Eine Kreuzfahrt durch die Inside Passage

Von Alaska nach Kanada

Eigentlich hatten wir vor, die Fähre des Alaska Marine Highways zu benutzen wie schon ein paar Jahre zuvor. Aber unter der ersten Regierungsphase Trumps wurden Zuschüsse gestrichen, dazu kam die Covidpandemie, die dafür sorgte, dass viel Personal auf andere Jobs umgestiegen ist. Jetzt kommt man nicht mehr per Fähre aus der Anchorage Gegend in die Hauptstadt Juneau. Und auch von Prince Rupert geht es nicht weiter nach Vancouver. Wir hätten also einige Inlandflüge buchen müssen.
Mit dem „Milk Run“ der Alaska Airlines ist das recht preisgünstig und komfortabel, aber wir wollten die schöne Schiffsfahrt an der Küste entlang durch die Inside Passage haben. So haben wir uns dann für ein Kreuzfahrtschiff entschieden. Die Riesenschiffe sind uns jedoch ein Gräuel und so etwas wie Cunard hätte unser ohnehin schon ziemlich beanspruchtes Budget weiter in die Höhe getrieben. Nach vielen Vergleichen haben wir dann ein mittelgroßes Schiff gebucht, die „Nieuw Amsterdam“ der Holland America Line, das mit 2500 Passagieren an unserer obersten Toleranzgrenze liegt. 

Von der Reederei organisierte Ausflüge zu buchen haben wir aber vermieden. Wir gehen lieber allein in unserem Tempo auf Entdeckungstour, statt in einem Menschenpulk durch die Gegend geführt zu werden. Lediglich in Juneau haben wir einen Shuttle zum Gletscher in Anspruch genommen, der einige Meilen außerhalb der Stadt liegt. Ein individueller Ausflug mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre sehr umständlich und zeitaufwändig gewesen. Es fährt zwar ein Linienbus, aber der braucht mehr als eine Stunde und fährt nicht oft. Und der Fußweg von der letzten Haltestelle ist noch über zwei Kilometer lang. Ob man ein Taxi bekommt, weiß man an solchen Orten nicht sicher, da oft mehrere Schiffe gleichzeitig ankommen. Und man sollte bedenken, dass das Schiff nicht wartet, wenn man sich aus irgendeinem Grund verspätet.

Wir frühstücken ein letztes Mal in unserem gemütlichen B&B in Palmer. Es war ein schöner Aufenthalt (siehe Reisebericht von Palmer). Die Gastgeber Lila und Barry waren sehr nett und kommunikativ.

Um halb 10 machen wir uns auf den Weg nach Anchorage, wo wir unser Mietauto um 11 Uhr am Flughafen abgeben. Es ist noch viel zu früh um zum Busterminal zu fahren, wo wir erst um 12 Uhr unser Gepäck an der Station des Shuttlebusses abgeben können, also trinken wir noch bei Starbucks im Südterminal einen Kaffee bevor wir ein Taxi in die City nehmen. Wie überall auf der Welt muss man auch hier das erste Taxi in der Reihe nehmen – in unserem Fall leider ein sehr klappriges kleines Auto, dessen Fahrer sich anscheinend überhaupt nicht auskennt. Mit Hilfe von Google Maps lotsen wir ihn zum Dena’ina Civic Center, von wo der Shuttle nach Whittier abfährt. Für die 16 Minuten Fahrt ok, aber länger möchte ich sowohl mit dem Auto als auch mit dem Fahrer nicht unterwegs sein. Unten in dem Gebäude ist die Kofferannahme. Alles ist super organisiert. Man sagt uns, dass das Gepäck direkt auf das Schiff gebracht wird. Hoffentlich klappt das, da es ein privater Shuttle und nicht von der Reederei HAL organisiert ist. Fast alle Passagiere sind auch Kreuzfahrtgäste. Ich glaube aber, man könnte auch einfach nur so nach Whittier fahren. Nur mit leichtem Rucksack können wir noch einen letzten Bummel durch Anchorage machen und ein paar Souvenirs einkaufen. 

Souvenirladen auf der Hauptstrasse

Um 15 Uhr finden wir uns wieder dort ein. Es sind schon viele andere Leute da, von denen einige offensichtlich nicht ganz gesund sind und husten. Da wir keine Lust auf Covid haben, tragen wir im ziemlich vollen Bus eine Maske. Das waren vielleicht die Passagiere, die hinterher etliche Kreuzfahrer angesteckt haben, wie wir auf Facebookseiten dieser Reise später erfahren haben.
Der Busfahrer erzählt viel während der Fahrt entlang des Turnagain Arms und macht eine Pause an der Stelle, wo man den Portage Gletscher sehen kann.
Dann fahren wir durch den Anton Anderson Memorial Tunnel nach Whittier. Er ist 2,5 Meilen lang und hat nur eine Spur, die sich Autofahrer und Züge teilen. Abwechselnd wird für jeweils eine Richtung die Einfahrt für Zug oder Auto freigegeben. Es gibt einen festen Zeitplan. Wenn man also zu einem bestimmten Zeitpunkt in Whittier sein muss, sei es um die Fähre durch den Prince William Sound zu erreichen, eine Whalewatching-Tour zu machen oder an Bord eines Kreuzfahrtschiffs möchte, sollte man genug Zeit einplanen und vorher auf den aktuellen Plan schauen.
Whittier selbst ist nicht wirklich eine Sehenswürdigkeit. Es hat einen kleinen Hafen und einen Anleger für größere Schiffe. Fast alle Bewohner leben in einem großen Wohnkomplex. Bei unserem letzten Besuch haben wir dort in einem B&B gewohnt und sind dann mit der Autofähre weiter nach Valdez gefahren. Das B&B habe ich dieses Jahr nicht mehr gefunden und ansonsten gibt es noch ein Hotel für Gäste, die vor der Schiffsfahrt eine Übernachtung brauchen. Man kann auch campen, wandern, Kajakfahren und es gibt ein paar Restaurants. Von unserem damaligen Zimmer aus konnten wir die ganze Nacht beobachten (und hören…), wie ein Containerschiff beladen wurde. Kein Kran, wie etwa in Hamburg, sonder alle Container wurden einzeln mit einem Hubwagen auf das Schiff gefahren.
Hinter der Tunnelausfahrt sehen wir die Nieuw Amsterdam schon am Pier liegen. Der Bus hält genau davor.
Die Einschiffung klappt reibungslos. Wir hatten uns vorher die Navigator-App aufs Handy geladen und brauchen die dort gesicherten Daten  nur noch vorzuzeigen. Das Gepäck wird nur durchleuchtet und nicht durchsucht. Zumindest wurde mein Reisewasserkessel, den wir in der Lodge gebraucht hatten, nicht beanstandet, obwohl er zu den verbotenen Geräten gehört. Wir wollen ihn ja an Bord auch nicht benutzen. Aber unter Sicherheitsaspekten hätte man wohl mehr Sorgfalt aufwenden müssen…
Da es schon 17:30 Uhr ist gehen wir zuerst mal zum Abendessen in den „Main-Dining-Room“. Edel mit weißen Tischdecken und Bedienung, aber die Kleidung ist recht lässig, nicht so wie auf der Website von HAL gefordert. Wir sehen Jeans und Polo-Hemd oder ordentliches T-Shirt bei den Männern und einige wenige mit Jacket, Frauen normal, wie man auch zu Hause in einem Restaurant essen gehen würde. Wir konnten uns nicht einmal umziehen, da der Koffer noch nicht auf dem Zimmer war und werden auch mit Outdoorhose und (sauberen) Wanderschuhen reingelassen.
Das Essen ist sehr gut und schön angerichtet. Wir beschließen, zum Essen immer hierher zu gehen statt ins Buffet-Restaurant „Lido“, wo es sehr wuselig ist und ungemütlicher. 
Man muss nicht vorher eine Essenszeit festlegen wenn man nur zu zweit ist. Lediglich, wenn man nicht mit anderen an einem Tisch sitzen möchte könnte es zur Hauptessenszeit zu (kurzen) Wartezeiten kommen. Mit der Navigator-App lässt sich auch spontan vorher ein Tisch reservieren. Anders sieht es aus, wenn man Wert darauf legt, jeden Tag am selben Tisch zu sitzen und vom selben Kellner bedient zu werden. Dann sollte man das schon zu Hause online festlegen. Aber das war uns nicht wichtig und wir haben auch so oft einen schönen Platz am Fenster bekommen.
Die meisten Gäste haben wohl lieber im Lido gegessen – wahrscheinlich wegen der größeren Auswahl. Tipp: Nach dem Essen kann man sich am Buffet noch einen Kaffee ,Tee oder Eistee holen (eigene Coffee to go Tasse ist praktisch) und sich ins Observation Deck oder aufs Außendeck setzen – bei schlechtem Wetter auch überdacht und windgeschützt. Decken stehen kostenlos zur Verfügung.
Nach dem Essen finden wir unsere Koffer wohlbehalten in der Kabine, ziehen uns um und bummeln über das Schiff. Es gibt viele Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben. Ein großer überdachter Pool ist vielleicht für Familien mit Kindern interessant. Wir haben ihn nicht benutzt, weil meist die Zeit zu knapp ist und wir finden es dort auch nicht gemütlich. Für den Pool draußen ist es zu kalt.

Schöner ist es, auf dem Außendeck in Decken gehüllt die schöne Landschaft zu genießen. 
Dort beobachten wir dann im Abendlicht auch das Auslaufen des Schiffes bis es uns zu kühl wird.


Im großen Theater gibt es fast jeden Tag zwei Vorstellungen (Tanz, Musik, Comedy).
In der „Rolling Stone Bar“ spielt eine Band und neben dem Casino, im „Billboard Onboard“  unterhalten zwei sehr gute Klavierspieler (Adam & Matt) mit ihrer Show die Gäste mit Klassikern der Pop- und Folkmusik. Für einen Cocktail zahlt man zwischen 9 und 15$. Wir haben kein Getränkepaket. Um das auszunutzen müsste jeder mindestens 10 Getränke am Tag verzehren. Auf die Menge kommen wir nicht, da tagsüber ohne Limit Eistee, Wasser, Kaffee und Tee zu haben sind.
Mit einem letzten Tee lassen wir den Tag in unserer gemütlichen Kabine mit Sitzecke und großem Fenster ausklingen. In Anbetracht des (kühlen) Reiseziels haben wir uns die Kosten für einen Balkon gespart und dies auch nicht bereut.
Wir schlafen sehr gut. Die leichte Schiffsbewegung finden wir entspannend (manche klagen jedoch über Seekrankheit).

Kaffeepause in der Kabine

Zum Frühstück gehen wir wieder in den Dining-Room. Es gibt kleine leckere, nett angerichtete Gerichte in ruhiger Umgebung. Ich nehme Eggs Benedict mit Brot und Obst. Es gibt auch Eier mit Speck, Fisch, Müsli, Joghurt, Säfte und noch einiges mehr.
Heute ist ein Seetag, d.h. wir verbringen den ganzen Tag an Bord. In den bequemen Sesseln des Observation Decks kann man die Aussicht während der Fahrt genießen. Die See ist sehr ruhig heute. Wir sind auf dem Weg zur Glacier Bay und am Nachmittag gibt es im Theater einen Vortrag über das, was uns dort erwartet.

Observation Deck

Gegen 16 Uhr nähern wir uns dem Hubbard Glacier. Draußen ist leider fürchterliches Wetter. Keine Sicht und es gießt bei sehr starkem Wind. An schönen Stellen öffnet die Schiffsbesatzung die „Bow“, die Plattform am Bug. Unser erster Versuch dorthin zu gehen scheitert. Der Regenponcho fliegt hoch und man steht im zentimetertiefen Wasser. Fotos machen ist kaum möglich. Pitschnass beschließen wir, aufs überdachte Promenadendeck zu gehen. Hier ist es windstiller, aber die Sicht ist durch die tiefhängenden Wolken auch nicht besser. Schade, aber das ist halt die Natur in Alaska. Jedoch dann, genau vor dem Gletscher hört dann wunderbarerweise der Regen auf und man kann sogar die Sonne hinter den Wolken ahnen. So schnell kann sich das Wetter hier ändern. Das Schiff kreuzt eine Zeit lang vor der Küste und wir können die imposante Landschaft doch noch genießen.


Obwohl so viele Leute an Bord sind, verteilen sie sich sehr gut und man findet immer einen Platz mit guter Sicht.

Heute ist „Dressy Evening“. Bevor wir in den Speisesaal gehen, schauen wir uns an, wie die Leute gekleidet sind. Keine Panik! Eine Hose, Polohemd und leichtes Jacket für den Mann und Hose oder Rock mit schönem Oberteil für die Frau reichen vollkommen aus. Ganz wenige haben sich mehr in Schale geworfen und wirken fast overdressed. Selbst die Sneaker an den Füsse der meisten Männer sind ok. Nach dem wirklich tollen Dinner besuchen wir im Theater die Vorstellung der „Step One Dance Company“. Ich finde die Show super, bin aber sowieso Tanzfan.
Der Saal ist jedoch nur halb besetzt obwohl es der Kapitänsempfang ist und man ein Glas Sekt zur Begrüßung erhält. Anscheinend steht das amerikanische Publikum nicht auf Contemporary Dance. 
Wir beschließen den Abend mit einem Cocktail in der Billboard Bar mit den beiden grandiosen Klavierspielern.

Der nächste Tag ist ein zweiter Seetag. Ziel ist die Glacier Bay. Zuerst sieht es so aus, als würde sich das Wetter von gestern wiederholen. Trotzdem ziehen wir uns warm an und gehen wieder zur Bow.
Es ist zum Glück nicht so windig wie das erste Mal. Ganz plötzlich hört auch der Regen auf und die Sonne verdrängt die Wolken. Die Fahrt geht durch einen engen Fjord mit spektakulärer Landschaft. Im Glacier Bay Nationalpark gibt es, wie wir gestern in dem Vortrag gehört haben, über 50 Gletscher, von denen 7 bis an den Fjord reichen. Sie stammen aus einer 4000 Jahre zurückliegenden Eiszeit. Kapitän George Vancouver erforschte 1794 die Gletscherbucht, die damals fast vollständig mit Eis bedeckt war.
1879 folgte John Muir, der feststellen musste, dass die Gletscher sich sehr stark zurückgezogen hatten. Heute hat sich das Tempo etwas verlangsamt aber im Laufe des Klimawandels schmilzt immer mehr Eis. Es gibt hier außer den mit der Fähre erreichbaren Ort Gustavus keine Siedlungen und Straßen. Viele Besucher kommen mit den Kreuzfahrtschiffen, um neben den Gletschern auch die reichhaltige Tierwelt zu erleben. Hier gibt es mehrere Walarten, wie z.B. Orcas, Braun- und Schwarzbären, Wölfe, Seeadler und etliche mehr. Wer jedoch erwartet, dass er vom Schiff aus viele davon erspähen kann, wird enttäuscht sein. Mit viel Glück und einem guten Fernglas sieht man vielleicht in weiter Ferne mal einen Bären. Auf Wale kann man etwas häufiger treffen, vorausgesetzt man sitzt nicht am Pool, sondern lange Zeit mit dem Fernglas draußen auf Deck. Außerdem bieten die Reedereien (sehr teure, kurze und meines Erachtens überfüllte) Ausflüge zur Tierbeobachtung an. Wir haben uns das erspart, da wir ja schon genug Bären in Katmai gesehen haben und viele Wale bei früheren Reisen, als wir längere Zeit an einem Ort waren.
Wir bleiben die ganze Zeit hier draußen während das Schiff erst eine Stunde vor dem Margerie Glacier liegt und dann in einem anderen Fjord zum John Hopkins Glacier fährt. 

Den Nachmittag verbringen wir mit Kaffee und Kuchen dick in Decken eingehüllt auf den Liegen des Lidodecks und können nicht genug von der schönen Landschafts-Kulisse haben, bis sich die Wolken wieder vor die Sonne schieben und der Nebel die Sicht nimmt. Im Crow’s Nest auf dem Observation Deck haben Ranger den ganzen Tag das Schiff begleitet und Fragen zur Landschaft beantwortet. Leider komme ich nach einer heißen Dusche zu spät, um noch einen Nationalparkstempel zu bekommen. Sie haben schon alles eingepackt.
Da der Tag doch recht kalt war, machen wir es uns bis zum Essen in den Sesseln vor der Panoramascheibe mit einem warmen Tee gemütlich. 
Später am Abend nach einem weiteren hervorragenden Dinner schauen wir uns die Musikshow „Legacy“ an, in der vier farbige Sänger performen. Ganz ok, aber nicht zu vergleichen mit der Tanzshow gestern.
Der abendliche Drink in der Billboard Bar ist schon zu einem festen Ritual geworden. Die beiden Künstler sind wirklich Klasse.

In der Nacht nimmt das Schiff Kurs auf Skagway, wo wir um 6:30 Uhr anlegen. Die Straße vom Anleger zur Stadt ist aktuell durch einen gewaltigen Erdrutsch zerstört, so dass die Gäste mit Tenderbooten durch den kleinen Hafen in wenigen Minuten an Land gebracht werden. Wir lassen erst mal die Ausflügler weg, die eine geführte Tour vom Schiff gebucht haben und frühstücken in Ruhe während wir dem Treiben draußen zuschauen. 
Um halb zehn holen wir uns dann ein Tenderticket und gehen auf eigene Faust an Land. Das kann man hier in Skagway sehr gut machen. Zudem kennen wir die Stadt schon von einer früheren Reise.
In den Straßen sind schon viele Touristen unterwegs. Nach uns sollen noch 3 Kreuzfahrtschiffe kommen – da wird es sicher richtig voll in der kleinen Goldgräberstadt. Viele Gebäude stammen noch aus dieser Zeit. Heute gehören sie zum Klondike Gold Rush National Historical Park und ist eins der Highlights aller Kreuzfahrtschiffe. Diese sind teils größer als die kleinen Häuser und wirken etwas makaber so am Ende der Strasse.


Hier endet die White Pass und Yukon Railway, die von Whitehorse aus über den White Pass den Yukon mit Skagway verbindet. Vor einigen Jahren sind wir diese Strecke gefahren, um dann von Skagway aus weiter mit der Alaska Marine Highway Fähre Richtung Süden zu reisen. Die Fahrt mit der alten Eisenbahn ist wirklich empfehlenswert. Viele Gäste der Nieuw Amsterdam machen heute einen Ausflug mit dem Zug. Wir schauen uns das Terminal an, von wo die Züge starten und haben den Eindruck, dass deren Anzahl viel mehr geworden ist. 
Wir spazieren über die Hauptstraße, den „Broadway“ mit den vielen Souvenirläden zum alten Goldgräberfriedhof, der etwas außerhalb der Stadt liegt. Hier kann man das Grab von Soapy Smith finden, der das Leben des Ortes damals maßgeblich geprägt hat. Der 1860 geborene Jefferson Randolph Smith wurde bekannt als Geschäftsmann und Trickbetrüger. Den Spitznamen bekam er, weil er Seife verkaufte, wo in einem Stück angeblich 100 $ versteckt sein sollten. In Skagway suchte er kein Gold wie alle anderen, sondern eröffnete ein Telegrafenamt. Für 5$ konnte man nach Hause telegrafieren. Das Geschäft war zu Ende, als jemand heraus fand, dass die Leitung, die bis Seattle gehen sollte nur ein paar Hundert Meter lang war und somit kein Telegramm ankam. Soapy Smith und seine Revolverhelden waren in der Stadt berüchtigt. 1898 kam er bei einer Schießerei mit dem Landvermesser Frank H. Reid ums Leben. Auch Reids Grab findet man auf dem Friedhof. 
Der Weg dorthin ist etwa 2 Meilen lang und dauert etwa 60 Minuten mit Fotostopps. 
Die Gräber liegen verteilt in einem kleinen Wald und man kann noch bis zu den Wasserfällen weiterlaufen. Aber da es anfängt zu regnen, machen wir uns auf den Rückweg.
Dazu nehmen wir den Shuttle Bus (5$ pro Strecke und Person).

Die Story des Gauners wird in amüsanter Weise in dem kleinen Theater aufgeführt. Wir kaufen für knapp 30$ pro Person spontan Tickets. Man kann sie auch online über die Website vorbestellen.

Zum Lunch wählen wir das kleine Brauhaus „Klondike Brewing Company“ auf der 2nd Street aus. Dort gibt es nur Kleinigkeiten, aber hier sind kaum Touristen und es gibt leckeres Bier. 

Klondike Brewing Company

Im Übrigen nehmen wir uns nie Verpflegung vom Schiff mit, wie viele andere, weil wir die Einstellung haben, dass man etwas Geld auch bei der Bevölkerung lassen sollte, wenn man schon mit so einem schwimmenden Haus unterwegs ist. Damit ist jedoch nicht der Kauf von Schmuck bei einem der unzähligen Juweliere gemeint. Diese gehören nämlich fast ausnahmslos den Reedereien.
Besser kauft man seine Souvenirs in von Einheimischen geführten Läden.
Eine kleine Shopping Tour machen wir zum Abschluss des Tages auch noch. Und wir telefonieren nach Hause. Wir haben auf dem Schiff kein Datenpaket und unser Handy ist im Flugmodus. Über das Bord W-Lan und die App kann man dennoch untereinander Nachrichten verschicken und den Tagesplan einsehen.
W-Lan, oder wie es hier heißt: Free WIFI gibt es in jeder Stadt kostenlos in Restaurants oder an Hotspots, hier in Skagway z.B. an der öffentlichen Toilette (Public Restroom) in der Nähe des Bahnhofs. Das stylische bunte Toilettengebäude an sich ist auch schon eine Sehenswürdigkeit. Um das Gebäude herum stehen etliche Leute mit den Handy in der Hand.

Toilette und WIFI Hotspot

Jetzt regnet es sich gerade wieder ein und die die kleine Stadt ist jetzt überfüllt mit Touristen. Zwei riesige Kreuzfahrtschiffe haben Tausende von Menschen in die Strassen gespült. Gut dass wir schon so früh da waren. Wir beschließen, das nächste Tenderboot zurück zum Schiff zu nehmen. 

Rush-Hour in Skagway

So bleibt vor dem Abendessen noch genug Zeit zum Duschen und Ausruhen.
Heute Abend gibt es im Theater eine Comedy-Show. Der Comedian auf der Bühne muss bekannt und gut sein. Der Saal ist voll und alle amüsieren sich anscheinend sehr. Obwohl wir recht gut englisch sprechen, kommen die Gags bei uns nicht wirklich an. Dazu muss man wahrscheinlich amerikanisches Insiderwissen haben. Wir gehen lieber in die Billboard Bar und hören den Klavierspielern zu.

In der Nacht fährt unser Schiff weiter durch die Inside Passage. Diese gehört teils zu Alaska und teils zu Kanada. Die Passage geht nicht über die offene See, sondern geschützte zwischen Inseln und Festland entlang. Bevor sie von Europäischen Einwanderern entdeckt wurde, siedelten dort die indigenen Stämme der Tlingit, Haida und Tsimshian. James Cook und George Vancouver waren die ersten, die Karten des Gebietes erstellten.

Am Morgen erreichen wir Juneau, die Hauptstadt Alaskas. Bemerkenswert ist, dass eine Landeshauptstadt nur aus der Luft oder über Wasser zu erreichen ist. Straßen in die anderen Landesteile gibt es nicht.
Um 7:30 Uhr legen wir an. Diesmal sind wir rechtzeitig wach und können den Anlegevorgang am Fenster verfolgen.
Heute haben wir ja den Shuttle zum Mendenhall Glacier gebucht, der weiter außerhalb liegt und ohne Auto schwer zu erreichen ist. Vor einigen Jahren war ich schon einmal allein dort und habe spontan einen Shuttle für etwa 20$ gefunden. Heute muss man reservieren und es kostet 69$. Aber der Bus fährt erst um 10:30 Uhr los, so dass noch etwas Zeit für einen Stadtbummel bleibt.

Jetzt um 9:00 Uhr morgens ist die Stadt sehr leer. Momentan ist die Nieuw Amsterdam das einzige Schiff am Anleger. Man kann bequem zu Fuß in 10 Minuten die Promenade entlang in die Stadt laufen.

Alle Geschäfte sind schon geöffnet. Aber hier ist es noch schlimmer als in Skagway. Ein Juwelier neben dem anderen und wenige schöne individuelle Geschäfte. Ich finde nicht, dass es sich lohnt lange durch die Stadt zu laufen. Dann lieber mit der Seilbahn hoch auf den Mount Roberts und die Aussicht genießen, verbunden mit einer kleinen Wanderung (haben wir beim letzten Mal so gemacht). Die Talstation ist direkt am Schiffsanleger. Oder man bucht eine Schiffstour zum Tracy Arm, einem engen Fjord mit steilen, bis zu 1000 m aufragenden Felswänden, Gletschern und Wasserfällen. Er liegt etwa 70 km südlich von Juneau. Er ist etwa 50 km lang und zu 20 % von Eisschollen bedeckt, wo sich das Schiff langsam hindurch manövriert. Am Fjordende befinden sich die Zungen der beiden Gletscher Sawyer und South Sawyer.
Wer lieber die Tierwelt sehen will, kann zu den Grizzlies am Pack Creek auf Admirality Island fliegen, einer kleinen Insel mitten zwischen Sitka und Juneau. Oder man macht einen Walewatching-Ausflug. Sportliche wählen vielleicht eine Kanutour, die sowohl auf dem Meer, als auch am Mendenhall Gletscher angeboten wird. Alles wird teuer als Ausflug vom Schiff aus angeboten oder von lokalen Anbietern online etwas preiswerter. Meine Links führen ausschließlich zu lokalen Anbietern. Allerdings trägt man dann selbst die Verantwortung rechtzeitig wieder an Bord zu sein. Wir waren damals mit der Fähre hier und haben einige Tage in Juneau gewohnt, da war das kein Problem. Was sicher ist: An dem einen Tag, an dem man mit dem Kreuzfahrt-Schiff hier liegt, bleibt nicht genug Zeit um auch nur die Hälfte der Aktivitäten zu erleben.
Der Shuttle zum Mendenhall Gletscher bestätigt jedoch mal wieder, dass solche geführten Touren nichts für uns ist. Eingepfercht in superenge Sitze mit einer Menge hustender und schniefender Menschen holpert der Bus 25 Minuten  durch die Landschaft.
Der Fahrer bemüht sich durch interessante Erzählungen die Stimmung der Fahrgäste zu heben, aber ich glaube, dass nicht nur wir froh sind endlich den Bus zu verlassen. Wir nehmen die Masken ab und schnappen erst mal nach Luft.
Es ist wenig los am Gletscher. Es ist ja schon September und die Lachswanderung ist fast vorbei. Wo beim letzten Besuch (im Juli 2008) der Fluss rot von Lachsen war und mehrere Schwarzbären durch den kleinen Fluss rannten und nach den Fischen jagten während ihre Jungen im Baum warteten, dümpeln jetzt nur noch ein paar tote oder verendende gruselige Lachse im Wasser herum. Nach dem Laichen fressen sie nichts mehr und verändern stark ihr Aussehen bevor sie sterben. Auf dem kleinen Rundweg treffen wir niemanden – weder Mensch noch Bär. Der Trail weiter ins Inland ist gesperrt, damit die Bären ihre (Winter-)Ruhe haben.
Alle Ausflügler sind erst einmal ins Visitor Center gestürmt, in dem heute leider nicht der sehr sehenswerte Film gezeigt wird – Nebensaison halt.
Die Sonne scheint und es ist ideales Wanderwetter. Wir machen uns auf den Weg zu den Nugget Falls. Hier genießen wir, dass sich nicht wie in der Hauptsaison Massen von Leuten über den Wanderweg schieben. Die Wasserfälle haben unglaublich viel Wasser und stürzen dekorativ Regenbogen bildend hinunter in den See. Der Gletscher jedoch ist nicht mehr da, wo ich ihn vor 16 Jahren gesehen habe. Auch dieses Eisfeld hat sich ein sehr großes Stück zurückgezogen.

Wir genießen die schöne Aussicht, aber die Zeit drängt zum Aufbruch. Nur 2 1/2 Stunden haben wir zur Verfügung bis der Bus uns wieder zurück fährt. Auch das finden wir echt blöd. Damals hatte ich mehrere Busse zur Auswahl, mit denen ich zurück fahren konnte und war zeitlich nicht so unter Druck. Noch ein Abschiedsfoto und dann quetschen wir uns wieder in den Bus.
Wir lassen uns in der Innenstadt absetzen und spazieren noch einmal durch die Stadt. Da am Gletscher kein Restaurant geöffnet war, suchen wir uns hier etwas. Es gibt am Ende der Hauptstrasse einen Foodcourt im Freien mit einigen Streetfoodwagen (Deckhand Dave’s Wild Alsdann Fish Tacos). In der Mitte auf den Holzbänken sehen wir fast nur Einheimische, die hier ihre Mittagspause verbringen. Von Cola bis Champagner und von Pommes bis Crablegs und Austern bekommt man hier jede Menge leckerer Dinge. Es ist viel preiswerter als der Crableg-Imbiss am Kai (Tracy’s King Crab Shack), der in jedem Reiseführer erwähnt ist und wo die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe in langen Schlangen anstehen. Wir sind erstaunt, dass sie hier norwegische Krabben verkaufen und erfahren, dass es dieses Jahr ein großes Krabbensterben gab.

Die ganze Stadt ist jetzt, nachdem 3 weitere Riesenkreuzfahrtschiffe angelegt haben unglaublich voll.
Unsere Nieuw Amsterdam wirkt fast klein hinter diesen schwimmenden Hochhäusern, die z.Z. 5000 Passagiere oder mehr fassen. Menschenmassen schieben sich durch die Straßen und die Juweliere versuchen mit Anwerbern die Leute mit „Sonderangeboten“ in die Geschäfte zu locken. Aber wie schon erwähnt: alles keine einheimischen Geschäftsinhaber!  Das macht keinen Spaß mehr. Nachdem wir festgestellt haben, dass „unser“ Sport- und Andenkenladen von damals wohl auch den Juweliergiganten weichen musste, gehen wir zurück an Bord und machen es uns auf dem Sonnendeck mit Kaffee und Kuchen bequem. Wir hätten lieber an Land Kaffee getrunken, aber auch die nette kleine Bäckerei, die wir von früher kannten, ist verschwunden und die Lokale sind alle rappelvoll.  

Ein Tipp für Leute, die Juneau individuell besuchen: In den Onlineplan schauen, wann große Schiffe dort anlegen und diese Tage meiden!  

Heute Abend ist „Orangeparty“ auf der Nieuw Amsterdam. Es gibt holländische Spezialitäten (oder was man in USA darunter versteht) und am Abend tragen einige Gäste Orangene Kleidung und machen die Rolling Stone Bar unsicher, die orangene Drinks serviert. Ich hatte befürchtet, dass das Ganze mehr ausufert, nachdem ich einige Berichte darüber gelesen hatte, aber Alaska ist wahrscheinlich nicht wirklich das Ziel für Partypeople.
Ab heute werden die 3 Shows im Theater leicht variiert wiederholt. Wir schauen nochmal bei den Legacy rein bevor wir bei Klavier und Gitarrenmusik bei einem Cocktail den Abend beenden.

Die letzte Station auf der Route: Ketchikan. Den Ort kennen wir noch nicht, haben aber genug gelesen, um auf eigene Faust an Land zu gehen. Noch eine Bustour wollen wir auf keinen Fall mitmachen.
Der Morgen beginnt erst mal mit einer wunderschönen Fahrt durch die Engstellen der Inside Passage. Wir stehen die ganze Zeit draußen auf der Bugplattform. Es ist hier, da wir schon weit Richtung Süden gefahren sind, merklich wärmer. Leider sind keine Orcas zu sichten. Die Einfahrt nach Ketchikan ist sehr interessant. Rechts liegt der Flughafen, auf dem gerade ein Flieger startet und links die Stadt und der Hafen, die durch eine Fähre mit dem Airport verbunden ist. Auch hier ist deutlich ein großer Erdrutsch zu erkennen, der aber die Innenstadt und den Hafen verschont hat.


Interessiert beobachten wir das Anlegemanöver genau vor der Hauptstrasse Downtowns.
Es sind schon ein paar Schiffe hier, auf dem Kai ist ein ziemliches Gewusel von Menschen. Allerdings verteilen die sich gerade auf eine lange Schlange von Ausflugsbussen. Die starten dann zu den gebuchten Ausflügen, zum Beispiel zur Stadtrundfahrt, zum Saxman Totem Park  oder auch zu einer Bearwatching-Tour. Jetzt im September ist dort aber fast nichts zu sehen, da die Lachswanderung fast vorbei ist. Das erfahre ich später von Leuten, die zu viert die teure Tour gebucht haben und sich geärgert haben. Kanufahren kann man hier auch, Whalewatchingfahrten gibt es auch überall und ein Besuch der „Great Alaskan Lumberjack Show“ (ziemlich touristischer Klamauk – aber wem’s gefällt).  

Da der Rest der Landgänger sich erst mal Richtung Creek Street und Lachstreppe bewegt, wollen wir antizyklisch vorgehen.
Wir nehmen den (jetzt noch leeren) kostenlosen Downtownloop-Bus in die andere Richtung zum kleinen Heritage Center. Der Bus startet links vom Visitor Center auf der Hauptstrasse und fährt von Mai bis September in Endlosschleife alle Downtownziele an.

Das Museum ist zwar nicht so groß wie das Saxman, aber auch hier gibt es Totempfähle zu besichtigen und gute Dokumentationen der ersten Siedler und Ureinwohner. Schön finde ich, dass es neben den ausgestellten Werkzeugen nicht nur die Beschreibung findet, sondern auch Bilder und Videos des Gebrauchs. (Eintritt 6$). 

Von hier geht es zu Fuß den „Salmon Walk“ weiter bis Downtown. Die Lachsaufzuchtstation ist schon geschlossen (Saisonende) und in dem Fluss schwimmen nur ein paar halbtote Fische. Man sollte beim Weitergehen immer rechts vom Fluss auf dem Schoenbar Trail (Achtung: nicht Schoenbar Road!) bleiben, der durch den Wald verläuft. Man kommt dann fast genau an der berühmten Lachstreppe im Ketchikan Creek aus.

Wir staunen, dass hier auch jetzt noch noch eine Menge Lachse versuchen, die Steigung zu überwinden. Sie versammeln sich am Fuß der Treppe und springen mit unglaublicher Körperanstrengung hoch auf die nächste Stufe. Nur die fittesten erreichen am Ende die Laichstellen und sorgen für den Nachwuchs. Danach sterben sie und werden zur leichten Beute der Bären und Adler. Es ist unglaublich schwierig, ohne Stativ Fotos zu machen, weil das Wasser und die Fische immer in Bewegung sind.
In stillen flachen Buchten des Bachs liegen etliche verendete und schwache Lachse, die es nicht geschafft haben. Mitten dazwischen entdecken wir eine Robbe, die offenbar den Lachsen vom Meer her gefolgt ist und die sich hier ein Festmahl gönnt. Wir sind froh, dass es nicht so heiß ist, weil sonst der Geruch der toten Fische nicht gerade angenehm ist.
Die Anzahl der Besucher ist nicht zu hoch. Viele sind schon wieder weg. Man kann bequem auf dem Holzsteg stehen und beobachten und fotografieren.
Der Weg geht über in die nicht minder berühmte Creek Street mit den bunten Häusern und Andenkenläden. Zwischen 1903 und 1954 war hier der Rotlichtbezirk der Stadt. Das bekannteste Etablissement – Dolly’s House- ist heute ein Museum, in dem man für ein paar Dollar Eintritt mehr über die Zeit erfahren kann.  

Wir kaufen auf dem Steg in einem kleinen Laden Lachs in Dosen (Canned Salmon), der in Alaska mit Frischkäse angerührt als Salmon Spread auf vielen Speisekarten steht. Man kann hier ausgiebig probieren, welcher der leckerste ist.
Aufpassen sollte man bei Lokalen, die ziemlich touristisch wirken (Bilder der Gerichte auf der Speisekarte ist z.B. manchmal ein Anzeichen). Wir zahlen in einem eigentlich ganz stylisch aussehenden Bistro (Krabby Crab Shack auf der Main Street) für eine sehr kleine Pappschüssel mit Clamshowder,  4 trockene Minibaguettescheiben mit Cream Cheese und einem briefmarkengroßen Stück geräucherten Lachs sowie eine Dose Bier 42 Dollar! Die Menge Lachs und Cräcker hatten wir vorher auf der Creek Street umsonst zum Probieren bekommen.
Da es noch früh ist, spazieren wir noch einmal die Lachstreppe hoch und gehen dann zurück zum Pier. Unterwegs hören wir das Gejohle aus der Lumberjack Show.

Es ist mal wieder Zeit für ein Telefonat nach Hause. Hier in Ketchikan ist der Free WIFI Spot am Ende des Kais vor dem Yachthafen (Salmon Landing), wieder mal vor den Public Restrooms. Eine halbe Stunde kann man hier umsonst ins Internet, Mails checken, Bilder versenden, deutsche Nachrichten hören und uns über Facetime bei der Familie melden.


Um 17 Uhr gehen wir zurück an Bord und machen uns für die zweite „Dressy Night“ fertig. Allerdings haben wir nicht viel Auswahl und tragen dasselbe wie beim ersten Mal. Reicht vollkommen!
Heute Abend ist nochmal die erste Tanzgruppe im Theater mit einem etwas anderen Programm und Adam und Matt spielen bei einem letzten Cocktail wieder Ihre besten Songs am Klavier in der Billboard Bar.

In der Nacht wird die Uhr um eine Stunde auf Canada Time vorgestellt. Somit verlassen wir Alaska und genießen morgen den letzten Seetag in der Inside Passage Kanadas.
Zum Abschied gibt es als Frühstück „Alaskan Brunch“.
Wir verbringen fast den ganzen Tag auf Deck. Es ist sonnig und nicht so kalt. Trotzdem: wir sind etwas mehr bekleidet und nehmen eine Decke mit auf die Liege.  Die Amerikaner dagegen sind wohl abgehärteter laufen zum Teil in Shorts und T-Shirt herum. Auch sehe ich heute zum ersten Mal in einiger Entfernung einen Wal, der das Schiff eine ganze Zeit lang begleitet.
Plötzlich fahren wir durch eine Nebelwand, in der der Wal verschwindet.
Um 15 Uhr macht die Bugplattform wieder auf, als das Schiff durch die Johnstone Strait passiert, eine 110 km lange Meerenge. Links das kanadische Festland und rechts Vancouver Island mit seinen Küstenorten wie z.B. Telegraph Cove und Robson Bight. In Telegraph Cove haben wir vor einigen Jahren eine Whalewatching Tour mit dem historischen Schiff Gikumi der Stubbs Island Whale Watching Company gemacht. Traumhaft schön! 2019 beendete die Company nach 38 Jahren den Betrieb, angeblich, weil der Vertrag mit Telegraph Cove auslief. 2024 brannte dann ein großer Teil des schönen Boardwalks ab. Inzwischen hat man wohl wieder etwas aufgebaut.
Die Gegend hier wurde in der ganzen Welt bekannt durch den Film „Free Willy“, was schon auf die besondere Sehenswürdigkeit hinweist. Hier leben unzählige Orcas. Sie ziehen hier nicht nur durch, sondern sind hier heimisch.
Wir sehen zwar ein paar dieser schönen Tiere, sowie auch Delfine und Seehunde, aber alle sind leider viel zu weit entfernt zum fotografieren. Gute Fotos bekommt man fast nur auf Schiffen, die Whalewatchingtouren machen und sich dann längere Zeit bei den Tieren aufhalten. Fähren und Kreuzfahrtschiffe dagegen müssen weiterfahren und man muss schon sehr viel Glück haben, wenn Wale nah beim Schiff bleiben. Delfine dagegen begleiten häufig große Schiffe und schwimmen in deren Bugwellen.
Da wir aber in vergangenen Jahren schon viele gesehen haben, sind wir nicht zu traurig und genießen einfach die Wärme der Sonne und die Traumlandschaft bis die Sonne untergeht. Am Schluss sind wir fast allein auf dem Deck. Alle anderen haben sich schon zum Abendessen ins Innere begeben.

Noch ein letztes schönes Dinner und einen Cocktail, und dann müssen wir die Koffer packen. Mit den ganzen Einkäufen geht er kaum zu und ist ziemlich schwer.

Am nächsten Morgen werde ich um halb 7 wach, als wir in Vancouver einlaufen. Die Kulisse mit dem weißen Segeldach des Canada Place ist unverwechselbar.
Wir haben noch Zeit genug für ein gemütliches Frühstück und einen letzten Fotorundgang an Deck.

Weiterlesen in den Blogbeiträgen:
Alaska 2024
Die Bären von Brooks Falls / Katmai
Palmer – Natur und Jahrmarkt (State Fair)
Vancouver , die Stadt der 1000 Möglichkeiten