Ostseebäder – Teil 4 Lübecker Bucht

  1. Rügen 
  2. Usedom
  3. Warnemünde
  4. Lübecker Bucht
  5. Kiel/Oslo

Scharbeutz

Von Warnemünde aus kommend ist es nur eine kurze Strecke bis zur Lübecker Bucht. Unser Ziel ist das Ostseebad Scharbeutz. Es liegt direkt neben dem bekannteren Timmendorfer Strand.
Auch in Scharbeutz findet man den feinen weißen Sandstrand der Ostseebäder mit dem türkisblauen Wasser, flach am Ufer – ideal für Familien mit Kindern.
Die Dünenmeile davor bietet eine große Anzahl von Läden, Restaurants, Cocktailbars und Fischbrötchen-Stände. Viele davon haben im Außenbereich Sitzplätze in erster Reihe zum Strand und der langen neu gebauten Seebrücke, wo man die Sonne ins Meer fallen sehen kann.
Die Restaurants, die uns am besten gefallen haben sind:
– das „Ahoi“ von Steffen Henssler mit seiner großen Fensterfront zum Wasser hin
– Restaurant „Gosch Sylt“ mit seiner beheizten Außenterrasse, die aber leider am Abend immer schnell voll besetzt ist
– die Pizzeria Rosario, die neben leckeren italienischen Gerichten auch eine lange Fensterfront mit Aussicht hat
Darüber hinaus gibt es noch ein Rooftop-Restaurant im obersten Stockwerk des Bayside Hotels mit tollem Blick über die Küste.

Unser Apartment ist den Hügel hoch etwas nach hinten versetzt, aber auch in der ersten Reihe. Es hat jedoch einen Balkon nach hinten zum schönen Garten mit großem Pool. Es liegt in einem typischen Bau der 70er Jahre, etwas altmodisch anmutend, wenn man den Flur betritt. Aber die Wohnung ist sehr gemütlich und modern eingerichtet. Sehr klein, aber für zwei Personen bietet sie alles, was man braucht. Ein Queensbett steht an der einen Wand – man sollte sich bei der Größe des Bettes allerdings gut kennen. Daneben lädt eine weiße Couchgarnitur mit Tisch zum Sitzen ein, gegenüber ist ein Wohnzimmerschrank mit Gläsern und TV. Ein kleiner Esstisch mir zwei Stühlen für das Frühstück gibt es auch und einen großen Schrank, in dem man auch die Koffer verschwinden lassen kann. Daneben ist eine Garderobe mit Schuhregal für nasse Jacken und Schuhe und eine Miniküchenzeile, wo man das Frühstück bereiten kann. Für große Kochaktionen finde ich die Geräte aber nicht wirklich geeignet. Das muss ja auch nicht sein.
Das alte Bad mit Badewanne als Dusche und typischem Spiegelschrank ist noch aus der Zeit des Baus, aber sehr sauber. Alles ist sehr gepflegt ist wird von privat über booking.com vermietet. Es nennt sich „Apartment Sonne“ und liegt in der Strasse „Am Hang 7“. Es gibt noch ein ähnlich klingendes Apartmenthaus in der Nähe, das aber nicht direkt an der Küstenstrasse liegt. Man hat sogar einen eigenen Parkplatz hinter dem Haus, was bei den Preisen der öffentlichen Parkplätze sehr von Vorteil ist.
Das schönste sind die gemütlichen Loungemöbel auf dem überdachten Balkon, wo man auch abends noch windgeschützt sitzen kann.


200m die Strasse hinunter gibt es eine Bäckerei, bei der man sich morgens mit Frühstück versorgen kann. Ein Tipp noch: auch hier braucht man eine Kurkarte, die man im Tourismusbüro kaufen kann. Diese „Ostseecard“ gilt für die ganze Lübecker Bucht und kostet jetzt in der Nebensaison 1,90€ pro Person und Tag. Sie gilt auch als Busfahrkarte und man bekommt an manchen Stellen Ermäßigungen beim Eintritt (Ostseetherme z.B.).

Travemünde

Der Tag unserer Ankunft ist ein grauer Regentag – ja auch das gibt es hier.
Es ist erst 13:00 Uhr und so beschließen wir, ins nahe Travemünde zu fahren. 
Dort parken wir in der Nähe der Nordermole und spazieren die Promenade entlang. Hier ist ein reger Schiffsbetrieb. Große Schiffe, kleine Boote und Fischerboote fahren ein und aus. Eine Fähre bringt Besucher hinüber zum Priwallufer, wo der Viermaster „Passat“ liegt, den man besichtigen kann. Aber das nehmen wir uns für einen anderen Tag vor. 
Wir schlendern weiter auf der Promenade entlang Richtung Altstadt.
Rechts liegt die „Alte Vogtei“, etwas dahinter der alte Leuchtturm, den man besteigen kann. Man soll von dort oben einen tollen Ausblick über Travemünde und Umgebung haben, aber bei diesem trüben Wetter sind wir froh, wenn wir überhaupt den Leuchtturm sehen.
Jetzt kommt man zur  „Vorderreihe“, einer Flaniermeile mit vielen Geschäften und Restaurants. In Anbetracht des Wetters nehmen wir die Gelegenheit wahr, uns im Laden der „Schietwetter“ Kollektion mit geeigneter Jacke einzudecken. Ein paar Meter weiter ist auch noch ein riesiges Outlet der Firma.
Nach dem Rundgang auf der Promenade zieht es uns dann aber wieder zurück in die trockene Unterkunft. 

Seebrücke Scharbeutz

Der nächste Morgen versöhnt uns dann aber wieder mit Sonnenschein. Meist hält das schlechte Wetter hier am Meer nicht lange an.
Zunächst nutzen wir das schöne Wetter für einen langen Strandspaziergang und der Besichtigung der wirklich schön gestalteten Seebrücke in Scharbeutz. Es gibt viele Sitzgelegenheiten und einen Schiffsanleger. Für ein Picknick oder Getränk muss man sich vorher auf der Strandpromenade eindecken.

Lübeck

Am späten Vormittag machen wir uns auf den Weg nach LübeckTravemünde ist ein Stadtteil von Lübeck und ist hier an der Mündung der Trave als bedeutendster Ostseehafen wichtig für die Hansestadt Lübeck. Mit seiner schönen Altstadt gehört Lübeck auch zum Unesco Welterbe. Es wurde auch „Königin der Hanse“ genannt. Die Hanse war zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert ein Zusammenschluss von Kaufleuten mit dem Ziel der Sicherheit und Vertretung gemeinschaftlicher wirtschaftlicher Interessen im Ausland.
Das Wahrzeichen der Stadt, das Holstentor begrüßt die Besucher mit dem eingemeißelten Leitspruch
„Concordia domi foris pax“ – „Eintracht im Inneren, Frieden nach außen“
Die roten Backsteinmauern mit den zwei Türmen sind weltbekannt. Es diente ursprünglich der Stadtbefestigung und war ein Symbol der Macht. Vor dem Tor sind Grünflächen mit Sitzgelegenheiten und von hier aus ist auch die beste Position für ein Foto – wenn man denn einmal einen Moment findet, in dem nicht ganze Busladungen von Touristen mit ihren Selfies beschäftigt sind. Das Tor und die beiden lebensgroßen Löwenfiguren sind bei allen Besuchern das zweit-beliebteste Fotomotiv. Im Innern kann man die Ausstellung über die Geschichte der Hanse besuchen. Mit dem Link der Tourismusseite kann man aber auch einen 360 Grad Rundgang am Monitor zu Hause aufrufen.


Im Tourismusbüro neben dem Tor kann man eine Karte bekommen mit einem Rundgang, der an den meisten Sehenswürdigkeiten vorbei führt.
Wir bummeln durch die alten Gassen und finden uns plötzlich mittendrin in einem Innenhof einer alternativen Wohnanlage. Ein Schild heißt Besucher willkommen.
Etwas weiter neben dem Mühlenteich und einer  Grünanlage steht der Dom, die alte Bischofskirche Lübecks. Man sollte sich unbedingt das Innere anschauen bevor man weitergeht zur „Hüx“, der ältesten Einkaufsstrasse Lübecks. An deren Ende erreichen wir den Marktplatz mit dem markanten Rathaus im Baustil der Backsteingotik. Es ist auch heute noch Verwaltungssitz.
Neben dem Ratskeller ist das Niederegger Arcadencafe zu finden, in dem neben Kaffee auch die Niederegger Marzipanspezialitäten serviert werden. Neben dem Café ist ein riesiger Flagstore der Firma, der stets gut besucht ist. Tipp: zum Kaffee trinken lieber in das gemütlichere Café gehen!
Kurz danach sind wir wieder fast am Holstentor angekommen. Man kommt kurz vorher am „Marzipanspeicher“ vorbei. Hier kann man ebenfalls Leckereien aus dem weltweit bekannten Lübecker Marzipan kaufen und es sind auch Ausstellungsstücke rund ums Marzipan zu sehen. Die Produkte sind etwas preiswerter als beim Monopolinhaber Niederegger.

Man könnte sicher noch mehr Zeit in Lübeck verbringen, mit diesem Rundgang hat man aber auch schon einige Stunden zu tun, wenn man nicht nur flüchtig alles abhaken möchte.

Priwall und Passat

Mindestens einen halben Tag kann man in Travemünde verbringen mit dem Besuch der Passat und des neuen Viertels auf dem „Priwall“. Nachdem wir die Promenade der Stadtseite schon gesehen haben, fahren wir heute auf die andere Seite. Mit dem Auto kann man eine Fähre nehmen oder den langen Weg fast über Lübeck. Parkplätze gibt es dort auch nicht viele, so dass es in der Hauptsaison wahrscheinlich günstiger ist, in Travemünde zu parken und die Fußgängerfähre zu nehmen. Außerdem hat man von hier aus auch schon einen schönen Blick auf den Segler und ein nettes Fotomotiv. Jetzt in der Nebensaison ist das Parkhaus nicht voll besetzt und wir bekommen sogar noch einen kostenlosen Parkplatz in einer Nebenstrasse.
Die Halbinsel Priwall war schon immer bekannt für ihren Naturstrand. Seit der Eröffnung der „Beach Bay“, einem modernen Ferienresort hat sich das Bild geändert. Immer noch erwarten schöne Strände den Besucher, aber auch jede Menge Lifestyle-Angebote und Restaurants, Läden und ein Yachthafen. 
Ein Highlight hier ist  die Viermastbark „Passat“, die hier ihren festen Liegeplatz hat. Es ist ein historischer Großsegler aus dem Jahr 1911, der 39mal das Kap Horn umrundet hat. Heute ist er ein Museum, in dem man viel über die Geschichte des Schiffs erfähr. Gleichzeitig ist es auch Veranstaltungsort und sogar Hotel.
Es ist ein Schiff der Flying P-Liner, die leistungsstarken Frachtsegler der Hamburger Reederei Laeisz. Sie hatten alle das P als Anfangsbuchstaben im Namen. 
Aus Hamburg kannten wir schon ein anderes Schiff dieser Flotte: die „Peking“, die dort im Museumshafen liegt.
Die Dokumentationen auf der Passat sind sehr interessant, vor allem das Tagebuch eines der Matrosen, illustriert mit vielen Bildern der Reise. Auch die alten Filmszenen, die das Leben an Bord zeigen und die Dokumentation über die gesunkene „Pamir“, ein anderes Schiff der Flying-P Liner sind sehenswert.

Die Seebäder westlich von Scharbeutz

Einen ganzen Tagesausflug von Scharbeutz aus wert sind die Seebäder westlich der Stadt. Zur Lübecker Bucht gehören noch die sich an Scharbeutz anschließenden Orte Haffkrug, Sierksdorf, und Neustadt in Holstein und das kleine und ruhigere Pelzerhaken mit dem laut Werbung einzigen Südstrand der Ostsee. Vor allem Sportbegeisterte finden hier gleich zwei Surf- und Kiteschulen.


Ganz im Nordwesten der Bucht liegt das mondäne Ostseebad Grömitz, seit über 200 Jahren eines der größten und beliebtesten Ferienorte, mit seiner langen Strandpromenade und den unzähligen Läden und Restaurants, dem modernem Yachthafen und den vielen Wassersportmöglichkeiten. Viele Veranstaltungen ziehen im Sommer die Besucher an. Die fast 400m lange Seebrücke wurde 1912 erstmals gebaut und erstrahlt heute im modernen Glanz. Sie bietet Sonnendecks, Spielmöglichkeiten wie Kletternetz und Rutsche und eine Tauchgondel. Auch ein Anlegesteg für Ausflugsfahrten oder einen Segeltörn im Sonnenuntergang bereichert das Angebot.


Alle diese Orte kann man auch mit dem Fahrrad von Travemünde oder Scharbeutz aus erreichen.

Hinter Grömitz verlässt man die Lübecker Bucht und kann über die Fehmarnsundbrücke auf die Insel Fehmarn fahren, wo es auch eine Reihe von Ferienmöglichkeiten gibt.
Die imposante 23m hohe Brücke verbindet seit den 1960er Jahren das Festland mit der Insel. Am Ende der Bahnstrecke und Bundesstrasse 207 liegt der Fährhafen Puttgarden, von wo aus man nach Rödby in Dänemark gelangt. Ich kannte den Fährhafen schon aus den 60er Jahren, aber damals noch als beschaulichen kleinen Ort. Heute kann man zwar immer noch auf dem Deich entlang spazieren und Rad fahren oder bis zur Spitze der langen Mole laufen, um die Fähren durch die enge Einfahrt ein- und auslaufen zu sehen, aber der riesige Bordershop versperrt einen Teil der Aussicht. Hier kann man mit dänischem Geld oder Kreditkarte zollfrei Alkohol und Süßigkeiten in jeder Form einkaufen. Für Bundesbürger nicht wirklich billiger als in jedem deutschen Supermarkt, aber für skandinavische Verhältnisse wohl sehr lohnend, da der Laden sehr gut besucht ist.
Seit 2021 laufen die Bauarbeiten für eine neue Verbindung: den 18 km langen Tunnel unter dem Fehmarnbelt hindurch zur dänischen Insel Lolland. Geplante Fertigstellung ist bisher 2029. Der ADAC informiert über den Baufortschritt.  

Uns ist es hier aber zu ungemütlich, da es außer einer Imbissbude nicht einmal ein Café gibt, und so fahren wir zurück zum letzten Seebad Heiligenhafen. Auch hier hat man alle Annehmlichkeiten der anderen Seebäder und natürlich den schönen weißen familienfreundlichen Sandstrand. Auch Sportbegeisterte finden ein reiches Angebot.
Die Besonderheit des Ortes ist sicher die „Erlebnis-Seebrücke“ mit ihren Ruhezonen und Badedeck für Schwimmer, denen das Baden im flachen Wasser des Strandes nicht reicht.
Entlang des Yachthafens, der Marina gibt es viele nette Restaurants und Cafés.
Im „O Marinheiro Café & Bar“ kann man in Strandkörben sitzend mit einem leckeren Sanddorn-Spritz dem Treiben im Hafen zusehen. Wer Hunger bekommt, kann hier leckere portugiesische Snacks und vieles mehr bekommen.
Oder man setzt sich in die Strandbar „Deck 7“ und schaut auf die Ostsee und die Seebrücke.

Bei der Rückfahrt entscheiden wir uns für die Autobahn, über die man in nur etwa 40 Minuten wieder in Scharbeutz ist.

Ostseetherme

Den letzten Tag hier an der Ostsee wollen wir ruhig angehen und wir besuchen die Ostseetherme in Scharbeutz. Hier darf man nicht fotografieren.
Sie bietet neben mehreren Becken innen und außen mit verschiedenen Temperaturen auch eine Anzahl verschiedener Saunen, Liegewiesen draußen und einen direkten Zugang zu Strand. Man sollte hier bedenken, dass das Bad nicht behindertenfreundlich ist, da die einzelnen Saunen und Becken durch viele Treppen verbunden sind. Ich finde sie aber schön und man kann dort einige Stunden entspannen. Mein Lieblingsplatz ist die Panoramasauna, von der aus man einen weiten Blick über die Ostsee hat.
Der Tageseintritt kostet 44€ pro Person. Mit der Ostseecard erhält man ermäßigten Eintritt. Und da man vielleicht nicht immer passende Saunasachen im Gepäck hat, kann man hier auch für 12 € Bademantel und Saunatuch ausleihen.
Man kann mit der Kurkarte den Bus dorthin nehmen, aber es gibt auch einen großen Parkplatz. Ganz Sportliche laufen von Scharbeutz aus am Strand entlang.

Plön

Jetzt heißt es leider wieder Koffer packen.
Das nächste Ziel unserer Reise ist Kiel, von wo wir dann über die Ostsee mit der Fähre nach Oslo fahren wollen.
Auf dem Weg nach Kiel machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Plöner Schloss am Plöner See.

Nächster Artikel:

Kiel-Oslo