten machen wir es uns mit Musik und WIFI im Camper gemütlich bis Peter plötzlich um halb 8 sieht, dass die Sonne draußen ein schönes Licht gibt. Wir gehen nochmal raus und tatsächlich zeigt sich uns nicht nur das Hotel im Abendlicht, sondern auch die Wolken heben sich für einen kurzen Moment über die Berggipfel, die im Licht wunderschön da liegen. Wenigstens schöne Bilder konnten wir heute noch machen!

Chateaux Tongariro

Als wir zurückkommen wird es schon dunkel – und kalt. Ich wärme eine Suppe auf. Viel Hunger haben wir nicht mehr. Wir sichern noch die Bilder und ich schreibe über den Tag, damit wir es noch hochladen können. 2GB bekommen wir hier jeder – ganz ungewöhnlich viel für einen Campingplatz. Wir gehen schlafen in der Hoffnung, dass es mit dem Flug morgen vielleicht doch noch klappt. War das eine kalte Nacht! Zum ersten Mal habe ich in meinem Schlafsack eine lange Hose und eine Fleecejacke an. Der Morgen begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein. Schnell gehe ich zum Visitorcenter um nach einem Flug zu fragen, während Peter den Wagen startbereit macht. Erst mal Enttäuschung- der einzige freie Flug ist um 16 Uhr. Eigentlich wollten wir da schon weg sein. Hinter mir warten mehrere Touristen wie die Geier auf die freien Flugplätze. Ich treffe die Entscheidung, den Flug zu buchen. Peter findet das gleich gut und wir verlängern unseren Campingplatz- zum Glück geht das. Wir müssen nur den Stellplatz wechseln. Dann machen wir erst mal die Wanderung zu den Silice Rapids. 3 Stunden sind wir unterwegs. Tolles Wetter, so macht es Spaß.

Nature Walk

Diesmal kurzes Lunch am Camper und dann fahren wir erst mal raus aus dem Park. Es ist noch zu früh für den Flugplatz und so schauen wir uns im 8km entfernten Nationalpark Village um. Nichts los da, die machen ihr Geschäft in der Skisaison. Wir finden ein offenes Café, das „Schnapps“ heißt und aussieht wie eine Skihütte – es riecht auch so. Aber wir bekommen einen Kaffee. Gut dass wir dann etwas früher zu unserem Sightseeing Flight am Flugfeld sind. Statt der angekündigten zwei fliegt nur eine Maschine und die nach uns kommen, müssen warten. Es ist ein tolles Erlebnis. Superlicht, ganz nah fliegt er über die Crater und den Alpine Crossing Track. Der Schwefelgeruch steigt bis ins Flugzeug. Die Emerald Lakes glänzen in der Sonne. Wegen aufkommender Wolken fliegt er nicht mehr über den Ruapehu, aber uns ging es ohnehin um den Tongariro und den Ngauruhoe. Sehr kulant: wir bekommen die 100$ für den dritten Gipfel wieder. Es ist jetzt fast 5 Uhr, eigentlich zu früh zum Abendessen, aber wir fahren nochmal zum Nationalpark Village. Dort ist ein Supermarkt, wo wir unsere Vorräte auffrischen, dann sparen wir morgen Zeit. Dann gehen wir ins Eivins Bistro auf Empfehlung essen. Ganz ok dort. Auf dem Rückweg ins Whagapapa Village ist ein tolles Abendlicht. Peter fährt nicht sofort ins Camp, sondern 6km weiter die Straße hoch ins Skizentrum am Ruapehu. Wir sehen jetzt, dass wir da am Tag mit einem Sessellift hätten hochfahren können. Schade – zu spät, aber wir machen ein paar tolle Fotos. Von hier sieht man den Tongariro in voller Größe von der Sonne angestrahlt. Kurz sitzen wir dann noch vor dem Camper, aber es wird kalt, so dass wir es uns drinnen gemütlich machen. Ein toller Tag war das heute.Morgen geht es aber weiter Richtung Lake Taupo. Irgendwo müssen wir den Extratag hier einsparen. Mal sehen.

Thermalgebiete und Coromandel

Ungern verabschieden wir uns von diesem schönen Ort. Wir fahren die Te Ponanga Saddle Road (SH 47) Richtung Norden. Kurz, bevor wir auf die SH 41 treffen, zeigt uns ein Lookout einen schönen Überblick über den Lake Taupo. An diesem fahren wir 50 km entlang bis zur Stadt Taupo, ein typisches Seebad mit vielen Cafés und einer schönen Uferpromenade. Wir nehmen uns die Zeit für einen kurzen Kaffee und ein Stück Banana Cake, bevor wir weiter Richtung Roturua fahren. Wir fahren den Highway entlang, an dem die ganzen Thermalspots aufgereiht liegen. Man könnte hier auch 2-3 Tage verbringen, wenn man alles sehen möchte. Da es sehr heiß ist und uns nicht nach Hotpools ist, lassen wir die schon mal aus. Von den anderen Schwefelpools und Sinterterrassen besuchen wir nur das  Wai-O-Tapu Thermal Wondeland. Wir haben mit vielen Bussen gerechnet, aber es ist zum Glück verhältnismäßig wenig Betrieb. Es bietet mit seinem Champagnerpool , den Terrassen und Devil‘s Bath einen guten Überblick. Der Schwefelgeruch hängt uns allerdings noch bis zum Abend in der Nase. Die anderen Gebiete sind wahrscheinlich auch interessant, aber da wir vor 2 Jahren schon in Island solche Gebiete zur Genüge gesehen haben, fahren wir hier weiter. Auch Roturua lassen wir rechts liegen, da wir auch über die Maoris schon im Te Papa Museum viel gehört haben und die touristischen Hakavorführungen nicht so unseres ist. Außerdem kommen wir noch nach Waitangi. Mit diesen Abstrichen kommen wir nach fast 400km gegen 5 in Waihi Beach an der Bay of Plenty an. Es ist Samstag und viele Einheimische unterwegs. Wir ergattern den letzten Stellplatz im Waihi Beach TOP 10 Holiday Park. Der aber ist sehr schön. Durch den Campingplatz fließt ein kleiner Fluss, in dem unzählige Aale schwimmen (die hauseigenen „Peteels“, die sogar gefüttert werden dürfen). An dem Fluss ist unser Stellplatz mit Blick auf den Strand. Die Sonne scheint und man könnte dort schwimmen. Wir begnügen uns mit Sonnenbaden und durchs Wasser waten, weil die Wellen sehr hoch sind und Peter mit seiner angeknacksten Hand kein Risiko eingehen will ( ich mag so hohe Wellen eh nicht). Zum Abendessen finden wir dort einen Schnellimbiss in einen völlig überheizten kleinen Supermarkt, in den aber unheimlich viele Leute gehen und mit in Zeitung eingewickelten Paketen rauskommen. Ich kauf dort einen Seafood-Basket für uns, der erstaunlicherweise super lecker schmeckt. Abendessen für 2 für 14$ in der Abendsonne, was will man mehr? Am nächsten Tag haben wir nur knapp 100 km vor uns. Wir wollen zum Hot Water Beach TOP10 Holidaypark. Vorher machen wir einen Abstecher nach Onemana. Dort ist ein toller Strand und davor ein Parkplatz mit 3 Freedomcampingplätzen, Duschen und Toiletten am Strand – schade, dass wir nicht noch einen Tag zur Verfügung haben. Um 2 Uhr sind wir am Hot Water Beach. Wir bekommen einen riesigen Stellplatz, auf dem wir uns ausbreiten können. Da noch nicht Ebbe ist, fahren wir erst nach Hahei und nehmen dort ein Wassertaxi zur Cathedral Cove ( wir finden das besser als vom Parkplatz aus 40 min zu laufen). Es kostet Hin und Zurück 30 $ pro Person. Mit uns sind hunderte andere Leute ( meist Einheimische – es ist Sonntag) dort. Fototechnisch gesehen ist das zwar nicht so toll, aber es ist auch ein toller Badestrand, so dass wir einen entspannten Strandnachmittag verbringen. Für das Wassertaxi zurück müssen wir uns allerdings lang anstellen, zum Glück an einer schönen Stelle am Strand im Schatten. Zurück am Campingplatz essen wir wieder mal Fish & Chips, die man auch hier kaufen kann. Um 7 Uhr gehen wir dann mit einer Schaufel bewaffnet (für TOP 10 Members kostenfrei auszuleihen), zum Hot Water Beach. Es sind schon viele da, einige liegen schon in ihrem warmen Pool. Da Peter mit der angeknacksten Hand nicht buddeln kann, fange ich an zu graben. Ich grabe und grabe und grabe…. meine Arme tun schon weh, aber das Wasser bleibt kalt. Nehmen uns ganz entspannt ein Ehepaar, offenbar Einheimische, die mich mitleidig anschauen. Davor ein Bus Asiaten, die den ganzen Strand beschallen. Die Frau kommt auf mich zu und fragt, ob wir ihr Loch übernehmen wollen, ihr Mann hält es frei, damit die Asiaten es nicht sofort beschlagnahmen. Dankbar nehme ich es an und komme so doch noch zu meinem privaten „Spa“. Peter schaut sich das Ganze nur an und will sich nicht mehr ausziehen. Ich finde es lustig, so bei Sonnenuntergang in einem warmen Sandpool zu liegen. Wieder eine Nacht, in der man zwar mit Pullover lange draußen sitzen kann, aber in der es später sehr kalt wird.

Devil’s Bath
Coromandel Waihi
Cathedral Cove

Richtung Pahia

Am Morgen sind alle Scheiben beschlagen, aber die Sonne strahlt weiterhin vom Himmel. Wir frühstücken Eier mit Speck in der Dining-Area vor der Küche und machen uns bald fertig. Heute haben wir kein konkretes Ziel, wollen aber so weit wie möglich nach Norden kommen. In unserem WoMo-Guide sind mehrere interessante Unterkunftsmöglichkeiten aufgeführt. Wir wollen sie der Reihe nach abfahren und bleiben, wo es uns gefällt. Die erste, ein Parkplatz am Snells Beach, gefällt uns nicht so. Die Camper stehen dicht nebeneinander und ein Platz ist mit Kartons „reserviert“. Wir fahren weiter zum Sandspit Holiday Park. Beim Reinfahren sieht es ein wenig aus, wie auf einem Hinterhof oder Abstellplatz, aber da die Tipps immer gut waren, nehmen wir einen Stellplatz am Strand. Zum Glück! Es ist fantastisch hier! Wir schauen auf die Bucht, in der weiße Boote liegen, essen in einem Café am Hafen Fisch und schwimmen, als die Flut hereinkommt in dem flachen, wenig welligen Wasser, das von dem in der Sonne aufgeheizten Sand erwärmt wurde. Ein toller Tag! Trotzdem müssen wir am nächsten weiter nach Paihia. Wir legen noch einen kurzen Zwischenstopp im Marine Reserve von Cape Rodney ein. So früh am Morgen ist dort allerdings noch nichts los. Vielleicht kommen wir auf dem Rückweg nochmal zum Schnorcheln hier vorbei. Jetzt sehen wir zu, dass wir schnell nach Norden kommen. Um  1 Uhr sind wir in Kawakawa und „bewundern“ die Hundertwassetoilette. Sie ist nett gestaltet und auch wirklich als Toilette benutzbar. Sonst ist in dem Kaff aber nichts los. Nicht mal ein Restaurant, das aufhat und uns einigermaßen zusagt. An einer Tankstelle könnte man Fish und Chips essen – ne lieber nicht schon wieder. Wir fahren weiter, nachdem wir wenigstens dem kleinen Supermarkt einen Besuch abgestattet haben. Jetzt wären wir 20 km vom Ziel entfernt, aber durch einen Erdrutsch ist die SH11 gesperrt und wir müssen einen Umweg fahren. An der Einfahrt von Paihia begrüßt uns direkt ein großer Countdown-Supermarkt. Das hätten wir wissen sollen, aber jetzt haben wir ja schon eingekauft. Eigentlich wollten wir erst mal durch den Ort fahren, um zu schauen, was dort ist und etwas essen. Da wir aber gerade vor der Einfahrt des Waitangi Holidayparks stehen, checken wir erst mal ein und lassen uns von dem indischen Mädel an der Reception überreden, „die kurze Strecke am Strand entlang“ zu Fuß zu gehen. Es wird eine knappe halbe Stunde in der Sonne. Peter geht schon auf allen Vieren – wir haben nur zum Frühstück eine Kleinigkeit gegessen. Das Lokal an dem Fährterminal ist zwar sehr schön und das Essen lecker, aber Peter ist es nicht so bekommen. Wir gehen noch ein Paar Souvenirs kaufen und gehen dann zurück. Ausruhen für morgen früh.

Sandpit Holiday Park
Sandspit HP

Wir gehen um 8Uhr früh wieder zu Fuß zur Fähre nach Russell, weil die Parkzeiten unten oft begrenzt sind oder weit weg. Wir nehmen das Schiff um 8:30Uhr. Es kostet nichts für Passagiere der „Phantom“ Jacht. Gemütlich können wir noch am Hafen in Russell im „Butterfish“ frühstücken, während wir die rote Jacht einlaufen sehen. Um 10 Uhr geht es los. Es ist warm, aber etwas bedeckt und windig. Rick, der Skipper meint, es sei ein Supersegeltag. Er und seine Frau Robin sind ein uriges, sehr nettes Paar. Mit den 8 weiteren Mitseglern fühlen wir uns an Bord sehr wohl. Es geht erst mal rasant vorwärts in den Wellen und es macht viel Spaß. Wir laufen eine kleine Bucht an und Rick ist sauer, weil dort schon ein paar Ausflugsboote die Leute hingeschafft haben. Es ist aber keineswegs überfüllt. Wir können wahlweise an Land schwimmen oder mit dem Beiboot dorthin kommen. Peters Hand taugt noch nicht zum Schwimmen und ich habe mir kurz vorher blöderweiseise das Schienbein ein wenig aufgeschlagen. Ich will erst mal vorsichtig ausprobieren, wie sich die Wunde im Salzwasser verhält. Mit noch einem Mann werden wir an Land gebracht, die anderen schwimmen. Ich stelle dann jedoch fest, dass das kühle Salzwasser eher gut tut und kann das Schwimmen in dem tollen Wasser doch noch genießen. Danach gibt es ein leckeres Lunch, das Robin auf dem Boot anrichtet. In der Sonne auf dem sanft schaukelnden Schiff ist das sehr entspannend. Als wir dann zurück segeln zieht sich der Himmel zu und es fallen ein paar Tropfen. Zum Glück nicht viel und das Wetter hält sich noch einigermaßen. Aber die Sonne kommt den ganzen Abend nicht mehr richtig raus und der Wind wird immer kälter, so dass wir heute nach dem Abendessen nur in dicken Jacken noch draußen sitzen können. Für morgen ist leider Regen angesagt.

Die „Phantom“
Auf der Phantom

Kauriküste

Für den Besuch des Waitangi Threaty Geländes haben wir noch Glück. Sehr interessant ist die Führung, die auch eine Maori macht. Im Gegensatz zu den Ureinwohnern der anderen Länder, existiert die Kultur hier immer noch (oder vielmehr wieder). Die alten Gebäude sind allerdings sehr renoviert und neu gestaltet. Die Show mit Tanz und Gesang ist wider Erwarten nicht nur ein Touristenspektakel, sondern sehr schön. 3 Stunden verbringen wir dort, bevor wir uns auf den Weg quer durch die Insel machen zum Waipua Kauri Forest. Es sind nur knapp 100 km. Da wir Cape Reinga wegen des Wetters gestrichen haben, können wir uns Zeit lassen. In Opononi und Omapere finden wir die Figur des Delfins, der die Gegend berühmt gemacht hat, weil er immer mit den Kindern gespielt hat. Wir suchen allerdings vergeblich zwei im Reiseführer angegebenen Restaurants für einen Lunch. Das Copton Hotel, weißt uns recht unfreundlich ab, sie servieren kein Lunch und das Café Omaparadise gibt es gar nicht unter der Adresse. Wir parken an einen spektakulären Stelle an der Küste, kaufen im Ona Takeaway Fish und Chips und essen sie im Auto. Besser als ein Lokal! Die Fahrt durch den Kauriwald ist trotz bewölktem Himmel sehr schön. Leider finden wir nur den Tane Makuta ( Gott des Waldes), ein beeindruckender Baum, dick und hoch, der 2000 Jahre alt sein soll. Vergeblich halten wir Ausschau nach dem zweiten, dem Te Matua Ngahere, „Vater des Waldes“. Da es schon Abend wird, fahren wir den Kauri TOP 10 HP an, wo wir die Nacht verbringen. Wir haben einen riesigen Stellplatz und können auf einem Weg an dem sich um den Campingplatz schlängelnden Fluss verschiedene Pflanzen, Glühwürmchen und Aale erforschen. Man könnte auch im Fluss baden, aber dafür ist es uns nicht warm genug.

Tane Makuta

Am nächsten Tag fahren wir mit einem kurzen Abstecher zu den Kai Iwi Lakes ( sehr schön, aber auch nur, wenn es Badewetter wäre) wieder zurück an die Ostküste. In Whangarei finden wir einen Freedomplatz mitten in der Stadt auf einem Parkplatz. Wir bummeln durch das schöne Townbassin mit Cafés und Geschäften, wo wir noch ein paar Souvenirs finden. Bei eine Lunch im Thai Café buche ich online einen Stellplatz auf dem nahen TOP 10 HP. Der Parkplatz bietet uns doch zu wenig Komfort. Als wir den Platz räumen, freut sich schon ein Paar in einem Campervan, die enttäuscht waren, dass kein Platz mehr frei war.

Letzte Station: Auckland

Wir kommen Auckland immer näher, Es sind nur noch knapp 100 km. Wir haben noch 2 Nächte, von denen eine in Orewa vorgebucht ist. Wir fahren die Ostküste nach Süden entlang, finden viele schöne Stellen, z.B. Waipu Cove, Mangawhai Heads, Langbeach, aber es ist immer noch kein Badewetter. Ein starker Wind lässt die Wellen hoch schlagen. Also fahren wir zum Orewa Beach HP durch und verlängern die Buchung. Die Stadt ist voller Menschen, viele Kindergruppen haben am Strand eine Art Laufwettbewerb. Die Großveranstaltung füllt den riesigen Strand mit Leben. Unser Stellplatz ist mitten zwischen Dauercampern, weit weg von Duschen usw, aber direkt am Strand mit Blick auf Meer. Das aber tobt heute gewaltig. Wir fahren erst mal zurück um zu sehen, was im Ort ist, essen was und machen dann einen Strandspaziergang, bei dem wir die Kunststücke der Kitesurfer bewundern und uns die Rennen der Kinder anschauen. Zwischendurch setzen wir uns in den ruhigen Wagen, damit sich die Ohren erholen können. Gegen Abend schlendern wir dann nochmal über den jetzt leeren Strand. Aber der Wind ist ungemütlich. Wir machen es uns wieder im Wagen gemütlich und schauen, wie sich draußen Kinder mit Skatebords gegen den Wind abmühen und wie ein Vierer Ruderboot mit 4 Frauen gegen die Strömung des in den Fluss drängenden Meeres kämpfen. Morgen sind wir noch den ganzen Tag hier, müssen packen und aufräumen, um übermorgen den Camper wieder abzugeben.

Der letzte Morgen beginnt ganz gut. Der Wind hat nachgelassen und wir machen uns nach dem Frühstück auf, den langen Strand entlang zu gehen. Auf dem Hinweg auf der Promenade, da bei Flut das Wasser kaum ein Stück Strand offen lässt. Zurück, bei beginnender Ebbe mit den Füßen durchs klare Wasser. Die Sonne kommt immer mehr raus, es ist wunderschön. Wieder in Höhe der Stadt angekommen essen wir eine Kleinigkeit in einem der vielen Cafés und setzen uns dann an den Strand in den Sand. Das Wasser ist jetzt sehr einladend und ich traue mich trotz der Wellen hinein. Es ist gar nicht kalt, der Sand an den Füßen angenehm und die Wellen machen Spaß. Ich kann gar nicht genug bekommen. Schade, dass sich Peter wegen der Handverletzung nicht traut beiden Wellen ins Wasser zu gehen. Noch ein zweites Mal begebe ich mich hinein, bevor wir nach kurzem Umzieh- Stopp am Camper, der nur ein paar Meter weit weg steht, noch auf einen Kaffee ins gegenüberliegende Eiscafé gehen. Zum Abendessen gibt es alle Reste, die noch übrig sind. Das war wirklich ein toller letzter Tag! Wir packen schon mal ein paar Sachen und bauen das letzte Mal das Bett zusammen.

Orewa Beach HP

Auch der nächste Morgen ist sonnig. Wir packen alles ein und bringen den Camper in den Rückgabezustand (zum Glück haben wir eine Endreinigung gebucht, so dass wir nicht noch putzen müssen). Die letzte Fahrt zur Apollostation ist nur 62 km lang. Noch tanken unterwegs und um 11 Uhr sind wir schon da. Die meisten Kunden, die wir dort antreffen holen ihr Auto gerade ab. Es ist viel Betrieb, aber die Dame, die unseren entgegen nimmt, ist trotzdem freundlich. Daran, dass unser Reisebüro nicht den richtigen Wagen gebucht hat, kann sie allerdings auch nichts ändern. Alles in Ordnung. Sie bestellt uns noch ein Taxi zum Sondertarif von 35$ Cash. Der Taxifahrer willigt ein, uns auch am Mittwoch für 40$ zum Flughafen zu bringen. Das Hotel Best Western President liegt sehr zentral genau vor dem Skytower und nur wenige Schritte zur Einkaufsstraße Queen Street und zum Hafen. Unser Zimmer ist riesig mit einer Art Küchenzeile und einem Bad, das größer ist als der Camper. Es ist schon bezugsfertig, so dass wir gleich losgehen können, die Stadt zu erkunden. Ich fühle mich bei dem Verkehr und den vielen Menschen erst mal gar nicht wohl, während Peter gerade das genießt. In einem Restaurant am Hafen essen wir Fischsnacks und Peter Austern – endlich gibt es mal welche. Wir buchen für morgen einen Segeltörn durch den Hafen und wollen dann mit der Fähre nach Devonport. Danach fahren wir auf den Skytower, von dem man einen sagenhaften Blick über die Stadt hat. Und das noch bei tollem Nachmittagslicht. Schade nur, dass sie einen auch hier oben, wie an vielen Orten mit lauter Musik beschallen… Zum Abendessen gehen wir wieder zurück in ein Restaurant am Hafen, wo man noch gut draußen sitzen kann. Meine Seele ist jetzt auch angekommen und ich kann den Abend genießen. Da wir keine geeignete Bar für einen Absacker mehr finden, holen wir im Countdown noch eine Flasche Wein und genießen unser großes Zimmer und die Aussicht auf den erleuchteten Skytower.

Morgens scheint die Sonne, aber es weht kein Lüftchen- zum Segeln nicht die beste Voraussetzung. Wir schlendern erst durch das im Preis des Segeltörns inbegriffene Marinemuseum. Interessant, die Entwicklung der Schifffahrt von den Anfängen bis zu den heutigen Rennseglern zu sehen. Um 11.30 Uhr geht es los. Das Schiff mit noch ein paar weiteren gehört dem Museum und ist nach alten Vorbildern gebaut. Es ist nicht voll, so dass man gut herumgehen kann. Die Crew besteht aus freiwilligen, die alle schon relativ alt sind und einer jüngeren Frau. Nach der Ausfahrt aus dem Hafen setzen Sie zwar 2 Segel, aber es geht kaum vorwärts. Schade, aber auch so ist es interessant, die Skyline der Stadt vom Wasser aus zu sehen und zu fotografieren und unter der Harbour Bridge durchzufahren. Beim Anlegen zeigt es sich aber, dass wir es nicht mit erfahrenen Skippern zu tun hat. Mehrere Anläufe brauchen sie, um anzulegen, wobei sie 2mal wieder ganz rausfahren und einen neuen Anlauf nehmen. Dabei rammen sie dann noch den Zaun zum Museum. Ein witziges Schauspiel, das auch immer mehr Zuschauer aus dem Museum anlockt.

Auckland Hafen
Skytoweraussicht

Wir bleiben gleich an dem Quai und essen auf der Terrasse etwas, bevor wir die Fähre nach Devonport nehmen. Wir finden, dass dieser von allen Reiseführern angepriesene viktorianische Stadtteil sehr verschlafen wirkt und etwas angestaubte Galerien und Restaurants hat. Zudem heißt man hier auf Schildern die Kreuzfahrtschiffe willkommen, was nicht immer unbedingt ein positives Merkmal ist. Wir laufen noch auf den Vulkankegel des Mount Victoria, der aber nur 185 m hoch ist und die Aussicht nicht so spektakulär wie vom Schiff aus. Auch die überall erwähnten Strände sind, wenn man gerade aus dem Abel Tasman und der Bay of Island kommt nicht gerade berauschend. Ein ganz netter Ausflug, aber mehr als einen Nachmittag braucht man nicht.

Zurück in der City besuchen wir noch das Stadtviertel Britomart und trinken in einer der Kneipen zur Happy Hour ein Bier. Mitten im Geschäfts- und Kneipenviertel ist hier eine Wiese mit bequemen Sitzsäcken und einem Free WIFI Hotspot. Fast alle sind von jüngeren belegt, aber wir ergattern noch einen und genießen die restliche Sonne bis das Kreuzfahrtschiff zur Abfahrt tutet. Wir gehen runter zum Quai und schauen uns die Abfahrt an. Hier gibt es überall Holzliegen und auch freies WLAN. Zum Essen gehen wir wieder ins Restaurant Culpeper am Hafen, weil es dort gestern so gut war und Peter heute ausnutzen will, dass die Austern zur Happy Hour nur 2$ das Stück kosten. Aber auch mein Lachs ist super! Auf dem Gelände des Volvo Race ein Stück weiter trinken wir noch einen Absacker und hören der DJ ( ja, eine junge Frau) zu, die mit einem Saxophonisten dort live auf einer Bühne ist. Eigentlich das einzige Mal, dass wir abends noch ausgegangen sind in diesem Urlaub. Jetzt kommt nur noch die unangenehme Sache des Packens. Warum werden die Koffer eigentlich immer kleiner auf einer Reise? Aber wir bekommen alles hinein.

Da der Frühstücksraum des Hotels nicht so einladend ist (das Hotel selbst ist super), frühstücken wir auf dem Zimmer Kaffee und Kekse und checken um halb 10 aus. Unser Taxifahrer ist superpünktlich da und auf der Fahrt zum Flughafen ist nicht viel Verkehr. Auch das Abgeben der Koffer geht schnell, so dass wir uns in Ruhe jetzt ein schönes Frühstück erlauben können, bevor wir durch die Sicherheitskontrolle gehen. Der Flug startet pünktlich. Wir sitzen im A 380 oben auf einem Zweiersitz. Da hat man mehr Platz als unten und noch seitlich ein Fach für seine Sachen. Da wir mit der Sonne fliegen, wird es nicht dunkel und auch ich schaue mir ein paar Filme an, weil ich lieber auf dem zweiten Teil, dem Nachtflug schlafen möchte. In Singapur haben wir mehr als 5 Stunden Aufenthalt. Wir suchen erst die Cactusbar auf, die wir von einem Zwischenstopp aus Australien kennen. Sieht etwas anders aus und es ist auch nicht ganz so heiß wie damals. Trotzdem flüchtet Peter wieder rein bevor ich meinen Singapur Sling austrinken kann nach innen. Schade! Draußen finde ich es viel schöner als im klimatisierten hellen Flughafengebäude. Aber hier gibt es auch WLAN, so dass sich meinen Blog weiterschreiben kann. Fotos füge ich dann zu Hause dazu. Dumm, dass das Upgrade auf Premium Economy nicht geklappt hat. Jetzt normal würde es  600 € p.P. kosten (zusätzlich!). Das ist uns zu teuer. Wird schon so gehen. Leider sitzen wir jetzt auch unten in einer Dreierreihe und der Flieger scheint ausgebucht zu sein.

Im Flugzeug merken wir dann, dass es doch extrem unangenehm wird. Statt der schönen Sitzreihen der ersten 3 Flüge, ist es hier so eng wie im Mallorcabomber. Wenn der Vordermann den Sitz zurücklehnt, kommt man nicht mehr an die Tasche im Fußraum, weil man so eingequetscht ist. Peter stößt mit den Knien an den Vordersitz und sein linker Nachbar ist sehr breit. Und das bei 13 Stunden Nachtflug. Selbst ich schlafe kaum. Mein Sitz lässt sich nur sehr schwer etwas zurückstellen (hat mein Hintermann ihn blockiert?). Habe ich endlich eine Stellung gefunden, in der man es ein paar Minuten aushalten kann, kommt eine Durchsage zum Anschnallen wegen Turbulenzen. Zum Schluss habe ich völlig entnervt einfach die Ansagen ignoriert. Auch das Essen war nicht so gut und der Service. Ich war froh, dass ich eine eigene Wasserflasche hatte. Das Personal hat sich offenbar nur um die obere Etage mit der brandneuen Suitenklasse gekümmert. Ungewöhnlich für Singapur Airline und hoffentlich nicht in jedem Flieger das neue Konzept! Bei der Landung tut mir jeder Knochen weh. Zum Glück geht danach alles ganz schnell und wir sind um halb 8 schon zu Hause, wo uns unsere „Kinder“ ein herzliches Willkommen bereitet haben, so dass der Horrorflug schnell in Vergessenheit gerät.

Ein Gedanke zu “Neuseeland 2018

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