
Ende März 2022 – endlich kann man wieder reisen wohin man will. Man sieht zwar noch einige Leute mit Gesichtsmasken, aber es gibt keine Covid-Einschränkungen mehr. Vorsichtig ist man trotzdem, wir haben im Flieger einen freien Mittelsitz gebucht.
Wir starten in Düsseldorf, wohin wir mit dem Auto fahren. Das Online-Ticket am Flughafen im Parkhaus 5 kostet 62 Euro für 7 Tage und ist mit einer Schwebebahn mit den Terminals verbunden. Alles klappt super schnell und wir sind viel zu früh im Terminal B. Wir haben noch genug Zeit zum frühstücken.
Hier sind allerdings auch immer noch ein paar Läden und Restaurants aufgrund von Covid geschlossen. Personal und Logistik sind noch nicht ganz angelaufen. Ein Café mit Getränken und Speisen „To Go“ hat geöffnet, wo man auf den Abflug warten kann.
Der Flieger ist pünktlich und der Flug mit 1Stunde 45Minuten sehr angenehm.
Auch nach der Landung geht alles zügig. Der Weg zum Arlanda Express, der in 18 Minuten bis in die City zum Hauptbahnhof fährt ist gut ausgeschildert. Wir haben die Tickets von zu Hause online gebucht – Return-Ticket mit Senioren- und Gruppenrabatt etwa 75Euro für uns beide. Mit Google Maps navigieren wir dann zu Fuß zu unserem Hotel, dem „Best Western and Hotel„, das nur ein paar Straßen entfernt ist.
Wir haben ein Minizimmer, wie es in Skandinavien wohl normal ist, das aber alles bietet, was man braucht. Da die Fenster abgeschlossen sind, fragen wir nach einem Schlüssel, den wir auch bekommen, so dass man das Fenster öffnen kann. Für meine Best Western Rewards Karte bekommen wir für jeden Tag einen Gutschein für ein Getränk in der Bar, eine Flasche Wasser und eine Tüte Müsli. Das ist ja ein Service!

Stockholm besteht aus über 14 Inseln, die mit einer Unzahl von Brücken verbunden sind. Die Stadt ist eingeteilt in 14 Bezirke, von denen viele einen ganz eigenen Charakter haben. Die wichtigsten und schönsten möchte ich einmal aufzählen.
Da ist zunächst einmal Norrmalm, das quirlige Stadtzentrum mit dem Hauptbahnhof, der großem U-Bahn-Station T-Centralen am Sergelstorg, der modernen Einkaufsmeile Drottninggatan, dem großen Markt auf dem Platz Hötorget, etlichen Hochhäusern und vielen Hotels, Restaurants und Bars. Auch die königliche Nationaloper und das Kulturzentrum findet man in Norrmalm.
Über eine Fußgängerbrücke erreicht man Gamla Stan, die historische Altstadt mit Kopfsteinpflaster in den engen Gassen und schönen bunten alten Häusern. Hier wurde 1252 Stockholm gegründet. Die größte Sehenswürdigkeit ist das Königliche Schloss.
Auch das Nobelmuseum kann man hier besuchen. Viele kleine Andenkenläden, Restaurants und Cafés tragen zu einer schönen Atmosphäre bei.
Erwähnenswert ist noch Helgeandsholmen, die zwischen Norrmalm und Gamla Stan gelegene Insel, die zur Altstadt gehört. Hier steht das große Reichstagsgebäude. Fußgängerbrücken verbinden die drei Bezirke miteinander, unter denen sich fotogen einige Stromschnellen befinden.
Dann gibt es das ruhigere Södermalm mit seinen ausgefallenen Geschäften, Restaurants und Häusern, in denen viele angesagte Künstler, Musiker und Designer ihren Wohnsitz haben. Bekannt wurde das Stadtviertel auch durch den Autor Stieg Larsson mit seiner Millennium Trilogie, in der die Hauptperson Lisbeth Salander ihren Wohnsitz in Södermalm hat. Wer den Film gesehen hat, erkennt hier einige Filmsets wieder.
Den Bezirk Djurgården könnte man am ehesten als Freizeitinsel bezeichnen. Hier findet man viele Museen, einige davon sind zum Beispiel das Vasamuseum, das Nordiska-Museum, das Abba-Museum, das Freilichtmuseum Skansen. Adrenalinjunkies gefällt sicher der Vergnügungspark Gröna Lund und Kindern der Zoo oder das Astrid Lindgren Museum Junibacken.
Östermalm ist das exklusive Luxusviertel mit palastähnlichen Häusern an der Strandvägen und Luxusboutiquen rund um den Stureplan. Auch mit einigen gepflegten Parks, wie z.B. Humlegården mit der Königlichen Bibliothek und seinen Alleen, wie die Karlavägan zieht Östermalm viele Leute an. Außerdem ist hier das Königliche Dramatische Theater angesiedelt.
Vasastaden ist ein lebhafter Stadtteil mit vielen Restaurants, Kneipen, Secondhand-Läden und vielen reinen Wohngebieten. Auf einer Anhöhe liegt das Observatorium, die Gustav-Wasa-Kirche und weiter das sehenswerte Gebäude der Stadtbibliothek. Auch der Vasaparken lädt zum Spazierengehen ein.
Wer auf den Spuren der Geschichte unterwegs ist, sollte den Bezirk Kungsholmen besuchen. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit ist das historische Rathaus, in dem auch der Nobelpreis verliehen wird. Ansonsten findet man in dem großen Stadtteil eine sehenswerte Mischung aus alten und neuen Gebäuden und schönen Parks.
1.Tag
Wir machen uns als erstes auf zu einem Bummel durch Gamla Stan, die Altstadt Stockholms. Es ist 16 Uhr und viele Gebäude liegen schön in der Abendsonne. Leider gibt es momentan viele Baustellen, die die schöne Sicht verderben. Eine Seite des Schlosses ist z.B. eingerüstet.
Wir folgen dem Stadtspaziergang meines Reiseführers durch die engen Gassen, von denen eine so eng ist, dass man mit beiden Händen gleichzeitig die gegenüberliegenden Hauswände berühren kann (Mårten Trotzigs Gränd).

Der Stortorget im Herzen des historischen Viertels ist ein belebter Platz mit bunten Häusern, Restaurants und Strassencafés. Er hat eine interessante Geschichte. Er wurde nicht nur als Hauptmarkt genutzt, sondern ist auch Schauplatz eines grausamen Kapitels der Geschichte. Hier fand 1520 ein Blutbad statt, bei dem viele schwedische Adlige auf Befehl des dänischen Königs Christian II hingerichtet wurden. Dies führte dann zur Rebellion und zum Schluss zur Gründung des schwedischen Staates unter König Gustav Vasa. Heute ist der Stortorget ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Einheimische.
Ein bekanntes Haus ist das „Börhuset“, früher Börsengebäude und heute Sitz der schwedischen Akademie und des Nobelmuseums.
Ebenso eindrucksvoll ist der Stockholmer Dom, die gotische Storkyrkan aus dem 13. Jahrhundert.


Das wichtigste Gebäude ist sicher das Königliche Schloss (Kungliga Slottet). Es ist eines der Wahrzeichen Stockholms. Von den mehr als 600 Zimmern können einige mit einer Führung besichtigt werden. Der Ursprung des Gebäudes war im 13. Jahrhundert. Verschiedene Um- und Ausbauten der dort residierenden Herrscher veränderten die Ansichten. Den heutigen barocken Baustil erhielt es im 18. Jahrhundert durch König Karl XIV. Johann von Schweden. Heute wird es nicht mehr als Wohnsitz, sondern nur noch für zeremonielle Anlässe genutzt. Die Königsfamilie wohnt etwas außerhalb im Schloss Drottningholm.
Unbedingt sehenswert ist die Wachablösung, die jeden Tag um 12:15 Uhr stattfindet (Sonntags 13:15 Uhr). Wenn man Glück hat, hört man die Musikkapelle Songs von Abba spielen. Man sollte unbedingt früh da sein, da das 45minütige Spektakel viele Leute anzieht.



Die Schlossbesichtigung heben wir uns für einen anderen Tag auf, da es jetzt schon zu spät ist. Wir schlendern an der Vorderseite des Schlosses entlang, wo die Wache einsam auf ihrem Posten steht, über die Fußgängerbrücke zurück Richtung Norrmalm.
Unterwegs kehren wir in einem Pub am Anfang der Drottninggatan zum Abendessen ein, dem Pickwick Restaurant & Pub, wo ich meine Köttbullar bekomme, die mit den allerseits bekannten von Ikea aber auch gar nichts gemeinsam haben außer dem Namen. Sie schmecken viel besser! Auch der Bierpreis ist hier noch einigermaßen ok. Alkohol ist in Schweden unglaublich teuer!

Die Drottninggatan ist die Haupteinkaufsstraße und zieht sich durch ganz Norrmalm. Der größte Teil ist Fußgängerzone, so dass man einen gemütlichen Shoppingbummel machen kann, unterbrochen durch Ruhepausen in netten Lokalen. Hier findet man auch das Konzerthaus, wo jedes Jahr die Nobelpreisverleihung stattfindet, davor die Skulptur „Orpheusgruppe“ und etwas weiter die „Knotted Gun„, eine kleinere Ausgabe der Skulptur gegen Gewalt, die vor dem UNO-Gebäude in New York steht. Am südlichen Ende der Drottninggatan liegt der Sergels Torg, ein sehr verkehrsreicher und wuseliger Platz, wo die Hauptanlaufstelle für die U-Bahn ist und das Kulturhaus.
Wir beenden den Abend bei einem Glas Wein in der gemütlichen Hotelbar – die Coupons müssen ja eingelöst werden. Außer uns ist kein Gast mehr hier.







2.Tag
Für den nächsten Tag haben wir online Tickets für das Vasa-Museum gelöst.
Erst einmal stärken wir uns bei einem hervorragenden (im Übernachtungspreis enthaltenen) Frühstück. Über Müsli, Eiergerichte, Pancakes, Fisch, Gebäck und Obst gibt es so ziemlich alles, womit man den Tag bis zum Abendessen überstehen kann.
Danach gehen wir zu Fuß durch Östermalm und die Prunkpromenade Strandvägen entlang Richtung Djurgarden, der Museums- und Vergnügungsinsel.


Im Vasamuseum verbringen wir etwa zwei Stunden. Man kann einen Audioguide auf sein Handy laden und mit dem (eigenen) Kopfhörer die einzelnen Stationen abgehen, wo man viel interessantes über die Vasa erfährt. Es ist 1628 nach nur 1000m Fahrt vor der Küste von Stockholm gesunken. Der als Kriegsschiff vorgesehene Segler war durch die mächtigen Artillerieaufbauten zu kopflastig und ist daher umgekippt und durch die Luken vollgelaufen. 30 der 150 Seeleute kamen dabei ums Leben. Erst nach 333 Jahren fand Anders Franzén 1956 das Wrack im Schlamm, als er in den Schären anhand von alten Vorlagen nach dem gesunkenen Schiff suchte. Es wurde aufwändig bis 1963 geborgen und restauriert. Heute ist es im eigens dafür gebauten Museum eine der Hauptsehenswürdigkeiten Stockholms.
Hier auf Djurgarden befinden sich noch weitere Museen, die wir uns aber für einen anderen Tag aufheben.



Es ist so tolles Wetter, so dass wir uns spontan für eine Bootsfahrt durch die Schären entscheiden. Online gibt es keine verfügbaren Tickets mehr, aber in der Touristeninformation vor dem Museum bekommen wir noch für 14 Uhr ein Ticket für eine Fahrt nach Vaxholm.
Bis es so weit ist, genießen wir die Sonne im Café Ångbåtsbryggan an der Strandwägen.
Um uns herum sitzen nur Einheimische, die ihre Mittagspause hier verbringen.
Die Website ist auf schwedisch, daher hier ein Link zur Beschreibung bei Tripadvisor:

Die Bootstour dauert 3 Stunden und geht durch eine wunderschöne Schärenlandschaft. Man hätte auf dem Schiff auch essen können, aber wir ziehen es vor draußen die Aussicht zu genießen. Zunächst passieren wir die Inseln Skeppsholmen und Djurgarden. Man hat einen schönen Blick auf das Astrid Lindgren-Museum „Junibacken“ und das Nordische Museum. Ein sehr imposantes Gebäude, das fast wie ein Schloss aussieht ist die Seniorenresidenz Danvikshem. Vorbei geht es dann an Hunderten von kleinen Inseln, auf denen die Stockholmer teilweise sehr schöne Sommerhäuser haben, wo sie gerne ihre Freizeit verbringen. Es ist kühl und wir benutzen gern die zur Verfügung gestellten Decken. In Vaxholm steigen wir kurz aus, bevor wir das nächste Boot zurück nehmen.




Inzwischen ist es Nachmittag geworden und wir treffen uns mit Freunden, die ebenfalls gerade in Stockholm sind, weil ihr Sohn Liam hier lebt. Er wird sich am Abend ebenfalls zu uns gesellen.
Wir schlendern zusammen noch einmal durch das malerische Gamla Stan bevor wir wieder in dem Pub von gestern zu Abend essen.
Liam führt uns danach noch in die Rooftopbar „Tak“ des Hotels Hobo, wo wir den Abend bei einem Drink ausklingen lassen.
3.Tag
Der dritte Tag beginnt mit einem Bummel durch Stockholms attraktive und teilweise exklusive Einkaufszone außerhalb der Fußgängerzone.
Wir starten in der Kungsgatan, die von einer etwas vernachlässigten Gegend mit dem Bau einer neuen Strasse durch den aus der Eiszeit stammenden „Wallberg“ zu einer netten Shoppingmeile mit vielen netten Geschäften geworden ist.
Im weiteren Verlauf gelangt man durch die Sturegatan, vorbei am Humlegården zur Karlavägen, einer schönen Allee, auf der man viele Skulpturen findet.
Einen Eisenbahnladen für meinen Mann gibt es hier in der Nähe auch (Grevgatan 69).
Hier sind wir im Stadtteil Östermalm, wo eher die wohlhabenderen Stockholmer ihre Wohnungen haben. Neben den schönen Häusern sieht man das auch an den Designerboutiquen wie Dior, Mulberry, Gucci, Vuitton, Prada und ähnliche, deren Preise eine gut gedeckte Kreditkarte erfordern.
Apropos Kreditkarte – hier in Stockholm läuft nichts ohne! Selbst eine Cola an einem Getränkestand oder eine Kugel Eis konnten wir nicht bar bezahlen. Es lohnt sich als Tourist eigentlich gar nicht Geld zu wechseln.
Die Karlavägen führt über den schönen Karlaplan Platz Richtung Fjord. Biegt man am Ende rechts in die Oxenstiernsgatan ein, ist man nach wenigen Metern auf der prachtvollen Hafen-Promenade Strandvägen mit ihren markanten schönen Häusern.
1862 wurde sie anstelle eines heruntergekommenen Gebietes mit palastähnlichen Gebäuden neu gestaltet und 1897 zur Stockholmer Ausstellung eröffnet. Damals fuhr dort auch eine Straßenbahn, die Djurgårdslinjen die heute als Museumsbahn wieder in Betrieb genommen wurde.
Hier fahren auch die Boote ab, die Touristen und Einheimische zu den Orten auf den Schäreninseln bringen.


Heute biegen wir nach rechts ab und gelangen über den Sergelstorg wieder auf die Drottninggatan. Über die schöne Stallbron Brücke erreichen wir das Parlament, wo gerade eine Demonstration (Fridays for Future) stattfindet. Diese von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg initiierten Aktion für den Klimaschutz, die inzwischen auch in Deutschland stattfindet, wird von Schülerinnen und Schülern durchgeführt, die Freitags statt zur Schule auf die Straße gehen, um für die Umwelt zu streiken. Wir sehen nicht nur Schülergruppen, sondern auch zahlreiche andere Unterstützer wie z.B. Großeltern, die mit Plakaten und Sprechchören die Demonstration begleiten.
Greta Thunberg selbst sehen wir nicht. Die tingelt inzwischen durch Fernsehshows und überlässt die Strasse ihren Fans. Meine Worte klingen etwas negativ. Ich bin natürlich auch für den Klimaschutz, bezweifle aber (als ehemalige Lehrerin), dass diese regelmäßigen Schulstreiks von allen Kindern wirklich nur diesem Ziel dienen. Zumal in Deutschland auch Kinder dabei waren, die ständig morgens von den Eltern mit dem Auto fast bis in die Klasse gefahren werden. Das passt für mich nicht zusammen.
Aber egal, wir schauen uns das Spektakel an.


Dann laufen wir weiter nach Södermalm, wo die Freunde von uns einen bestimmten Gitarrenladen suchen. Sie kennen sich etwas aus und führen uns zur Fiskargatan 9, dem Drehort der Millennium Trilogie von Stieg Larsson. Hier ist das Penthaus von Lisbeth Salander. Ein Stück weiter ist der Mosebacke Torg, ein in der Story oft vorkommender Platz und daneben die Mosebacketerrassen, wo auch der Autor oft zu Gast gewesen sein soll. Leider ist das Restaurant geschlossen, so dass wir mit einem Kaffee im Espresso House in der Götgatan vorlieb nehmen müssen. Aber der ist auch gut.




Über die Fjällgatan schlendern wir zur „Per Anders Fogelströms Terrass„, von wo man eine tolle Aussicht über den Fjord und die gegenüberliegenden Bezirke Gamla Stan, Skeppsholmen und Djurgården hat. Die Türme der Fahrgeschäfte von Gröna Lund ragen in den Himmel und im Fjord liegen zwei Schiffe der Viking Line am Kreuzfahrt-Terminal.
Unter uns liegt auch das Fotografiska Museum, in dem gerade eine Ausstellung über Andy Warhol ist. Wir nehmen uns vor in den nächsten Tagen einen Besuch dort zu machen.
Zurück fahren wir mit der U-Bahn. Oh, Mann, ist die voll. Nach der langen Covid Zeit ist man so viel Nähe nicht mehr gewohnt und wir sind froh, als wir aussteigen können.


Am Abend sind wir mit unseren Freunden und deren Sohn mit Freundin in einem Lokal in Vasastan verabredet. Das L’Avventura ( Sveavägen 77) ist in einem ehemaligen Theater von 1920 gelegen und serviert italienische Gerichte. Ein sehr schönes Ambiente und leckeres Essen.

Wir verbringen einen sehr netten Abend und beenden ihn mit einem Drink in der Nahe gelegenen Bryggeriet Sportsbar (Odengatan 60). Hier sitzt man gut und auch ruhig genug, um sich problemlos unterhalten zu können.
Auf unserem Heimweg gehen wir lediglich 1,1 km die lange Sveavägen entlang, die am Sergels Torg endet und fast an unserem Hotel vorbei führt. Es sind noch viele Leute unterwegs. Es ist Freitag Abend und die Einheimischen feiern das Wochenende. Alle Bars und Restaurants sind gut gefüllt. Auch die Bar unseres Hotels ist noch gut besucht.
Die Wege hier zu den interessanten Orten sind wirklich sehr leicht zu Fuß zu erreichen und auch durch die U-Bahn verbunden. Tickets kauft man am Automaten oder mit der APP. Interessant: es gibt auch Rabatte für Senioren.
4.Tag
Am nächsten Morgen begrüßt uns ein strahlend blauer Himmel. Aber mit 6 Grad Celsius ist es ziemlich kühl.
Wir machen einen Einkaufsbummel durch die Drottninggatan, um ein paar Souvenirs und Mitbringsel für die Enkel zu erstehen.
Der weitere Weg führt uns -wie jeden Tag- über die Brücke nach Gamla Stan. Hier gefällt es uns wirklich am besten. Im Café Chocolatkoppen am Stortorget trinken wir einen ausgezeichneten Moccachino und können auch den leckeren Kuchenstücken nicht widerstehen.

Heute wollen wir das Schloss besichtigen. Mit dem Audioguide auf dem Handy braucht man keine geführte Tour. Alles wird gut erklärt (Scancode im Schloss). Im Ticketpreis von 160 SEK enthalten ist die Schatzkammer mit den Reichsinsignien, die Royal Apartments und das Tre Kronor Museum, in dem man interessantes über die mittelalterliche Geschichte erfährt. Und die prachtvollen Empfangszimmer. Man kann natürlich nicht alle 600 Zimmer besichtigen. Viele Amtsgeschäfte werden hier noch erledigt, aber die Wohnräume werden von der Königsfamilie, wie oben schon einmal erwähnt nicht mehr genutzt.
Online das Ticket voran zu buchen macht Sinn, da der Besucherandrang groß ist und die Einlasszahl begrenzt.




Wir haben Glück: als wir das Schloss verlassen und auf unsere Freunde warten, findet gerade die Wachablösung statt.


Zusammen gehen wir dann zur benachbarten Insel Kungsholmen zum Rathaus (Stadhuset). Das erste, was einem auf dem Weg ins Auge fällt ist das markante moderne Kongresszentrum. Das historische Rathaus ist dagegen ein imposanter Backsteinbau, der von 1911-1923 erbaut wurde. Der 106m hohe Eckturm trägt das Reichswappen „Tre Kronor“. Zur Einrichtung und Ausstattung hat man viele namhafte Künstler engagiert.
In der blauen Halle wird alljährlich das Festessen zu Nobelpreisverleihung abgehalten. Im goldenen Zimmer findet dann traditionell die Tanzveranstaltung dazu statt. Die Nobelpreisverleihung selbst findet im Kulturhuset in Norrmalm statt.
Leider ist es für eine Besichtigung zu spät. Das wollen wir morgen allein nachholen.
Wir sehen nur das goldene Grab von Birger Jarl, einem schwedischen Staatsmann und dem Gründer Stockholms.
Von hier aus hat man einen sehr schönen Blick auf die Kulisse von Gamla Stan und den Hafen davor.







In der Rooftopbar vom Scandic am Hafen trinken wir noch ein Bier um den schönen Tag zu beenden, bevor wir uns zum Abendessen wieder nach Vasastan begeben. Diesmal in das Von Liam vorgeschlagene Restaurant Garba, ganz in der Nähe des L’Avventura von gestern.
Leider ist dieses laut Website seit 2026 dauerhaft geschlossen, so dass ich es nicht mehr verlinken kann.
Die Strassen und auch unsere Hotelbar sind heute Abend sehr leer. Anscheinend ist Freitag der Hauptausgehtag der Einheimischen.
5.Tag
Am nächsten Tag ist Sonntag – und Zeitumstellung auf Sommerzeit. Wir werden wie immer um halb 7 wach, aber es ist schon halb 8. Wir haben Tickets für die Rathausführung (siehe Link vom Vortag) und müssen uns etwas beeilen. Wir haben sie wie alle anderen Eintrittskarten auch online gekauft. Vor Ort kann es passieren, dass man nicht mehr hinein kommt. Wie fast überall gibt es auch hier einen Senioren-Rabatt. Leider ist der Turm nur im Sommer geöffnet für die Besteigung. Man soll eine tolle Aussicht von dort oben haben. Aber auch die (englischsprachige) Führung durch die Ratssäle und die dazu gehörenden Geschichten fanden wir sehr interessant.



Da unsere Freunde ins nordische Museum wollen, schlendern wir danach noch einmal über die schöne Strandvägen Richtung Djurgården.
Das Museum ist sehr interessant und informiert anschaulich über das „Nordic Life“ früher und heute. Auch hier gibt es wieder einen Link zu einem Audioguide auf dem eigenen Handy. Wie auch bei den anderen Gelegenheiten ist ein eigener Kopfhörer sinnvoll, weil alle auf dem Handy verschiedenen Erklärungen zuhören.


Bevor wir uns wieder zum Abendessen treffen, brauchen meine Füße jetzt doch mal eine Pause. 15000 Schritte zeigt meine APP jetzt schon an, und wir müssen noch einmal nach Vasastan laufen.
Heute essen wir in einem Burgerrestaurant in der Nähe von Liams Wohnung. Es ist ein wenig weiter als die letzten Restaurants und wir laufen 40 Minuten von unserem Hotel aus.
Im Restaurant Bastard Burger“ bekommt man nicht nur die üblichen Burger, sondern auch ausgefallene Varianten, die echt gut sind.
Zurück zum Hotel nehmen wir diesmal ein Uber-Taxi. Für etwa 10 Euro bringt er uns bis vors Hotel. In der heute sehr leeren Hotelbar gönnen wir uns noch einen Drink.
6.Tag
Unsere Freunde sind heute nach Deutschland zurück geflogen, aber wir haben noch zwei Tage vor uns.
Heute wollen wir das Freiluftmuseum Skansen besichtigen. Bei dem schönen Wetter genau das Richtige.
Da man zu Fuß über die ganze Insel Djurgården laufen müsste, nehmen wir heute lieber die Fähre, die am Anfang der Strandvägen ablegt (Djurgårdsfärjan). Sie ist Teil des öffentlichen Nahverkehrs und kann mit einem Tagesticket, das auch für U-Bahn und Busse gilt, beliebig oft benutzt werden. Die Haltestelle der Fährlinie 80 heißt Nybrokajen und ist 400m vom Museum entfernt bei Allmänna Gränd. Man kann den Ausstieg nicht verfehlen, da er genau am Vergnügungspark Gröna Lund mit seinen weithin sichtbaren Fahrgeschäften liegt.
Gröna Lund war übrigens während unserer ganzen Aufenthaltszeit geschlossen. Er öffnet nur im Sommer, wenn auch viele Open Air Konzerte stattfinden, um die Weihnachtszeit als „Winterwunderland“ und im Oktober/November mit speziellem Halloween Konzept. Er hat eine viele Jahre lange Tradition und wurde 1883 mit ein paar Karussells gegründet. Seitdem wurde er ständig erweitert und den Bedürfnissen von heute angepasst.

Skansen wurde 1891 gegründet und gilt als ältestes Freilichtmuseum der Welt. Es zeigt Gebäude, Gärten, Tiere und Landschaften nach allen Landschaften Schwedens gegliedert. Das ganze Jahr über finden hier auch Konzerte und Events statt, wie zum Beispiel Mittsommerwende. Jetzt im März ist es noch ruhig hier. Im Fjord sieht man noch Eisschollen und die Gärten sind noch im Winterschlaf. Genau so wie der Braunbär, der noch verschlafen auf einem Felsen in der Sonne liegt. An vielen Stellen wird noch fleissig renoviert und alles für die kommende Saison vorbereitet. Aber auch jetzt schon finden Erwachsene und Kinder hier genügend zu sehen und erleben, so dass man sich mehrere Stunden Zeit nehmen sollte. Mit einem Audioguide-Link kann man hier wieder auf mehreren Rundgängen Informationen auf dem Handy über die Ausstellungsstücke abrufen.
Es gibt neben den Gebäuden Wisente, Elche, Ziegen, Kühe und andere Farmtiere zu sehen. Im „Krog“, einem Café in der Mitte der Anlage kann man sich gemütlich in eines der historischen Häuser setzen und von edlem alten Sammelgeschirr frisch gebackenen Kuchen und Kaffee genießen. Von einer Bank aus hat man einen sehr schönen Blick über den Fjord.
Nebenan ist noch ein kleines Seeaquarium, das man ebenfalls mit dem Skansen-Ticket besuchen kann.









Auf dem Rückweg zur Fähre machen wir noch einen kleinen Umweg am Abba-Museum vorbei. Fans der Gruppe, die auch aktiv mitsingen wollen, finden hier Gelegenheit dazu.

Da das nicht so unser Ding ist, sparen wir uns die etwa 20 Euro Eintrittsgeld und fahren mit der Fährlinie 82 an Skeppsholmen vorbei nach Slussen. Da es mit 16 Uhr noch früh am Tag ist, beschließen wir in die „Fotografiska“ zu gehen, die im nahen Södermalm liegt, und die ich an anderer Stelle schon erwähnt habe. Es ist eines der bekanntesten Fotoausstellungen der Welt und befindet sich in einem historischen Industriegebäude am Hafen. Sie ist bis 23 Uhr geöffnet.
Hier werden wechselnde Ausstellungen namhafter Fotografen präsentiert und es werden auch Vorträge und Kurse angeboten. Momentan gibt es eine Ausstellung über Andy Wharhole mit Dokumenten über sein Leben und seine frühen Werke. Daneben beeindruckt der „Changing Room“, in dem man sich die sich ständig verändernden abstrakten Bilder von Tobias Gremmler ansehen kann, und in einer weiteren Ausstellung gibt es Bilder von Eliza Parodina.
Im angeschlossenen Restaurant mit einer spektakulären Aussicht essen wir eine Kleinigkeit. Große Gerichte gibt es hier nicht, eher leckere kleine Snacks. Da unser Lieblingsrestaurant „Pickwick“ nicht weit weg ist, gönnen wir uns auf dem Rückweg zum Hotel noch eine Portion Fish & Chips und ein Bier.
Schade, das war auch unser letzter Abend.





7.Tag
Wir brauchen uns heute Morgen nicht zu beeilen, da wir erst um 12 Uhr auschecken müssen.
Ein ausgiebiges Frühstück macht uns fit für den letzten Tag. Neben uns sitzt ein deutsches Pärchen, bei dem der Mann eine böse Erkältung hat. Er schnieft und hustet die ganze Zeit am Tisch und über das Buffet, ohne Rücksicht auf Nachbarn zu nehmen. Nach den vielen Covid-Regeln ganz schön unsozial. Unsere „Corona Warn-App“ ist später für diese Zeit angeschlagen und aufgrund der Warnung hofften wir nur, dass wir uns nicht angesteckt haben.
Wir packen die Koffer und geben sie in den Gepäckraum an der Rezeption. Nun haben wir noch den ganzen Tag Zeit, da unser Flieger erst heute Abend startet.
Leider ist das Nobel-Preis-Museum heute geschlossen. Und es ist heute sehr kalt. Immer wieder gibt es kleine Schneeschauer. Wir bummeln nochmal durch alle Straßen und Shops, die uns gefallen haben, besichtigen den Innenraum der großen schönen Staats-Bibliothek und laufen den Hügel zum Observatorium hoch. Der Ausblick auf die Stadt mit dem wolkenverhangenen Himmel und den Schneeflocken ist noch einmal etwas ganz anderes als bei Sonnenschein, aber auch schön.
Wie durch ein Wunder kommt auf dem Rückweg durch die Drottninggatan plötzlich die Sonne raus. Diesen Wechsel erleben wir heute einige Male.


In Gamla Stan wärmen wir uns im Chokladkoppen mit einem superleckeren Mochaccino auf. Und wie auch letzte Woche können wir trotz üppigem Frühstück nicht an den leckeren Kuchenstücken vorbei gehen. Hier drinnen ist es heute sehr voll. Draußen, wo vor ein paar Tagen noch die Leute in der Sonne an den Tischen saßen, hat der Schnee die Möbel mit einer weißen Decke überzogen.

Zeit für Souvenirs im Lakritzladen bleibt auch noch. Wer wie ich diese Lakritzschokoladen-Kugeln liebt, findet hier reichlich Auswahl.
In Östermalm finden wir tatsächlich im Outdoorladen „Peak Performance“ noch eine Weste für meinen Mann, nach der er schon Jahre gesucht hatte.
Das Wetter wird jetzt richtig ungemütlich, so dass wir beschließen zum Flughafen zu fahren – ein böser Fehler, wie sich dann herausstellt.
Der Arlanda-Express bringt uns in kurzer Zeit zum Terminal. Wir sind etwas mehr als 3 Stunden vor Abflug da, so wie es in den Empfehlungen der Airline stand. Es hieß immer wieder, dass es lange Schlangen am Security-Gate gibt, weil Personal fehlt. Unsere Freunde haben mehr als eine Stunde gestanden. Aber wir hätten lieber noch einen Kaffee in der Hotellounge trinken sollen!
Erste Panne: Eurowings macht den Schalter erst 2 Stunden vor Abflug auf und vor dem Schalter gibt es nur ein „Espresso House“ und einige wenige ungemütliche Bänke. Kein Restaurant, keine Shops geöffnet.
Wir stellen uns an die jetzt schon lange Schlange bei Eurowings an, damit wir nach Öffnung nicht noch länger warten müssen. Ziemlich genau zur Öffnungszeit schlurft eine Frau heran, die offensichtlich weder Lust zum Arbeiten hat, noch mit den Abläufen und der Bedienung des Computers vertraut ist. Bis sie dann endlich das Programm ans Laufen gebracht hat, hat ihr Kollege beim Priority-Boarding seine Reihe schon abgearbeitet und fängt aufgrund der immer lauter werdenden Unmutsbezeugungen der Passagiere mit unserer Reihe an und teilt sie auf. Leider bleiben wir in der Schlange der Schlafmütze, die jetzt erst mal umständlich Papier in den Drucker legen muss und unsere Buchung lange Zeit sucht. In der Zeit sind neben uns schon wieder 3 Paare abgefertigt. Um 18:20 Uhr sind wir dann endlich durch und haben großes Glück, dass bei der Security keine Schlange ist.
Im Warteraum dahinter machen gerade schon ein paar Restaurants zu – super! Das Einzige, wo man noch etwas bekommt ist ein „Max-Burger“, der total überfüllt ist. Die Zeit reicht so gerade noch für ein schnelles Abendessen auf der Hand, ehe wir uns vor unser Abfluggate setzen. Zum Glück gibt es hier viele Sitzgelegenheiten.
Und dann – oh Schreck, dieselbe missgelaunte Eurowings Mitarbeiterin wie beim Checkin. Auch hier kommt sie nicht klar und nach ein paar Versuchen fertigt sein Kollege von nebenan die Passagiere ab.
Das Flugzeug ist nicht sehr voll und mit dem gebuchten freien Mittelsitz ist der Flug sehr angenehm. Getränke oder Essen gibt es nur zum Kaufen, aber wir hatten uns ja schon verpflegt.
Pünktlich landen wir in Düsseldorf und können ohne Kontrolle rausgehen.
Merkwürdig: Impfausweise waren Pflicht zu dieser Zeit, aber niemand hat sie irgendwo kontrolliert. Der Flughafen ist sehr leer.
Unser Koffer kommt auch schnell und die Schwebebahn bringt uns zu unserem Auto.
Mit dem Code auf dem Handy passieren wir die Ausfahrt. Das Abstellen und Holen des Autos ist hier wirklich sehr problemlos und bequem.
Selbst die A3 Richtung Köln ist jetzt um 22:30 Uhr leer, so dass wir schnell zu Hause sind.
