Kiel
September 2025 – die Reise beginnt in Kiel. Zwei Übernachtungen haben wir im Vorfeld dort gebucht, um die Schiffsreise entspannt anzugehen.
Unser Hotel, das Holiday Inn – the niu, liegt zentral, so dass man fußläufig alle Sehenswürdigkeiten erreichen kann. Innenstadt, Schifffahrtsmuseum, Hafenrundfahrten, Bahnhof, Norwegenkai, alles liegt zwischen 10 und 15 Minuten Gehweg. Nur bis zur Hafenpromenade und Kiellinie sind es etwa 30 Minuten zu Fuß. Man kann aber auch den Bus (Kiellinienexpress 44) nehmen.
Parken muss man in einem nahe gelegenen Parkhaus, da das Hotel keine eigene Parkmöglichkeit vor Ort hat. Wenn man vor dem Hoteleingang angehalten und ausgeladen hat, bekommt man an der Rezeption eine Karte für die Ein- und Ausfahrt. Bezahlen kann man beim Auschecken im Hotel.
Unten ist eine gemütliche Bar, in der man abends noch einen Drink bekommen kann. Morgens kann man hier auch am Buffet frühstücken. Wir haben es aber vorgezogen gleich um die Ecke in der Fußgängerzone zur Bäckerei Steiskal zu gehen, wo man ruhiger sitzt und die neben leckerem Kaffee eine Unzahl von frisch belegten Broten/Brötchen und anderen Gebäcken anbietet.



Auf dem Weg nach Kiel machen wir erst mal einen Zwischenstopp in Laboe (Beschreibung weiter unten). Wer nicht mit dem Auto dorthin fahren möchte, kann eine Fähre vom Fährterminal „An der Hörn“ nehmen und den Ausflug mit einer Hafenrundfahrt verbinden (siehe Link oben). Am Terminal findet man das Restaurant „Gosch“, wo man nicht nur ganz gut Fisch essen, sondern auch von der Terrasse aus bei einem Cocktail oder Kaffee die großen Schiffe beim Anlegen und Auslaufen beobachten kann.





Wenn man von hier aus am Wasser entlang läuft, kommt man am Ostseekai vorbei zur 3,5 km langen Hafenpromenade, der „Kiellinie“, wo man Yachthäfen, Badestellen, Cafés und Restaurants findet. Während der Kieler Woche liegen entlang des Kais unzählige Schiffe. Jetzt im September kann man noch ein paar historische Segler sehen und ganz am Ende im eingezäunten Militärgelände die Gorch Fock (wenn sie nicht gerade unterwegs ist). Man kommt allerdings nicht nahe an das Schiff heran.
Wem der Weg von 3 km zu weit ist, kann die Buslinie 44 nehmen. Aber Achtung: die Fahrerin kannte sich nicht so wirklich aus. Sie wollte uns am Landtag rausschicken – dort liegt die Gorch Fock aber nur in der Kieler Woche. Die richtige Haltestelle heisst Diedrichsenpark! Wenn man dann am Ufer entlang zurück Richtung Innenstadt läuft kommt man am Seebad Düsternbrook vorbei, wo man im Café eine Pause mit Kaffee und Kuchen oder kleinen Snacks machen kann. Dabei kann man die schöne Aussicht auf die vorbeifahrenden Schiffe geniessen. Es ist aber nur im Sommer geöffnet. Dann kann man dort auch in der Förde schwimmen.
Am Ostseekai liegen die großen Kreuzfahrtschiffe, wie Aida und Co. Gegenüber ist der Norwegenkai, wo die Colorline ablegt. Um dorthin zu kommen, gibt es eine Fußgängerbrücke (siehe oben), oder man spaziert um das Kieler Hörn herum. Nahe dem Ostseekai findet man noch den Schwedenkai, wo die Stena Line ablegt. Einen Überblick über die verschiedenen Kais findet man auf der Website von Kiel















Ein Tip, wenn man in der Innenstadt wohnt: der schönere Weg (nicht am Rotlichtviertel und der viel befahrenen Strasse vorbei) ist durch die Fußgängerzone die Holstenstrasse entlang. Wenn man von der Holstenstasse am innerstädtischen Bootshafen nach links in die Holstenbrücke einbiegt, kann man an einem künstlichen See (Kleiner Kiel) entlang gehen. Am Ende ist das Burger-Lokal „Jan & Hein & Klaas & Pit“, das sehr empfehlenswert ist. Auf der Kiellinie gibt es die Fischrestaurant-Version davon, die ebenfalls einen Besuch wert ist.
Wir haben auch die so gehypte Pizzeria „60 seconds to napoli“ getestet, fanden sie aber nicht so toll. Die Black Tiger Shrimps waren kleine Garnelen und meine Pizza mit Kartoffelstampf und Grillgemüse („Influencer Special“) war auch nicht so der Hit. Aber wer’s mag findet sie auf der Kiellinie.
Kurz nach dem Verlassen der City gelangt man zum Kieler Schloss. Hier findet man im Prinzengarten eine Bronzestatue mit einem Thron. Sie zeigt Carl Peter Ulrich, der später als Zar Peter III. den russischen Thron bestieg.
Weiter geht es dann durch den Schlossgarten mit dem Kriegerdenkmal und der riesigen Statue Kaiser Wilhelms.
Über eine Fußgängerbrücke gelangt man dann direkt zum Kai.












In der Innenstadt kann man an manchen Tagen auch das Rathaus besichtigen, von dessen Turm man eine schöne Aussicht auf Kiel haben soll.
Das Einkaufszentrum Sophienhof am Bahnhof bietet neben den kleineren Geschäften in der Fussgängerzone viel Auswahl zum Shoppen.
Wir machen lieber eine Hafenrundfahrt mit der „MS Schilksee“, einer alten Passagierfähre, die bis Laboe fährt, wo man auch einen Zwischenstop einlegen könnte. Der Kapitän erzählt sehr unterhaltsam über viele Fakten des Geländes und der im Hafen zu sehenden Schiffe. Er sagt es sei die letzte Fahrt dieses Schiffes, da man auch hier auf neue Hybridschiffe umsteigt. Im Internet findet man sie jedoch immer noch.









Laboe
Einen längeren Besuch wert ist sicher Laboe mit seinem Marine Ehrenmal. Das weithin sichtbare markante Monument ist eine Gedenkstätte für die Seeleute aller Nationen, die auf den Meeren ihr Leben verloren haben. Es ist gleichzeitig ein Mahnmal für eine friedliche Seefahrt.
Der Turm ist 72 Meter hoch und ist ein Wahrzeichen der Kieler Förde.
Man kann ihn besteigen um die Aussicht von oben zu genießen. Die 135 Treppenstufen sind eine Herausforderung, es gibt aber auch einen Aufzug.
Es wurde 1927-36 gebaut und war zunächst als Kriegerdenkmal für die im ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten gedacht. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es erweitert auf die gefallenen deutschen Marinesoldaten und deren Angehörige.
1954 übernahm der Deutsche Marinebund die Stätte und widmete sie um als „Ehrenmal für alle auf See gebliebenen Seeleute“.
Am Fuß des Turms findet man noch eine Ausstellungshalle, in der die Geschichte der Seefahrt und die Entstehung des Turms dokumentiert ist und eine unterirdische Gedenkhalle.
Vor dem Gelände kann man das Museums U-Boot U995 besichtigen, das von der Kriegsmarine im zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde.
Laboe hat auch einen vor dem U-Boot gelegenen Sandstrand. In den Liegestühlen des Strandcafés kann man etwas essen und trinken und dabei die vielen Surfer beobachten, die sich hier am Ende der Förde tummeln – übrigens oft zum Leidwesen der passierenden Schiffe. Wer also Lust auf Sandstrand und Baden hat, der wäre hier an einer relativ nahgelegenen Stelle.




Kreuzfahrt nach Oslo
Abermals bei strahlendem Sonnenschein machen wir uns auf zum Colorline Terminal. Die Color Magic legt um 14:00 Uhr ab. Es lohnt sich nicht, eher als 1 Stunde vorher dort zu sein, da erst alle die Passagiere boarden dürfen, die nur den Tag hier in Kiel verbracht haben und auf das Schiff zurück kommen. Alle anderen werden erst um 13:15 Uhr durch gelassen.
Wir haben einen Parkplatz direkt am Anleger reserviert. (Portparking Norwegenkai)
Man sollte dort erst nach 11:00 Uhr anfahren, da sonst noch die Autos der Rückkehrer die Plätze blockieren. Das Abstellen des Autos ist sehr unkompliziert. Wir zeigen die Bestätigung und können dann einen Stellplatz frei wählen. Das Ganze dauert inclusive Gepäck ausladen 10 Minuten.
Der Eingang zum Terminal ist nur ein paar Meter weiter. Dort stehen 3 Self-Check-In-Points zur Verfügung. Wir geben die Nummer unseres Tickets ein. Der Automat spuckt unsere Bordkarte aus – das war’s. Vor dem Eingang hat sich bis 13 Uhr eine lange Schlange gebildet, in die wir uns einreihen. Man kommt zwar auch noch mit, wenn man als Letzter einsteigt, verpasst aber dann eventuell das Auslaufen, weil man damit beschäftigt ist, seine Kabine zu suchen.





Nach dem Abstellen der Koffer sind wir um kurz vor 14:00 Uhr auf dem Sonnen-Deck und machen es uns auf zwei Stühlen direkt an der Reling am Heck bequem. Von hier oben hat man nochmal einen schöneren Blick auf Kiel und die Förde als bei der Hafenrundfahrt. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.
Die Color Magic legt pünktlich ab. Vorbei geht es an der Kiellinie mit den historischen Seglern, den Badestellen, wo tatsächlich auch jetzt im September noch Leute im Wasser schwimmen. Etwas versteckt in der Bucht verabschiedet uns noch die weiße Gorch Fock. Vorbei geht es an der Einfahrt zum Nord-Ostsee-Kanal. Wir bleiben hier oben, bis wir den Leuchtturm und Laboe passiert haben und auf die offene See hinaus fahren.











Wir haben die Kabine 10648 (Standard 2-Bett Kabine mit Meerblick, Kategorie 032).
Sie hat zwei einzelne Betten und ein großes Bullauge mit uneingeschränkter Sicht auf die Ostsee. Die Betten sind tagsüber zwei relativ bequeme Sofas, die man zur Nacht zum Bett herunter klappt.


Nachdem wir schon mal alles zum Schlafen hergerichtet haben, erkunden wir das Schiff.
Auf der Promenade sind zwar einige Leute, aber es ist nicht überfüllt. Es gibt Geschäfte für Andenken und Kleidung und eine Etage tiefer noch einen Tax-Free-Shop mit vielen Lebensmitteln, Süßigkeiten, Alkohol und Parfüm – meines Erachtens nicht billiger als in Deutschland an Land, für Norweger aber wohl sehr lohnend.
Für das leibliche Wohl gibt es das Oriental Café, das fast 24 Stunden geöffnet ist. Man bekommt dort, Snacks, Kuchen, Kaffee und andere Getränke. Gegenüber ist eine Pizzeria, die ganz gute Pizza und Pasta hat und eine Sports und Burger Bar. Auch in der Observation Lounge erhält man zu bestimmten Zeiten neben Getränken auch Snacks.
Unten ist dann das große Buffet Restaurant, das eine große Auswahl zu einem festen (wie ich finde, recht teuren) Preis zu den 3 Hauptmahlzeiten bietet.







Observation Deck
Das Highlight ist jedoch das große „Oceanic“ a la carte Restaurant mit dem riesigen Panoramafenster am Heck des Schiffes. Hier muss man unbedingt schon rechtzeitig nach der Reise-Buchung online einen Tisch reservieren! Das Essen ist fantastisch und der Blick grandios. Leider hatten wir die erste Tischzeit gewählt, so dass wir die Fahrt unter der Öresund-Brücke nur von innen bestaunen konnten.
Nach dem Abendessen kann man ins Casino gehen oder die Show besuchen (vorher buchen!). Oder man geht wie wir erst an Deck, um den spektakulären Sonnenuntergang zu sehen. Dann kann man in der Observation Lounge an gemütlichen Tischen etwas trinken während man durch die großen Fenster auf die vorbeifahrenden Schiffe und den Sternenhimmel schaut. Abends ist dort auch Live-Musik und man kann, wenn man möchte, die Tanzfläche nutzen.
Auch auf der Promenade gibt es übrigens Live Musik im Pub.





Wir gehen relativ früh schlafen, da wir morgen zeitig aufstehen wollen, um die Fahrt durch den spektakulären Oslofjord mitzuerleben. Die Betten sind recht bequem aber leider auseinander stehend in dieser Kabine. Man hat nicht viel Platz, aber immerhin ein eigenes Bad. Wir schließen die Vorhänge nicht, weil der Blick in den Nachthimmel so schön ist und keiner ins Zimmer hineinschauen kann. Wir stellen den Wecker auf 6 Uhr, weil wir laut Plan dann die Einfahrt des Fjords erreichen.
Es ist eine sehr ruhige Überfahrt und wir schlafen gut. Ich habe gehört, dass das auch anders sein kann. Viele berichten von stürmischem Wellengang. In dieser Nacht ist das Meer spiegelglatt.
Als der Wecker klingelt ist es noch dunkel. Wir packen nach dem Anziehen schon mal alles zusammen, so dass wir später beim Anlegen an Deck bleiben können.
In der Promenade ist es gespenstisch ruhig. Die Restaurants und Läden öffnen erst später. Wir setzen uns ins Oriental Café zu einem schnellen aber leckeren Frühstück. Danach gehen wir aufs Sonnendeck, wo gerade die Sonne am Horizont erscheint. Es ist sehr kalt, aber unglaublich schön.
Am Anfang ist der Oslofjord noch recht breit. Je weiter man hineinkommt, desto näher rücken die Ufer zusammen. Der Kapitän fährt bravourös im Slalom um die vielen kleinen Inseln. Am Ufer ziehen kleine Siedlungen mit bunten Holzhäusern und endlose Wälder vorbei. Als Oslo in Sicht kommt steht die Sonne schon hoch am blauen Himmel und wir genießen die Fahrt durch das glitzernde Wasser.





Leider kommt viel zu früh die Durchsage, dass man sich mit dem Gepäck zum Deck 6 (Promenade) begeben soll, wenn man die Stadtrundfahrt gebucht hat. Brav lassen wir uns (wie auch alle anderen) das Anlegen entgehen und begeben uns zur Kabine. Im Nachhinein gesehen war das ein Fehler! Der Gang ist überfüllt mit Leuten und Koffern. Natürlich lässt man nicht die vor, die den Bus erreichen müssen, der um 10:15 Uhr abfahren sollte. Die Türen öffnen sich erst um 10:10 Uhr, nachdem alles Servicepersonal an Bord gegangen ist. Wir warten also fast eine halbe Stunde in dem Gewühl. Aber dann geht es sehr schnell. Bordkarte und Ausweis bereit halten, Karte durch den Scanner zeihen und dann ist man draußen. Die Busse stehen direkt vor dem Ausgang und alles ist perfekt organisiert. Die Fremdenführerin ist eine Deutsche, die in Oslo wohnt. Sie weist uns den Bus zu und dann geht es auch schon los. Die Rundfahrt dauert 3 Stunden und die Tagesausflügler müssen ja rechtzeitig um 14:00 Uhr wieder an Bord sein.
Oslo
Die im Voraus mit der Fährfahrt bei Colorline gebuchte Stadtrundfahrt ist wirklich zu empfehlen! Sie hat so gar nichts mit den üblichen Rundfahrten gemein. Die Fremdenführerin kennt sich gut aus und erzählt sehr unterhaltsam interessante Fakten über die Stadt. Es gibt 3 Stops, bei denen man genügend Zeit hat, sich umzusehen.
- Holmenkollen
Die Sprungschanze ist Teil einer größeren Skiarena, in der der jährliche Ski-Weltcup stattfindet. Im Innern der Schanze kann man das älteste Skimuseum der Welt besichtigen. Außerdem findet man dort Läden, ein Café und einen Ski-Simulator. Dafür reicht die Zeit während der Stadtrundfahrt allerdings nicht aus.
Die neue Skischanze ist von 2011 und ist eine Konstruktion aus 1000 Tonnen Stahl. Sie ist 60 Meter hoch. Kaum zu glauben, dass dort jemand die steile Abfahrt hinunter fahren soll. Wir können 20 Minuten lang die Gegend erkunden und die phantastische Aussicht auf Oslo genießen. - Frognerpark
Der Park wird oft auch Vigelandpark genannt, weil dort der einzigartige Skulpturenpark des Bildhauers Gustav Vigeland (1869-1943) mit mehr als 200 Skulpturen aus Granit, Bronze und Schmiedeeisen zu finden ist. Inhaltlich geht es bei allen um den Zyklus des Lebens und die Beziehungen der Menschen untereinander.
Zu den bekanntesten Figuren gehört neben dem imposanten weit sichtbaren Monolithen die auf der Brücke stehende Bronzestatue des kleinen Trotzkopfs (norwegisch: Sinnataggen). Wir spazieren ohne Hektik vom Nordeingang den ganzen Park entlang bis zum Südeingang, wo der Bus wieder auf uns wartet. - Fram-Museum
Der letzte Stop ist das Fram-Museum, in dem das Originalschiff ausgestellt ist, mit dem Roald Amundsen den Südpol angefahren hat im Wettlauf mit Robert Falcon Scott. Er erreichte am 14.12.1911 den Pol, 35 Tage vor seinem Konkurrenten. Es ist ein Erlebnis die Ausstellung zu besuchen, die neben dem begehbaren Schiff und den ausführlichen Beschreibungen der Expedition in Text, Bild und Film auch eine Multimedia-Installation zeigt, so dass man das Gefühl hat, mit auf dem Schiff durch die Eisberge zu fahren. Der Eintritt ins Museum ist übrigen im Preis der Stadtrundfahrt enthalten. Wir haben eine gute halbe Stunde Zeit, was zwar nicht ausreicht, alles zu lesen, was an Informationen dort geboten wird, aber einen guten Einblick in den Ablauf des Abenteuers gibt.
Draußen vor dem Museum sehen wir auf der anderen Seite die Colorline liegen. Etwas mehr als die veranschlagten 3 Stunden sind vergangen und jetzt werden erst die Schiffspassagiere wieder zur Fähre zurück gebracht, bevor der Bus uns vor unserem (auch über Colorline gebuchten) Hotel absetzt. Welch ein Service! Außer uns sind nur 2 Paare übrig, die noch ein paar Tage in Oslo bleiben.






















Das Thon Hotel Cecil sieht auf den ersten Blick nicht so einladend aus, was aber nur daran liegt, dass es eingerüstet ist, um die Fassade zu renovieren. Innen ist alles sehr komfortabel, modern und sauber. Wir haben ein ruhiges „Standardzimmer“ mit einem Fenster zum schönen Innenpatio, wo morgens das sehr gute Frühstücksbuffet serviert wird (im Zimmerpreis enthalten). Es ist ausgestattet mit einem großen Queens-Bett, Schreibtisch, TV, einem sehr sauberen Bad, einem Safe und einem Wasserkocher mit Tee, Kaffee und Tassen. Auch Steckdosen (europäisch und USB) sind am Bett vorhanden (für Handybenutzer). Lediglich einen Schrank sucht man vergebens. Es gibt nur eine Kleiderstange, aber genug Platz um den Koffer abzulegen. Für drei Tage völlig ausreichend.



Das Beste ist die Lage! Es liegt mitten in der Stadt. Wenn man zur Tür hinaus geht und nach rechts die Straße bis zum Ende spaziert, ist man in ein paar Minuten auf dem Rathausplatz und im Ausgehviertel Akerbrygge an der Hafenpromenade. Hier reiht sich ein Lokal an das nächste und von jedem hat man einen tollen Ausblick auf den Fjord und die Festung.
Unser Favorit ist „Jarman Gastropub“ mit leckeren Fish & Chips und ungewöhnlichen Burgerkompositionen. Dazu ein leckeres, nicht ganz so teures Bier.
Alkohol ist hier ansonsten unwahrscheinlich teuer. Ein kleines Glas Weißwein in der Pizzeria für 18 Euro ist schon heftig.
Wenn man etwas weiter über die Brücke nach Tjuvholmen (Diebesinsel) spaziert, kann man sogar an einer Stelle beim Sonnenuntergang im Fjord baden.
Auf die Hafenpromenade selbst komme ich später noch einmal zurück. Diese kann man nämlich auch bei einem Stadtspaziergang von der anderen Seite erreichen.
Geht man vom Hotel aus nach links ist man nach ein paar Metern auf der Carl Johans Gate, der Einkaufsstrasse, die bergab zum Opernhaus und Munch Museum führt und bergauf zum königlichen Schloss.
Die Gegend um das Hotel habe ich auch abends als sicher empfunden. Es ist viel Leben hier durch mehrere Theater, Luxushotels, Pubs und Restaurants.
Stadtrundgang
1.Tag
Es ist 14 Uhr nachdem wir das Zimmer bezogen haben und wir haben noch den ganzen Nachmittag vor uns. Wir erkunden erst mal ohne Ziel die Gegend und orientieren uns in welche Richtung was liegt. Wir schlendern über die Carl Johans Gate erst mal Richtung Schloss und nehmen uns die ausführliche Besichtigung für morgen vor. Es sind nur etwas mehr als 500m bis zum Eingang.
Danach schlendern wir die Straße in die andere Richtung. Ich komme auch darauf später nochmal zurück.

Unterwegs in einem Café kaufen wir eine der Zimtschnecken, die es hier überall gibt. Am Fjord angekommen sehen wir links das Opernhaus liegen. Es besteht aus Stein, Metall, Holz und Glas und ist mit Marmor aus Carrara verkleidet. Es wurde erst 2008 eingeweiht. Neben dem imposanten Äußeren ist auch das Foyer eine Sehenswürdigkeit. Das Besondere ist, dass man auf den Schrägen rechts und links des Gebäudes zum Dach hochlaufen kann, von wo sich ein phantastischer Ausblick über den Fjord bietet.







Wir erkundigen uns, ob in den 3 Tagen unseres Aufenthalts eine interessante Vorstellung ist. Leider haben wir Pech und es ist nichts dabei, wofür wir 100 Euro pro Ticket ausgeben würden. Dafür buchen wir für morgen eine Führung hinter die Kulissen, um wenigstens einen Blick in das Innere werfen zu können.
Anschließend gehen wir quer durch die Stadt nach Akerbrygge. Mit Google Maps finden wir zwar den kürzesten, aber nicht unbedingt den schönsten Weg. Das werden wir morgen besser versuchen. Es ist inzwischen 18 Uhr und wir haben seit dem Frühstück nur die Zimtschnecke gegessen. Grund genug, um uns ein schönes Lokal zu suchen. Es ist zwar warm genug zu laufen und auch in der Sonne zu sitzen, aber die geht jetzt langsam unter, so dass wir es vorziehen im Innenraum des „Jarmann“ zu essen.
In einem Convenience Shop kaufen wir danach noch etwas zu trinken und machen uns dann auf den Weg zurück. Über die Rosenkrantz Gate sind wir in ein Paar Minuten wieder im Hotel.


2.Tag
Nach einem tollen Frühstück begeben wir uns am nächsten Tag bei herrlichem Wetter zunächst einmal nach links auf einen ausführlichen Rundgang durch die Stadt.
Die Führung in der Oper ist erst um 11:30 Uhr und wir sind sehr früh unterwegs. Also nehmen wir uns erst mal das Schloss vor.
Das Gebäude wurde ab 1825 erbaut vom schwedischen König Karl III, Johan von Schweden-Norwegen.
Vor dem Schloss steht die riesige Reiterstatue aus Bronze aus dem Jahr 1875, die diesen König in seiner Marschalluniform zeigt.
Nur im Sommer kann man Teile des Inneren besichtigen. Dann nämlich befindet sich die Familie in ihrem Sommerhaus, wie uns die Reiseleiterin erklärt hatte.
Jetzt im September geht das leider nicht, aber man darf durch den Schlossgarten spazieren und die Wachablösung anschauen. Der Garten ist sehr schön angelegt mit Seen und Brunnen und vielen Bänken. Auf einem Stein sitzend findet man die Bronzestatue der norwegischen Königin Sonja, die das Gebäude komplett renovieren ließ.
Es sind sehr wenige Leute unterwegs und wir genießen die Ruhe neben der Statue auf einer Bank in der Sonne mit Blick auf das Schloss und verstehen, dass dies der Lieblingsplatz der Königin war.
Eine Stunde später beim Verlassen hat sich der Vorplatz mit Menschen gefüllt und immer mehr Leute strömen die breite Auffahrt hoch.







Während wir wie gestern die ganze Carl Johans Gate hinunter laufen schauen wir heute in den vielen Läden nach Souvenirs bis wir wieder an der Oper landen.
Wir queren erst den Stortingsparken vor dem Parlament (Stortinget).
Am pompösen Grand Hotel vorbei flanieren wir die Carl Johans Gate weiter hinunter. Rechts und links liegen viele Geschäfte, die zum Shoppen einladen.
An der Møllergata biegen wir links ab und laufen über den Platz mit dem Hühnerbrunnen und der Statue von Christian IV. Hier kann man in eine der Straßenbahnlinien einsteigen, mit denen man neben den Bussen zu außerhalb gelegenen Sehenswürdigkeiten gelangt. Mit der Oslocard soll man recht preiswert und zum Teil kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel und Fähren benutzen können und Rabatte in den Museen erhalten. Da wir aber alles zu Fuß erkunden wollen, lohnt es sich für uns nicht.
Einen kurzen Abstecher ist die Domkirche aus dem 17. Jahrhundert wert, die malerisch unter Bäumen steht.
Weiter rechts an der Kirche vorbei stoßen wir wieder auf die Carl Johans Gate, die danach auf den Bahnhofsvorplatz stößt mit seiner Tigerskulptur, die der Stadt im Jahr 2000 zur 1000-Jahr-Feier geschenkt wurde. Ein Tiger deshalb, weil Oslo den Spitznamen Tigerstaden („Tigerstadt“) trägt, was den meisten Norwegern bekannt ist. Eine Legende rankt sich um die Entstehung des Namens.
Wir gehen nach rechts um den Bahnhof herum über den Christian Frederiks Platz mit dem Brunnen in dessen Mitte eine Säule mit der Bronzestatue „Sonne und Erde“ steht.
Überhaupt: Skulpturen in jeder Größe findet man in Oslo alle paar Meter. Die meisten erzählen ein Stück Geschichte Norwegens.







Vom Bahnhof aus sind es nur noch ein paar Meter bis zum architektonisch sehr schönen Opernhaus, das wie gestern schneeweiß in der Sonne leuchtet.
Rechts erhebt sich der ehemalige große Hafenspeicher, in dem jetzt die Osloer Tageszeitung (Dagbladen) ihren Sitz hat. Davor dümpeln die Fjordsaunen zum Mieten im Wasser, mit denen man sogar rausfahren kann. Vor dem Theaterplatz liegt ein modernes Kunstwerk im Wasser („She lies“), das einen Eisberg symbolisieren soll. Sie ist aus Edelstahl und Glas und dreht sich mit den Gezeiten.
Monica Bonvicini hat das berühmte Gemälde „Das Eismeer“ von Caspar David Friedrich in eine Art Bühnenbild umgesetzt. Es soll sich auf die Macht und Pracht des Nordens beziehen.




Die Führung durch die Oper ist wirklich sehr interessant und der Guide erzählt sehr unterhaltsam. Man darf jedoch nicht fotografieren, da in den vielen Räumen Kostümbildner entwerfen, schneidern und reparieren und nicht gestört werden wollen. Auch einen Blick in das Innere des Publikumsraumes und auf die Bühne dürfen wir werfen. Schade, dass es keine passende Vorstellung gibt.
Wenn man vom Opernhaus aus nach links schaut, erhebt sich das neue Gebäude des Munch Museums im relativ neuen Stadtteil Bjørvika.
Das Munch Museum ist auf jeden Fall einen Besuch wert, nicht nur wegen des berühmten Gemäldes „Der Schrei“, das dort in drei Versionen eindrucksvoll präsentiert hängt – und immer durch viele Selfiejäger umringt ist. Auch die anderen Kunstwerke sind sehr ansprechend arrangiert. Ein mit Lichtinstallationen und Gegenständen des Künstlers ausgestatteter Raum zeigt Einblicke in sein Leben und Wirken. Die Innenarchitektur mit den Rolltreppen und riesigen Glasfenstern ist ebenfalls sehr imposant und die Rooftopbar bietet neben Getränken und Essen traumhafte Ausblicke in alle Richtungen.










Heute gehen wir vom Opernhaus aus nach rechts erst am Wasser entlang und dann ein wenig durch kleine Strassen bis zur Festung Akershus, die 1299 von König Håkon V. Magnusson zur Verteidigung Oslos errichtet wurde. Im 14.Jahrhundert baute man sie weiter aus. Durch ihre strategisch gute Lage auf der Landspitze war sie schlecht einzunehmen.
Christian IV (1588–1648) modernisierte sie und nutzte sie als Residenz. 1899 wurde sie dann kurz vor dem Verfall wieder restauriert.
Heute wird sie noch militärisch genutzt, darf aber besichtigt werden und es finden dort öfter Veranstaltungen oder Events statt. In ihr befindet sich auch das königliche Mausoleum. Das schönste daran ist aber das frei zugängliche Gelände um die Burg mit vielen Bänken von wo aus man spektakuläre Aussichten auf den Fjord und auf das gegenüberliegende Akerbrygge hat. Das Restaurant hat leider nur im Sommer geöffnet.


Den Hügel hinunter läuft man dann an der Franklin D. Roosevelt Statue vorbei zur Hafenpromenade und zum Platz vor dem roten Backsteinbau des Rathauses. Der Bau hat fast 20 Jahre gedauert. Erst einmal mussten einige andere Gebäude abgerissen werden und dann kam der zweite Weltkrieg dazwischen. Bei den Plänen hat man sich etwas vom Rathaus in Stockholm inspirieren lassen. Stündlich erklingt von den Türmen ein Glockenspiel. Wenn man Zeit hat, kann man auch eine Führung durch das Gebäude machen.
Zwischen Rathaus und Kai findet man wie überall in Oslo auch einen kleinen Park mit Brunnen und Skulpturen. Direkt am Wasser zwischen zwei Anlegern steht der „silberne Taucher“, eine von drei Figuren der Künstlerin Ola Enstad. Hier bei den Treppen ist, wie auch an vielen anderen Stellen, das Baden erlaubt. Auch starten von hier aus etliche Ausflugsboote und Fähren zu den vorliegenden Inseln. Die ständig pendelnde kleine Fähre zur Museumsinsel, auf der wir schon das Fram Museum besichtigt haben startet auch hier. Mit einem preiswerten Tagesticket kann man die beiden Haltepunkte an den Museen anfahren und auch wieder zurückkommen. Mit dem Oslo Pass ist der Transport kostenlos.
Jetzt sind wir wieder in Aker Brygge angekommen und sehen am Anfang zunächst auf das weiße Gebäude des Nobel Friedenszentrums. Es ist ein Museum, das das Leben Alfred Nobels und die Preisträger des Friedensnobelpreises dokumentiert. Auch werden hier Vorträge über die Menschenrechte gehalten. Es gibt auch Führungen zur Besichtigung. Der Friedensnobelpreis wird immer im Dezember im Rathaus verliehen.
Wenn man den ganzen Stadtrundgang gemacht hat, ist es nun Zeit fürs Abendessen in Aker Brygge. Heute gehen wir in die Pizzeria „Olivia Aker Brygge“. Es ist sehr voll, aber wir bekommen noch einen schönen Tisch. Das Essen ist sehr gut – aber auch sehr teuer.
Zum Schluss erleben wir noch den wunderschönen Sonnenuntergang an der Spitze von Tjuvholmen.
Am Rathaus vorbei nehmen wir wieder den kurzen Weg durch die Rosenkrantz Gate zurück zum Hotel Cecil.







3.Tag
Am nächsten Morgen haben wir noch einen weiteren vollen Tag, den wir nutzen wollen, um die Museumsinsel Bygdøy zu besuchen, wo wir uns das Kon-Tiki-Museum, das Seefahrtsmuseum und das Folkemuseum (Freiluftmuseum) ansehen wollen.
Ich hatte oben schon die Hafenpromenade vor Aker Brygge beschrieben, von wo aus die Fähre ablegt. Das Ticket bekommt man an Bord.
Die Fahrt dauert nicht lange und es gibt 2 Haltestellen.
Bei der ersten liegen das Fram Museum, das Kon-Tiki-Museum und das Seefahrts-Museum. Etwas weiter ist gerade noch ein weiteres im Bau.
Von der zweiten Haltestelle aus kommt man nach etwa 300m zum Folkemuseum.
Man kann auch auf der Insel zu Fuß von einer zur anderen Stelle gelangen, was wir gemacht haben, aber das ist ein langer und uninteressanter Weg an der Hauptstraße entlang und nicht wirklich zu empfehlen. Mit dem Tagesticket (Senioren 14 Euro) kommt man schöner mit dem Fährboot weiter. Die Fahrzeiten kann man am Anleger und Online erfahren. Weiter oben hatte ich die Website schon einmal verlinkt.



Das Kon-Tiki-Museum liegt direkt neben dem Fram. Hier geht es um den Norweger Thor Heyerdahl (1914-2002), Wissenschaftler und Abenteurer. Seine Expeditionen führten ihn nicht zu den Polen, sondern in die Südsee. Die „Schiffe“ sehen erst mal nicht so aus, als könne man damit den Pazifik überqueren. Das erste war ein Floß, und niemand glaubte an das Gelingen der Expedition, was ihm aber nach vielen gefährlichen Situationen wirklich glückte. Er wollte damit beweisen, dass man auch mit einfachsten Mitteln diese Strecken zurücklegen konnte.
Die imposanten Ausstellungsstücke, Berichte und Filmausschnitte sind sehr sehenswert









Danach besichtigen wir das Seefahrtsmuseum gegenüber. Hier dreht es sich im Wesentlichen um historische Schiffe, Wikingerschiffe und das Leben auf Schiffen bis heute. Es gibt hier einen sehr schönen informativen, interaktiven Kinderbereich.
Als Letztes geht es ins Norsk Folkemuseum. Hier findet man 160 Gebäude, die die Geschichte Norwegens widerspiegeln. Unter anderem gibt es auch eine Stabkirche zu besichtigen.
Der Anleger der Fähre ist etwa 300m entfernt. Von dort geht es zurück zum Rathaus.






Es ist unser letzter Abend und wir laufen noch einmal durch Aker Brygge und Tjuvholmen. Heute ist Freitag und sehr viele Norweger sind unterwegs, um nach Feierabend hier das Wochenende zu beginnen. Die Tische draußen sind gut besetzt und auch in den Restaurants ist viel los. Im Jarmann vom ersten Abend bekommen wir aber noch einen Tisch in der ersten Etage am Fenster. Wir genießen unser Abendessen mit Blick auf den Fjord und das lebendige Treiben.
Die untergehende Sonne verabschiedet uns noch einmal mit einem schönen Farbenspiel.














4.Tag
Heute geht es zurück nach Deutschland. Die drei Tage hier waren wirklich erlebnisreich und bei dem Traumwetter noch besonders schön.
Wir brauchen erst um 12:00 Uhr im Hotel aus zu checken. Perfekt, da die Colorline um 14:00 Uhr ablegt.
Wir genießen noch einmal das umfangreiche Frühstück und bummeln ein letztes Mal die Carl Johans Gate hinunter bis zur Oper. Zeit genug, um nach letzten Souvenirs zu schauen. Ziemlich genau um 12:00 Uhr sammeln wir unser Gepäck ein und bestellen von der Rezeption aus ein Taxi (20 Euro) für den kurzen Weg zum Terminal. Mit Koffer ist es doch etwas umständlich die halbe Stunde zu laufen. Um ein öffentliches Verkehrsmittel zu nehmen, muss man auch erst ein Stück zu Fuß durch die Stadt zurücklegen.
Wir sind schon um 12:30 Uhr dort, müssen aber wie auf der Hinreise bis 13:15 Uhr warten, bis wir aufs Schiff können. Die Bordkarte bekommt man hier mit der Buchungsbestätigung am Schalter.
Heute ist Samstag und das Schiff ist viel voller als auf der Hinfahrt. Viele Norweger, darunter eine große Schülergruppe nutzen das Wochenende für einen Kurztrip nach Kiel.
Diesmal fahren wir mit der Fantasy und haben die Kabine 9942, die ein großes Doppelbett unter dem Fenster hat (Standard Doppelkabine mit Meerblick, Kategorie 032D).


Wir brauchen abends nicht die Betten zu machen. Ich finde das schöner. Man kann durch das Fenster in den Himmel schauen während man im Bett liegt. Das Schiff ist bis auf Kleinigkeiten bei den Restaurants (es gibt z.B. eine Sushi Bar) baugleich zur Magic.
Nachdem wir das Gepäck abgestellt haben begeben wir uns aufs Deck um die Abfahrt zu erleben. Wir ergattern wieder zwei Stühle direkt an der Reling bevor sich das Deck mit den anderen Passagieren füllt. Es gibt heute auch mehr Kinder an Bord, die etwas für Unruhe sorgen- Wochenende halt. Aber es ist nicht wirklich überfüllt oder unangenehm. Es stört uns nicht weiter bis auf eine kleine Episode an Deck, als es schon dunkel ist. Von den Jugendlichen hat sich eine kleine Gruppe ohne den Lehrer versammelt. Sie haben wohl schon mehr getrunken als sie dürfen und vertragen. Die „coolen“ Jungs nehmen die kichernden Mädchen auf die Schulter und halten sie über die Reeling. Wir gehen lieber rein, denn wir wollen auf keinen Fall mitbekommen wie eine über Bord geht…
Nach einem abermals schönen Sonnenuntergang hat das Schiff jetzt auch schon die spektakulären Engstellen des Oslofjords passiert und es wird kalt, so dass wir besser mit einem Drink in der Observation Lounge sitzen. Als es Zeit zum Abendessen wird, gehen wir runter zur Promenade. Wir haben diesmal keinen Tisch bestellt. Das Buffet finden wir nicht so anziehend (obwohl das Essen gut sein soll). Es herrscht ein ziemliches Gewusel und wir haben keine Lust anzustehen. Wir finden noch einen netten Tisch in der Pizzeria mit Bedienung, wo man gemütlicher sitzen kann. Man könnte hier auch eine Pizza mit in die Kabine oder im Sommer aufs Deck nehmen.
Als wir gegen 19:30 Uhr gehen wollen, beginnt hier die Rush Hour und es wird deutlich voller.
Wir haben Tickets für die Show um 20:45 Uhr von zu Hause aus vorgebucht. Nennt sich Vip-Table (69 Euro) und ist ein Tisch mit sehr gutem Blick auf die Bühne für bis zu 4 Personen mit einer Flasche Weißwein. Erdbeeren gibt es auch noch dazu. Wenn man bedenkt, was der Wein hier kostet ist das vollkommen ok. Die Show zeigt Gesang und Tanz der 60er/70er Jahre. Ganz nett, aber mit 30 Minuten sehr kurz. In der Zeit haben wir die Flasche Wein nicht geleert. Sitzen bleiben darf man auch nicht. Aber wir können sie mitnehmen und im Observation Deck weiter trinken, was auch viele machen. Lustig, die Parade von Paaren mit Sektkübeln und Gläsern auf der Suche nach einem Platz. Hier spielt eine Liveband und wer will kann das Tanzbein schwingen. Heute macht das vor allem eine kleine Gruppe von Damen in auffälligen Outfits, die wohl vor dem Theaterbesuch schon etwas vorgeglüht hatten.












Ankunft in Kiel
Am Morgen werden wir nach einer abermals sehr ruhigen Nacht durch den Sonnenaufgang geweckt. Die Sonne scheint direkt in unser Fenster.
Wir frühstücken wieder im Oriental Café. Auch heute ist jetzt um 7:30 Uhr noch nicht viel los. Die meisten schlafen nach der Party gestern Abend wohl noch aus. Wir packen nach dem Frühstück schon mal alles zusammen und erwarten die Einfahrt in die Kieler Förde am Fenster der Observation Lounge. Danach gehen wir an Deck, um die Durchfahrt zu sehen. Es ist sonnig und die Temperatur ist angenehm.
Beim Anlegen sehen wir unser Auto auf dem Parkplatz am Kai stehen.
Da wir heute kein Anschlussprogramm haben, gehen wir fast als letzte in unsere Kabine um die Koffer zu holen. Aber immer noch zu früh! Wir stehen in einer Schlange in dem langen Glasgang vor der Passkontrolle. Die Sonne knallt auf die Scheiben und es ist wie in einer Sauna. Unseren Ausweis will keiner sehen, man muss nur den Barcode der Bordkarte scannen. Die Rolltreppe führt nach unten zum Hinterausgang und Parkplatz.
Dort findet man auch Taxen und Busse.
Unser Auto ist unversehrt und wir können ohne weitere Formalitäten einfach rausfahren.
Die Rückfahrt gestaltet sich als etwas stressig. Wegen einer Autobahnsperrung müssen wir quer durch Hamburg fahren, mit Hunderten anderen. Staus an jeder Ampel. Aber was ist die Alternative? Die Deutsche Bahn nach Kiel hält fast am Terminal der Colorline. Praktisch – wenn sie denn fährt, pünktlich ist und der reservierte Sitzplatz auch wirklich zur Verfügung steht. Aber damit hatten wir so schlechte Erfahrungen in den letzten Jahren, dass wir diesmal das Auto vorgezogen hatten.

