Früh um 7 Uhr sind wir mit dem Kreuzfahrtschiff „Nieuw Amsterdam“ in Vancouver angekommen. Der markante Canadaplace ist uns von früheren Reisen noch gut in Erinnerung. Die Sonne strahlt vom Himmel und es ist deutlich wärmer als die letzten Wochen in Alaska. Hier ist noch Sommer, während dort schon der Herbst Einzug gehalten hat. Vom Schiff aus sehen wie trotz der frühen Stunde einige Menschen, die die Promenade entlang joggen oder spazieren.
Um 9 Uhr müssen wir das Schiff verlassen. Die Einreise ist völlig problemlos, die Taxis sind super organisiert. Eine ganze Reihe steht wartend in der Tiefgarage, wohin Schilder die Passagiere automatisch hinleiten. Alle werden nacheinander schnell abgefertigt und jede Fahrt kostet 16 $, egal wohin in Vancouver. Unsere Fahrt bis zum Ende der Robson Street, Ecke Denman Street ist nicht lang. Wir checken ein und nach einer kurzen Zeit, in der wir uns auf der Uferpromenade aufhalten, können wir schon das Apartment beziehen. Das Times Square Suites Hotel liegt ideal. Sehr ruhig gelegen, kurze Fußwege zur Promenade, zum Stanley Park, zur English Bay und Downtown. Wenn es einem doch zu weit ist, fahren auch öffentliche Busse fast vor der Haustüre in alle Richtungen ab. Genau gegenüber liegt ein großer Supermarkt und in kurzem Umkreis gibt es einige Cafés zum Frühstücken und Restaurants fürs Abendessen.
Auch das Apartment ist schön. Wohnzimmer mit Sitzgarnitur, Küchenzeile mit Esstisch, Bad, und Schlafzimmer. Eine Garage steht im Untergeschoss zur Verfügung, die wir allerdings nicht benötigen und oben ist eine schöne Dachterrasse mit Grillmöglichkeiten. Es ist eine sehr gute Umgebung, so dass man auch abends noch ohne sich unsicher zu fühlen zu Fuß unterwegs sein kann.






Wir ziehen uns erst mal temperaturgerecht an. Danach spazieren wir die Robson Street hinunter, die als edle Shoppingmeile bekannt ist. Ich erstehe einen kleinen Rucksack als Ersatz für meinen, der mir in Ketchikan kaputt gegangen ist.




An der Granville Street biegen wir nach rechts ab und suchen das Hotel, in dem wir schon einmal gewohnt haben. Das gibt es leider so nicht mehr. Es ist völlig umgebaut und der schöne Pub ist jetzt so etwas wie eine Sportsbar. Außerdem sieht die ganze Umgebung inzwischen nicht mehr sehr vertrauenserweckend aus. Wir drehen um und laufen bis zum Canada Place. Unterwegs stärken wir uns mit einem Kaffee und Donut bei Tim Horton.




„Unser“ Schiff, die Nieuw Amsterdam, liegt noch am Kai, so dass wir es nochmal von außen fotografieren können.
Weiter geht es die Waterstreet in Gastown mit ihren vielen kleinen Läden und der legendären Dampfuhr entlang bis zum Ende, wo wir im Pub „The Blarney Stone“ ein Guiness trinken. Über die Dampfuhr und Gastown, habe ich schon einmal in meinem Blog vor ein paar Jahren berichtet. Daher hier nur der Link für die, die mehr darüber wissen wollen.
Von hier aus könnte man in ein paar Minuten weiter nach Chinatown gehen, aber das ersparen wir uns, weil auf der Straße dorthin viele kaputte Typen liegen und die Polizei mit mehreren Wagen unterwegs ist. Auch das hat im Laufe der Jahre leider zugenommen.
In der „Local Public Eatery Gastown“ (vor 8 Jahren hieß das Lokal noch anders) reservieren wir für den Abend einen Tisch im Außenbereich bevor wir nochmal zurück zum Canada Place gehen um das Auslaufen der Nieuw Amsterdam zu sehen.
Beim Abendessen genießen wir die Sonne und schauen dem Treiben in Gastown zu.







Zurück zu unserem Hotel spazieren wir im Sonnenuntergang die Promenade am Wasser entlang, wo immer wieder Bänke zum Verweilen einladen. Viele Leute sind noch unterwegs, die joggen, Rad fahren oder einfach spazieren gehen. Es ist Sonntag und die Einheimischen genießen den Rest des Wochenendes.

Im Supermarkt, der auch heute bis spät in die Nacht geöffnet hat, decken wir uns mit Lebensmitteln fürs Frühstück ein. Wein hatten wir schon in Gastown gekauft, so dass wir den Abend noch gemütlich auf unserer Couch ausklingen lassen können. Unsere Handy-App sagt uns, dass wir heute 18 km gelaufen sind.
Am nächsten Tag ist es bedeckt, aber die Wettervorhersage ist gut. 100m neben unserem Hotel ist ein E-Bike-Verleih. Wir mieten zwei wirklich gute Bikes für 84$ pro Rad aus, um den Stanley Park zu erkunden, der direkt hinter der Bike-Station über Radwege gut zu erreichen ist. Wir bekommen eine gute Einführung und Helme, die im Mietpreis eingeschlossen sind. Eigentlich wollten wir, da wir nur im Park unterwegs sein wollen keinen Helm, aber der Vermieter sagt, es sei Gesetz in Kanada und er müsse sie uns geben. Wir sehen aber einige Radfahrer ohne Helm mit Citybikes, die in der ganzen Stadt stundenweise per App auszuleihen sind. Man sagt uns hier aber, dass wir ohne Helm nicht versichert seien. Ich sollte später noch feststellen, dass es gut war, den Kopf geschützt zu haben.
Um den Stanley Park herum, immer an der Küste entlang auf dem „Seawall“ ist ein 11 km langer hervorragender Radweg. Was ich super finde: man darf nur in eine Richtung fahren. Man kann also die Aussicht genießen ohne ständig entgegenkommenden Radlern ausweichen zu müssen. Für Fußgänger gibt es daneben einen Extraweg. Meist sind die beiden Spuren so gut voneinander getrennt, dass man auch zu Fuß keine Angst vor den Radfahrern haben muss. Ein tolles Konzept. Hier macht das Fahren echt Spaß. Die weniger frequentierten Wege im Innern des bewaldeten Parks müssen sich alle wieder in beiden Richtungen teilen. Man sollte dann nur auf der Karte nachschauen, wo man wieder auf den Küstenweg fahren muss, um in die gewünschte Richtung zu kommen. Sonst muss man eine Zusatzrunde fahren und das können einige Kilometer sein.
Früher nur Radweg um Stanley Island wurde der Seawall inzwischen auf 22 km erweitert. Er beginnt nun am Canada Place und führt hinter der English Bay noch weiter rund um den False Creek bis Kitsilano Beach.
Wir fahren vom Bikeverleiher aus nach links auf die Promenade am Devonian Harbour Park vorbei und zwischen Lost Lagoon und dem Hafenbecken von Coal Harbour. Danach biegt der Radweg auf den Seawall nach rechts ab. (Einbahnweg ab hier)
Im Folgenden kommt man an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei, wo man eine Pause machen kann. Auch passiert man viele Strände, die bei geeigneter Temperatur zum Baden einladen. Jetzt im September sind diese aber recht leer. Schöne Stellen zum Picknicken findet man genau so wie mehrere Imbisse, wo man Snacks und Getränke kaufen kann. Mit viel Glück sieht man auch Waschbären, Fischotter, Seeadler oder ab und zu auch mal Wale oder Delfine. Man sollte daher mindestens 3 Stunden einplanen. Wir wollen uns den ganzen Tag Zeit lassen.
Man kann übrigens Audioguides in Englisch und Deutsch aufs Handy laden, die auch funktionieren, wenn man offline ist.
Als Erstes fährt man am Burrard Inlet vorbei. Rechts sieht man den Yacht Club und das Naturreservat Deadman’s Island, das durch einen kleinen Damm mit dem Festland verbunden ist. Das Betreten ist verboten. Früher war es ein Friedhof der Squamish Indianer und danach um 1890 Quarantänestation für Vancouver. Seit dem 2. Weltkrieg nutzt das Militär dieses Landstück.
Wenn man hinter dem Yacht Club links abbiegt kommt man zum sehenswerten Vancouver Aquarium. Es ist Kanadas größtes Aquarium mit Forschungsstation und lohnt sicher einen mehrstündigen Besuch. Leider fehlt uns heute dafür die Zeit.
Also fahren wir weiter den Seawall entlang bis zum Brockton Point Totem Pole. Seit den 1920er Jahren hat die Stadt die Pfähle angekauft und wollte eigentlich ein First Nations Dorf errichten, was aber nicht vollendet wurde. Die ursprünglichen Pfähle fingen auch an zu verrotten, so dass man sie in Museen unterbrachte und durch Nachbildungen ersetzte. Auf den Hinweisschildern kann man nachlesen, zu welchem Stamm sie gehörten.



Anschließend passieren wir den Hallelujah Point, von dem aus man einen tollen Ausblick auf die gegenüberliegende Skyline von Vancouver hat. Der Name stammt aus früherer Zeit, als hier die Heilsarmee Gottesdienste abgehalten hat und die Hallelujah-Gesänge über die Bucht schallten.
Hier steht auch die fotogene Skulptur des kanadischen Sprinters Harry Jerome, der in den 1960er Jahren bei den olympischen Spielen eine Bronzemedaille gewonnen kann.

Auf der Landspitze sieht man die Nine o’Clock Gun, die als Zeitsignal dient, so dass die Bevölkerung und Schiffe ihre Uhrzeit aktualisieren können. Man hat sie mit einem Käfig eingezäunt, nachdem sie 1969 gestohlen wurde.
Wir fahren weiter um die Landzunge herum bis zum Brockton Point Light House, einem kleinen Leuchtturm, von wo aus man die auf einem Felsen sitzende Statue „Girl in a Wetsuit“ sehen kann. Sie ist eine der Kopenhagener Meerjungfrau ähnliche Bronze Skulptur von 1972, die jedoch den hiesigen Moralvorstellungen geschuldet mit einem engen Neoprenanzug bekleidet ist.
Einige Meter weiter ragt das „SS Express of Japan Figurehead“ farbenfroh über den Weg, eine Nachbildung der Galionsfigur des Oceanliners, der „Queen of the Pacific“ genannt wurde. Zwischen 1891 und 1922 überquerte das Schiff den Pazifik mehr als 400 mal.
Das Original findet man in Vancouvers Maritime Museum.






Wir passieren Lumberman’s Arch, ein Holzfällerdenkmal an der Stelle, wo früher einmal eine große indigene Siedlung stand, fahren unter der über 1500m langen Lions Gate Bridge mit seiner imposanten Stahlkonstruktion hindurch, bevor wir zum Prospekt Point Lighthouse kommen, einem historischen Leuchtturm. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Brücke und auf Nord und West Vancouver und den Pazifik, der sich nach Westen erstreckt. Über diese Brücke kann man mit dem Auto zum Capilano Suspension Bridge Park fahren, wo man über einen Baumwipfelpfad und eine freihängende Brücke mit spektakulärem Blick nach unten laufen kann (recht teurer Eintritt) und zum Grouse Mountain.
Vom Leuchtturm aus kann man einen Abstecher in den Park zum Beaver Lake machen. Dort findet man fast unberührte Natur und man kann um den See herum wandern.
Wir sind mit dem Rad von einer anderen Stelle aus dorthin gefahren, haben uns zwischenzeitlich einmal verfahren und hier war die Stelle, wo ich froh war, einen Fahrradhelm zu tragen. Auf dem steinigen bergauf führenden Weg bin ich mit dem Rad umgekippt, als ich nach hinten schauen wollte, wo mein Mann bleibt. Blöder Fehler! Aber außer einer Schramme ist dank Helm zum Glück nichts passiert.




Hier am Prospect Point kann man bei einem Eis oder Fish und chips auf einer Anhöhe sitzen und die Aussicht genießen.
Zwischen Lions Gate Bridge und Third Beach kommt man an einem 18m hohen Felsen vorbei, dem Siwash Rock, der ein paar Meter vom Ufer im Wasser hervorragt. Es ist eine Basaltsäule vulkanischen Ursprungs mit einem malerisch auf der Spitze wachsenden Baum, um die sich eine Legende der Squamish rankt. Demzufolge soll ein Mann in den Stein verwandelt worden sein. Eine Gedenktafel beschreibt ihn als „Skalsh den Selbstlosen“.

Neben den Restaurants, wie z.B. dem „Teahouse“ und dem „Stanley Park Brewing Restaurant“, geht es an den saisonalen „Concession Stands“ in der Nähe der Strände etwas einfacher zu. Hier bekommt man ebenfalls etwas zu essen und zu trinken, sitzt aber damit auf der Wiese, an Gartentischen oder am Strand. Der Kiosk am 3rd Beach ist für uns perfekt, um uns eine Pause mit Fish & Chips zu gönnen.


Weiter geht es auf der Westseite des Parks, wo sich einige schöne Sand-Strände aneinander reihen. Auch ein großes Schwimmbad findet man hier (Second Beach Pool), welches aber zu dieser Jahreszeit nicht geöffnet hat, obwohl die heutigen Temperaturen von 25 Grad Celsius durchaus dafür geeignet wären. Für Familien mit Kindern ist hier der große Spielplatz interessant und die große Picknickwiese.
Nach dem Second Beach kommen so langsam Vancouvers Häuser in Sichtweite. Kurz nach dem Ausgang des Parks erreicht man die berühmte English Bay mit seinem langen Sandstrand, wo sich abends viele Menschen versammeln um den spektakulären Sonnenuntergang zu erleben. Hier kann man im Sommer alles bekommen, was zu einem langen Strandtag gehört.


Von dort geht die Denman Street ab mit ihren vielen netten Restaurants, Bars und Geschäften, die uns zu unserem Hotel führen würde.
Es ist aber noch früh, und so fahren wir den Seawall weiter bis wir am Hornby Terminal ankommen, von wo die kleinen Wasser Taxis nach Granville Island und zum Maritime Museum abgehen. Aber das sind Ziele für einen weiteren Tag. Wir kehren um.





An der English Bay setzen wir uns mit einem Kaffee von Starbucks auf eine Bank- es ist ein so schöner Platz hier. Sehenswert ist die Gruppe von 14 lustigen Skulpturen, die hier stehen, „The A-Maze-Ing Laughter art work“. Alle sind ein Selbstporträt des Künstlers Yue Minjun. Ursprünglich waren sie Teil der Vancouver Biennale 2009-2011, bei der alle zwei Jahre zeitgenössische Kunst im Freien ausgestellt wird.




Leider können wir nicht bis zum Sonnenuntergang bleiben, weil wir die Räder um 18 Uhr abgeben müssen. An der Lost Lagoon vorbei kommen wir wieder zurück zur anderen Seite und radeln noch weiter zum Canada Place. Dort legt gerade die Queen Elizabeth II das Kreuzfahrtschiff der Reederei Cunard ab. Wir beobachten das Schauspiel eine Zeit lang, bevor wir zurück müssen, um die Räder abzugeben.
Da das Wetter heute so toll ist, bringen wir die Rucksäcke ins nahe Hotel, ziehen uns um und machen uns nochmal zu Fuß zur English Bay auf. Es sind nur 850m die Denman Street hinunter. Auf der Veranda des Restaurants „Hook“ essen wir zu Abend und setzen uns danach mit einem Getränk an den Strand, wo sich schon zahlreiche Menschen versammelt haben. Langsam und sehr malerisch versinkt die Sonne vor uns im Meer. Es ist schon dunkel als wir zum Hotel zurück schlendern. Alle Lokale sind gut besucht und man fühlt sich auch am Abend hier noch sehr sicher.



Leider ist es am nächsten Morgen ziemlich bewölkt. Dennoch kaufen wir Online Tickets für „Grouse Mountain“. Vor einigen Jahren waren wir schon einmal da, aber der Preis hat sich jetzt mehr als verdoppelt. 70$ zahlen wir pro Person. Allerdings ist der Shuttle ab Canada Place inclusive. Der Service ist aber -vielleicht wegen Nebensaison? – nicht sehr gut. Wir warten 20 Minuten auf den Shuttle, und dann kommt ein so kleiner Minibus, dass zwei der Wartenden nicht mitkommen können. Und zurück verkehren die Busse nicht laut Fahrplan, sondern wir warten mehr als eine Stunde.
Die Fahrt geht über die Lions Gate Bridge nach Nord-Vancouver. Grouse Mountain ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Einheimischen. Man kann dort bei spektakulären Aussichten auf Vancouver wandern, im Winter Ski laufen, das Grizzlybär Gehege besichtigen, Sommerrodelbahn fahren, Vorstellungen anschauen oder nur essen gehen.
Mit einer Gondel fährt man auf 3700 Fuß hoch, wo man die Vergnügungsangebote findet. Um die Bergstation herum findet man viele aus Holz geschnitzte Skulpturen von Menschen und Tieren.
Wir schauen uns die Lumberjackshow an, die Raubvögelpräsentation und die Grizzlies. Es ist ein riesiger Unterschied, die Bären hier in Gefangenschaft zu sehen zu der Erfahrung, die wir letzte Woche in Alaska machen durften. Die vielen fotografierenden Menschen vor dem Zaun ergeben ein makabres Bild.








Jetzt in der Nebensaison haben hier oben nicht alle Lokale geöffnet, aber im Hauptrestaurant kann man Snacks und Kuchen bekommen. Und an einem Kiosk gibt es die in Kanada berühmten Beavertails, Teigfladen, die in Öl ausgebacken werden und mit vielen Toppings zu haben sind. Mir sind sie allerdings zu fettig und zu süß.
Um uns herum gibt es viele Lifte, die im Winter die Skifahrer nach oben bringen. Eine Gondel zum Gipfel ist in Betrieb. Leider ist die Sicht von hier oben sehr schlecht und das „Eye of the Wind“, ein riesiges Windrad mit Aussichtsplattform ist auch geschlossen. Schade!



Da das Wetter jetzt ziemlich ungemütlich wird, gehen wir in das Hauptrestaurant, in dem ein großes Kino untergebracht ist. Hier zeigt man einen Film über die Hintergründe der Aufnahme der Bären im Jahr 2002.


Aufgrund der Busverspätung sind wir erst um 18 Uhr zurück am Canada Place. Es lohnt nicht mehr vor dem Essen nochmal ins Hotel zu gehen.
Am Anfang von Gastown liegt das Steamworks Brauhaus, welches bei unserem letzten Besuch in der Hauptsaison ständig ausgebucht war. Heute bekommen wir ohne Mühe spontan einen Tisch.
Das Essen und das Bier dort sind wirklich gut und wir erholen uns von den Anstrengungen des Tages, bevor wir über die belebte Robson Street zurück zum Hotel spazieren.
Am nächsten Morgen regnet es und wir lassen uns Zeit mit unserem selbst gemachten Frühstück.
Wir haben heute, am letzten Tag noch ein paar Aktivitäten vor. Zu Fuß machen wir uns noch einmal zur English Bay auf, laufen auf dem Seawall bis False Creek. Das ist ein schmaler, zwei Kilometer langer Meeresarm zwischen dem Stadtzentrum und der Burrard-Halbinsel. Drei Brücken überspannen das Wasser, die Burrard Street Bridge, die Granville Street Bridge und die Cambie Bridge.
George Henry Richards von der Royal Navy folgte im 19. Jahrhundert dem Burrard Inlet und dachte, er käme in einen Creek (Bach, Fluss). Als er den Irrtum bemerkte, nannte er den Arm „False Creek“ (falscher Fluss“).
Hier ist der Anleger des „Aquabus“ wo wir mit dem Rad schon einmal waren. Damit lassen wir uns zum Maritime Museum bringen. Es liegt im Stadtteil Kitsilano, einem ruhigen und beliebten Wohngebiet von Vancouver. Das Museum zeigt wechselnde Ausstellungen zur Seefahrt mit Schiffsmodellen und als besondere Attraktion die ST. Roch, ein historischer Schoner der Royal Canadian Mounted Police. Unter Henry Larsen fuhr es 1940 als erstes Schiff die Nordwestpassage vom Pazifik zum Atlantik. Seit 1958 liegt es auf dem Trockendock. Darum herum wurde das Museum errichtet. Das Schiff kann von innen und außen besichtigt werden und viele Dokumente und Gegenstände verbildlichen die Fahrten.
Auch die Galionsfigur der SS Express of Japan ist hier ausgestellt, deren Replique wir im Stanley Park gesehen haben. Etwas mehr als eine Stunde verbringen wir im Museum.








Von hier aus kann man, wieder auf einem Stück des Seawalls am False Creek entlang, bis nach Granville Island laufen. Diese künstliche Sandinsel war bis 1950 ein Industriegebiet, verfiel dann langsam, bis sie in den 1970er Jahren durch die Canadian Housing and Mortgage Corporation (CMHC) eine neue Nutzung bekam.
Das bekannteste Gebäude ist die große Markthalle, in der man ab 9 Uhr morgens alles kaufen kann, was es an Lebensmitteln gibt. Frisches Ost, Gemüse, Brot, Fisch, Fleisch, Süßes, und vieles mehr. Um die Markthalle herum findet man Restaurants, Theater und Souvenirläden. Ein lebhaftes Treiben herrscht hier, eine Mischung aus Einheimischen und Besuchern.






Wir essen im Brauhaus „The Keg“ sehr gut zu Mittag und decken uns für das Abendessen in der Markthalle mit geräuchertem Lachs und Brot ein. Heute ist es nicht so heiß, so dass die Lebensmittel den Transport überstehen werden. Ein Aquabus bringt uns wieder zurück zur Haltestelle, an der wir am Morgen gestartet waren. Mit ein paar Pausen und schönen Aussichten laufen wir den Seawall wieder zurück bis zur English Bay. Es regnet jetzt nicht mehr und die Sonne lässt sich blicken. Nachdem wir die Lebensmittel in unserem Kühlschrank untergebracht haben, fahren wir mit der Buslinie 5 noch einmal zum Canada Place. Tickets lassen sich übrigens über eine App ganz problemlos mit dem Handy kaufen. Ein letztes Mal spazieren wir die Waterstreet entlang durch Gastown, erstehen noch ein paar Souvenirs, trinken ein letztes Guiness im Blarney Stone Pub, schauen einem norwegischen Schiff beim Auslaufen zu und genießen nochmal die Aussicht auf die Bucht. Es sind sehr wenige Leute unterwegs und kein Schiff liegt jetzt mehr am Kai. Es ist Mitte September und die Saison hat wohl jetzt endgültig ihr Ende gefunden. Mit der Linie 5 fahren wir wieder zurück, packen und verzehren den Lachs von heute Morgen und die letzten Getränke.
Schade, dass die Tage schon wieder vorbei sind. Vancouver ist wirklich eine sehenswerte Stadt. Wir waren jetzt zum dritten Mal hier und haben immer noch nicht alles gesehen.
Wie zum Beispiel: Science World, Vancouver Zoo, Vancouver Lookout, Aquarium, mehrere Museen und die ganzen Neighbourhoods und Parks.
Ein Taxi bringt uns am nächsten Morgen zum Flughafen. Man könnte auch den Skytrain nehmen, aber mit dem ganzen Gepäck ist uns das zu stressig.
Unser Rückflug geht durch eine völlig sinnfreie Umbuchung der Fluggesellschaft über San Francisco, wo wir 3 Stunden Aufenthalt haben, nach Frankfurt.


Zum Glück läuft alles reibungslos und auch die Koffer kommen beim Umsteigen mit ins richtige Flugzeug.
Und auch unser Auto können wir unbeschädigt wieder in Empfang nehmen, obwohl sich die „Firma“, bei der wir einen bewachten Parkplatz mit Shuttle gebucht hatten inzwischen in Luft aufgelöst hat (siehe Blogbeitrag „Alaska 2024“).
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